Zum Inhalt der Seite
[English version English version]

Eru áva dartha amarth yoménië

Eine unerwartete Schicksalsbegegnung
von

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Seite 1 / 1   Schriftgröße:   [xx]   [xx]   [xx]

im goldenen Drachen

Lyriell verliert demnach keinen Ton als sie aufeinander treffen...sie behält vorsorglich für sich, was sie da eben gesehen hat.
 

„Wie war deine Nacht?“
 

Fragt sie ihn lediglich wie beiläufig und dazu ausgesprochen höflich, als sie in der kleinen Gasstube einander gegenüber auf der harten Bank platz nehmen, um gemeinsam das frühe und obendrein nicht eben üppige Morgenmahl einzunehmen, ehe sie sich erneut auf den Weg machen wollen.
 

Das ist etwas worauf sie dieses Mal bestanden hat...denn Thorin wollte eigentlich sofort weiter…
 

„Gut..danke der Nachfrage!“
 

Kommentiert er es daher denkbar knapp, wobei er ihrem forschenden Blick absichtlich ausweicht, mit dem sie ihn unübersehbar neugierig mustert. Sein Gesichtsausdruck wird sofort hart und unnahbar abweisend wie gewöhnlich, wenn sie ihm zu nahe kommt. Ganz gleich ob unabsichtlich oder gar gezwungenermaßen, das spielt für ihn keine Rolle.
 

Lyriell seufzt leise..."ja DAS sieht man"..erwidert sie seinen Ausspruch an sie sarkastisch, wobei sie demonstrativ in eine andere Richtung blickt, als sie es bemerkt.
 

Ihr Blick bleibt anstatt dessen mehr oder minder interessiert an den anderen Gästen hängen, die diese Herberge heute Nacht als weitaus bequemeres Schlafquartier als den Straßengraben vorgezogen hatten. Ungewollt wandert ihr Blick zunächst über die handvoll Halblinge in der kleinen aber gemütlichen Gaststube, die wohl allesamt Einheimische sind und sich sozusagen ein frühes „zweites Morgenmahl“ in Gesellschaft ihrer Freunde schmecken lassen wollen.
 

Aber es sind auch einige Menschen in der Gaststube, die dem Aussehen nach zu urteilen allesamt reisende Kaufleute sein müssen, so wie sie beide.
 

Und da ist da noch ein anderer Zwerg. Einer, der sie überdies ebenso interessiert, wie augenscheinlich argwöhnisch mustert. Lyriell kann ihn nicht genau erkennen, da auch er das Gesicht unter einer Kapuze verbirgt...so als wäre dies von ihm beabsichtigt. Aber sie spürt es an der leichten Gänsehaut die sie überläuft, dass er sie beide genau im Auge hat.
 

Plötzlich steht er auf und kommt direkt unaufgefordert zu ihnen an den Tisch. Er ist mindestens so groß wie Thorin und von imposanter körperlicher Gestalt...ein Krieger. Das Schwert und die Axt, die er bei sich trägt, ebenso wie der schwere Harnisch, der unter seinem Kapuzenmantel hervorlugt verraten es sofort...selbst einem Laien...mit IHM ist nicht zu Scherzen, der Zwerg versteht keinen Spaß und weiß sich durchaus zu wehren, das ist offensichtlich.
 

„So IHR seid also der berühmte Thorin Eichenschild, nehme ich eurer vornehmen Erscheinung nach zu urteilen an?“ Spricht der fremde Zwerg ihren Begleiter fast sofort ohne weitere Umschweife zu machen an, wie es die Art der Zwerge ist, wobei er ihn weiterhin aufmerksam mustert. Das paar scharfe graue Augen das während dessen unter der Kapuze hervor funkelt, lässt den Zwergenfürsten aus Durins Geschlecht nicht einen Moment lang aus den Augen.
 

Thorin der bisher nicht reagiert hat, dreht sich während dessen langsam in seine Richtung um.
 

„Ganz recht, der bin ich...und mit wem habe ich die Ehre?“
 

Fragt er ihn, als er sich ganz in seine Richtung umgewendet hat betont bedächtig und mit merkwürdig scharfem Unterton in der Stimme, der die elbische Frau unversehens verblüfft und zugleich alarmiert aufhorchen lässt Der Blick des fremden Zwerges streift zwischenzeitlich abschätzend über die Gestalt von Thorins Begleiterin, wo das aufglimmen von Zorn und einem abgrundtiefen Hass überdeutlich sichtbar wird.
 

Doch richtig zeigt es sich erst, als er Thorins berechtigte Gegenfrage schließlich beantwortet.
 

„Ich bin Regin...Sohn des Glaurin aus den Eisenbergen...ein alter Kempe und Kampfgefährte eures Vetters Dain. Nun, und den werdet ihr ja sicher noch kennen. Wisst ihr ich frage mich gerade, weshalb ausgerechnet ihr euch mit so etwas, wie diesem dreckigen Elbengezücht hier abgebt?
 

Gerade IHR...dessen Schicksal ein jeder Zwerg dieser Zeit nur zu gut kennt und dazu muss er nicht erst in den Eisenbergen leben. Wir wissen um euren Disput mit dem Waldlandreich und was dessen selbstsüchtiger Herrscher euch dereinst verweigert hat. Also frage ich euch noch einmal, WAS euch um Mahals Willen dazu bewogen hat, euch mit solchem Abschaum wie DIESEM abzugeben?“
 

Sein Blick streift Lyriell abermals mit solch abgrundtiefem Hass, dass es ihr regelrecht den Atem nimmt.
 

Sie will schon aufspringen, um ihm etwas passendes darauf zu entgegnen, doch Thorins warnender Blick hält sie an ihrem Platz wie angenagelt fest. Sie sieht ihn und wie er schwach den Kopf schüttelt. Indem fährt der fremde Zwerg bereits unbeirrt fort.
 

„Schön ist sie zweifellos keine Frage, aber ein schönes Gesicht kann trügerisch sein...hat sie euch gar mit ihrem Zauber umgarnt, die rothaarige Elbenhexe? Wenn ja wäre es mir ein leichtes euch von ihr und ihrer verderbten Magie zu befreien...nur ein Hieb mit der Axt und ihr wärt frei zu gehen wohin immer ihr wollt.
 

Was ist..wollt ihr mein Angebot nicht annehmen?“
 

Thorin sieht ihn an, einen Moment lang ist er fast versucht ihm zu sagen, dass er sich tatsächlich längst von ihrem üblen Zauber eingefangen fühlt. Doch dann steht er langsam auf und strafft sich, bevor er dem anderen Zwergenmann entschlossen antwortet, der Lyriell indessen weiterhin bedrohlich wütend aber auch offenkundig begehrlich anstarrt.
 

„Euer Angebot ehrt mich mein Freund, auch dass ihr um mein Wohlergehen anscheinend sehr besorgt scheint, dafür danke ich euch. Aber ist es nicht viel eher so, dass ihr damit euren verdeckten Rachegelüsten frönen wollt, die daran gebunden sind?
 

Wäre sie nicht ein guter Grund, dem Streit zwischen unseren Völkern ganz leicht neue Nahrung zu verschaffen? Ihr würdet das nicht für mich tun...sondern nur allein für euch Regin. Also sage ich euch, schert euch fort, solange ihr es noch könnt mein Freund..bevor ich euch euren Platz zeigen werde und wehe ihr krümmt ihr auch nur ein Haar, so werdet ihr meinen Zorn zu spüren bekommen.
 

Diese Frau gehört mir, ich allein entscheide was mit ihr geschieht...habt ihr das verstanden?“
 

Der Blick mit dem Thorin den fremden Zwerg fest nagelt und weiterhin auf Abstand hält, spricht Bände...und der weiß, dass es besser ist sich auf keine direkte Konfrontation mit dem äußerst wehrhaften Zwergenfürsten einzulassen, der ihm körperlich, wie auch von der Geschicklichkeit her absolut gewachsen, wenn nicht sogar überlegen scheint. Die Chance an ein leichtes Opfer zu kommen, wie sie zweifellos eines für ihn darstellen würde ist damit vertan, das wird ihm spätestens jetzt klar, nachdem der dunkelhaarige Zwerg sie verteidigt, als ginge es dabei um sein eigenes Leben.
 

Regin fragt sich indessen sichtlich verblüfft, weshalb der andere Mann freiwillig das Risiko auf sich nimmt, dieses minderwertige sowie ganz eindeutig elbenblütige Weib mit dem dunkelroten Feuerschopf gänzlich für sich zu beanspruchen und kommt so nur zu einem einzigen Schluss, der ihm halbwegs logisch erscheint, der Andere hegt offenbar tatsächlich Gefühle für sie.
 

Welcher Art kann er zwar nicht erfassen….aber es ist mehr als offensichtlich, dass es so ist!
 

Indem strafft er sich rasch, er hat längst begriffen und auf einen offenen Konflikt wird er es mit dem älteren Vetter seines Herrn Dain sicher nicht ankommen lassen...schon gar nicht wegen einer Frau, die es in seinen Augen nicht wert erscheint...mag sie äußerlich als noch so begehrenswert gelten, so ist das Risiko zu groß sich dafür an ihr die Finger zu verbrennen.
 

„Ich habe euch verstanden…menu Thanu!“
 

Ist schließlich alles was Regin ihm in knappem Khuzdul darauf antwortet, wobei sein Blick den anderen Mann beinahe mit tödlichem Zorn aufspießt.
 

Thorin lässt den fremden Zwerg ebenfalls nicht einen Moment lang aus den Augen, wo sich ein tiefes bedrohliches Knurren unüberhörbar aufgebracht aus seiner Kehle heraus schält...“grüßt meinen Vetter von mir, wenn ihr ihn seht und jetzt schert euch fort, bevor ich nachhelfen werde!“ Macht er ihm schließlich wenig höflich Beine...was sich der Andere nicht zweimal sagen lässt und so schleunigst den Rückzug antritt, wie es die Höflichkeit gerade eben noch so zulässt, um nicht als Feigling zu erscheinen.
 

Erst als der andere Zwerg gegangen ist, setzt er sich wieder zu ihr an den Tisch und zwar mit einer Mine, als ob nichts geschehen sei. Lyriell starrt ihn derweil mit offenem Mund an...sie kann nicht fassen, was ihr da gerade eben widerfahren ist.
 

„Thorin meinst du das, was du da eben zu ihm gesagt hast etwa wirklich ernst?“
 

Fragt sie ihn demnach ernsthaft verblüfft. Er sieht sie an, der Blick der sie dabei von ihm streift ist kühl und unnahbar.
 

„WAS denn?
 

Was Lyriell, was soll ich ihm denn deiner Meinung nach gesagt haben?“ Grollt er ihr sichtlich ungeduldig entgegen, als er nach dem Brot greift um sich kurzerhand eine Scheibe davon abzuschneiden, wobei er weiterhin völlig ungerührt wirkt.
 

„Sie gehört mir...und ich entscheide was mit ihr geschieht? DAS meinte ich, was du eben zu ihm gesagt hast Zwerg?!“
 

Fährt sie ihn hingegen solcher Behauptungen die sie da aus seinem Munde vernommen hat sichtlich emotional aufgeladen an.
 

Er blickt ihr abermals entgegen und zuckt dann überraschend gleichmütig mit den Schultern.
 

„Ja und?
 

Es stimmt doch…!“
 

Kommentiert er es anschließend so vollkommen unberührt, dass Lyriell unversehens heftig nach Luft schnappt.
 

„Damit eines klar ist, ICH gehöre niemandem...und schon gar nicht dir Naugrim! Wie kannst du dir so etwas anmaßen? Ich bin nicht dein Eigentum!“ Flüstert sie ihm fast sofort darauf entsprechend entsetzt entgegen.
 

„ICH kann es mir anmaßen, WEIL es so ist Khalam! Du hast es mir doch selbst gesagt und jetzt wirst du sofort den Mund halten und dich mir fügen, oder ich werde eigenhändig dafür sorgen!“
 

Entgegnet er ihr daraufhin so brüsk und unterkühlt, dass ihr regelrecht der Atem stockt angesichts solcher Dreistigkeit des Zwerges.
 

„Du..du elender Mistkerl..von einem Zwerg ich...ich hasse dich!“
 

Keucht sie ihm damit nur einen Moment später mehr als bestürzt entgegen, wo sie ihn ihr ganz plötzlich antworten hört, wobei die Tonlage von ihm jedoch ebenso unmissverständlich ist.
 

„Na endlich, es wurde ja auch höchste Zeit..!“
 

Sie sieht ihn an...ihr Blick streift seinen, in dem sie im Augenblick nichts als pure Ablehnung erkennen kann aber noch etwas schwingt darin mir...ein unbändiger Zorn...nicht auf sie, das spürt sie...er ist zornig auf sich selbst und das ist es was sie daran so verwirrt.
 

Lyriell denkt nicht nach….sie handelt gewissermaßen im Affekt…
 

„KLATSCH!“
 

Sie spürt noch die Wucht des Schlages, mit dem sie ihm ohne weiter nachzudenken diese saftige Ohrfeige verpasst hat..wohingegen er sie im Gegenzug seinerseits vollständig verblüfft und zugleich entsprechend aufgebracht mit offenem Mund anstarrt.
 

„WAS..SOLLTE DAS WIE...WIE KANNST DU ES WAGEN...?“
 

Herrscht er sie einen Moment später ungläubig an, als er endlich gänzlich registriert, so derart direkt und dreist von ihr abgefertigt worden zu sein......bisher hat es noch niemals eine Frau gewagt gegen ihn die Hand zu heben um ihn zu schlagen...noch nie in seinem ganzen Leben!
 

„DIE hast du dir ganz eindeutig verdient Naug und ich hoffe du weißt sehr wohl weshalb!“ Faucht sie ihm anstatt dessen entsprechend aufgebracht und mit wenig gebührendem Respekt entgegen, auf den er sonst ja grundlegend so viel Wert zu legen scheint, wobei sie im Begriff ist aufzustehen und ihn einfach sitzen zu lassen….ohne sich weiter um ihn und seine Befindlichkeiten zu scheren.
 

Lyriell ist mindestens ebenso verletzt wie wütend...wie kann er sich anmaßen ihr so etwas zu sagen? Ihr..die ihm zwischenzeitlich schon weit mehr als einmal das Leben gerettet hat. Thorin behandelt sie geradeso, als wäre sie irgend ein billiger Schmuck oder ein mittelmäßig geschmiedetes Schwert, über dessen Besitz ER nach belieben verfügen könnte...oder es im schlimmsten Fall wegwirft, wenn einem der Gegenwert als zu gering erscheint.
 

Genau das ist es, was ihr dabei mehr als ernüchternd durch den Kopf geht...
 

Als sie ihre Sachen schließlich ruckartig schultert, um das Gasthaus zu verlassen, hört sie ihn ihr hinterher rufen.
 

„WO willst du hin?
 

Allein?!
 

Du kommst sicher keine hundert Meter weit Khalam!“
 

"Was ohne dich oder wie? Träum weiter...Bastard!“
 

Fährt sie ihn abermals spürbar wütend an, ohne sich noch einmal nach ihm umzudrehen...was sie aber lieber tun sollte, denn dann würde sie sehen, dass er inzwischen ebenfalls aufgestanden ist und Anstalten macht ihr zu folgen. Noch bevor sie ganz zur Türe draußen ist, hat Thorin sie bereits eingeholt.
 

Sie spürt seine Hand schwer auf ihrer Schulter lasten, mit der er sie anschließend grob zurück zieht.
 

„Bleib gefälligst hier...wo willst du allein hin? Du würdest dich schneller verirrt haben als du bis drei zählen könntest?!“ Fährt er sie daraufhin überraschend heftig an, wo sie sich im Blick seiner dunkelblauen Augen gefangen fühlt, die ihr zornig aufgebracht entgegen funkeln und sie nicht los lassen wollen aber das ist es nicht allein...
 

"Na und was schert es dich...freu dich Naugrim, du wolltest doch, dass ich gehe oder nicht?" Entgegnet sie ihm daraufhin ebenso heftig emotional aufgewühlt und fühlbar trotzig, wobei sie sich energisch von ihm frei zu machen versucht.
 

Doch er lässt sie wieder erwarten nicht los.
 

„Nein...FALSCH...ich will nicht, dass du gehst!“
 

Hört sie ihn sich anstatt dessen ganz plötzlich leise aber deutlich emotional aufgewühlt entgegen flüstern, während sie seinen verführerisch warmen Atem ganz nahe an ihrem Ohr spüren kann, der ihr zudem unversehens eine heftige Gänsehaut über den Rücken jagt und ihr just in diesem Moment einmal mehr klar macht, weshalb er nicht will, dass sie geht.
 

Auch wenn er ihr das niemals offen sagen kann....weil er ist wie er ist...ein stolzer Mann, der nicht gelernt hat jemals über seinen Schatten zu springen. Sich vielleicht so etwas wie emotionale Bindungen einzugestehen existiert damit schlicht nicht in seinem Sprachgebrauch und schon gar nicht in seinem Sinn der Weltanschauung wie er sie für sich vertritt.
 

Ein Mann wie ER, wird sich vor einer Frau wie ihr, ganz bestimmt niemals eine Blöße geben oder gar eine Schwäche zeigen, ganz gleich wie sehr er sie insgeheim noch für sich begehren mag.
 

Plötzlich nickt sie knapp....weil sie das alles längst weiß...
 

„Gut ich bleibe...aber nur unter einer Bedingung, du wirst mich anderen gegenüber als auch sonst niemals wieder gegen meinen Willen als dein Eigentum bezichtigen..oder gar als solches beanspruchen Zwerg. Ich mag vielleicht ZU dir gehören, aber ich gehöre dir nicht...denn das ist ein feiner Unterschied, den es zu beachten gilt Thorin!“
 

Sie sieht ihn lange an, als sie beide an der Türe stehen, durch die sie eben noch das kleine Gasthaus verlassen wollten. Es dauert etwas, doch dann nickt er ebenfalls...wenn auch zögerlich…
 

„Ich bin einverstanden!“
 

Ist alles, was er ihr darauf antwortet, eher er die Gaststube des goldenen Drachens schließlich mit deutlich gestrafften Schultern verlässt.



Fanfic-Anzeigeoptionen

Kommentare zu diesem Kapitel (0)

Kommentar schreiben
Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.

Noch keine Kommentare



Zurück