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Frisuren und Farben in Manga und Anime

Autor:  BlackCat-XIII
Frisuren und Farben in Manga und Anime
Wohl eines der hervorstechendsten Merkmale von Manga- und besonders Anime-Charakteren sind die bizarren, jegliche physikalischen Gesetzmäßigkeiten fröhlich ignorierenden, und häufig schreiend bunten Frisuren, für die eigentlich Tonnen von Haarspray, Gel, Festiger, Farbe und mehrere Stunden Styling pro Tag vonnöten sein müssten.
Die Charakterdesignerin Kazuko Tadano gibt zu diesem Thema eine ganz rationelle erklärung.
Die Charaktere sollen auf Anhieb erkannt und auseinander gehalten werden können. Bei den stark stillisierten Gesichtern, wie sie im Manga und Anime nun einmal vorkommen, sind die Frisur bzw. die äußere Kontur der Figur das wichtigste Mittel dazu. Durch die klaren Formen und Linien kann man Charaktere auf dem ersten Blich erkennen, auch in Szenen, in denen die Figuren nur sehr klein und ungenau oder als Silhouette zu sehen sind. Auch die Farben, die den Figuren zugeordnet werden, spielen eine wichtige rolle. Jede Farbe steht für eine Eigenschaft, die der Charakterisierung der befreffenden Figur beiträgt. Wie viele farben dabei verwendet werden, hängt natürlich von dem jeweiligen Genre des Animes ab (bei Mangas sind nur die Farbseiten und –illustrationen betroffen) in einer Kinder oder Fantasy-Serie wird man auf buntere Farben und Frisuren treffen, als in einer Serie, die fest im japanischen Alltag verankert ist. Meistens sind es nur die hervorstechenden oder exotischen Charaktere, die sich durch Farben auszeichnen. Die Bedeutung der Haarfarben ist dabei teilweise von der traditionellen, auf China stammenden Farbsymbolik geprägt, teilweise von der westlichen, manche Elemente haben beide Systeme auch gemeinsam. Die hier gezeigt Aufstellung soll einen kleinen überblick über die Farben geben, die einen Charakter noch zusetztlich hervor heben soll.

Schwarze Haare
In den westlichen Comics werden meist Bösewichte, Femme Fatales oder die großen Superhelden mit schwarzen Haaren dargestellt, weil sie Mut, Tatendrang und Stärke suggestieren.
In den japanischen Mangas und Animes ist das anders: Hier sind es meist die angriffslustigenPersonen bezeichnet (Vegeta, Son Goku) Meist sind sie aber dann auch stark (z.b. Ranma)
Durch die schwarzen Haare wird auch ein bestimmtes temperament ausgedrückt.
Zusammenfassung: Angriffslustig, wissen was sie wollen, wollen mit dem Kopf durch die Wand, haben ein gutes Herz das gut versteckt wird

Rote Haare
Im Westen stehen rote Haare in der Regel für Tatkraft, Abenteuerlust, Leidenschaftlichkeit, Sturheit und ein aufbrausendes („irisches“) Temperament. Beispiele hierfür sind unter anderen Arielle, Tassilo, Obelix oder auch Knut („ Yoko Tsuno“) Auch Hexerei wird oft mit roten Haaren in Verbindung gebracht – man denke an Magical Mimi („ Ninja High School“) – waszum Teil mit der Seltenheit dieser Haarfarbe, zum Teil mit ihrer Häufigkeit speziell in den noch heute sagenumwobenen keltischen Gebieten zusammenhänge. Rothaarige sind gefährliche Verführerinnen, deren Kuß tödlich wirken kann( Poison Ivy-„Batman“). Ähnliche Vorstellungen findet man auch in Japan, wo rot als Farbe der Sonne und des Feuers gilt und damit Vitalität ausdrückt, die Essenz des Lebens. Rothaarige im Anime sind in der Regel aktiv bis aggressiv, als Mädchen häufig burschikos und nicht selten mit einem aufbrausenden Temperament und einem gewaltigen Dickschädel. Oft handelt es sich um geborene Einzelgänger/-innen, die nur eine große Leidenschaft in Ihrem Leben kennen.

Braune Haare
In Japan sind braune Haare sehr selten und werden meist nur als Abwandlung für die doch etwas hart und düster wirkenden schwarzen Haare benutzt.
Diese Charaktere sind Nebenfiguren, die aber eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.
Sie sind eigenständiger als ihre schüchternen Kollegen und manchmal auch gute Hausfrauen (Kasumi in"Ranma", Makoto in "Sailor Moon").
Bei Männern werden sie eher für die Versager und die Rollen des ewigen unerwiderten Liebenden genommen.
Nur selten spielen sie die Hauptrolle (Sakura aus CCS).
Zusammenfassung: Schüchtern

Blonde Haare
Grundsätzlich sind in Animes und Mangas blonde Charaktere die süßen, hilflosen Mädchen, die einen Beschützer bekommen.
Sie sind unschuldig und rein und leben für das an, das sie glauben.
Sie sind sehr loyal und die Wahrheit, Aufrichtigkeit und Freundschaft geht ihnen über alles.
Mit dem Thema die Blonden sind selbständige und starke Charaktere. Sie sind bei den Japanern sehr beliebt, denn sie strahlen eine gewissen eotischen und geheimnisvollen Touch aus, da blonde Haare dort sehr selten sind.
Aber nicht alle sind so rein und niedlich. Auch reiche verzogene Gören werden gerne blond dargestellt, weil das sehr vornehm wirkt.
Zusammenfassung: Geheimnissvoll

Grüne Haare
Grünes Haar kommt im westlichen Comic gar nicht vor, und ist auch in Manga und Anime relativ selten zu finden – meist bei Außerirdischen oder Wesen aus anderen Welten. ( Ryoko „Tenchi Muyo“, Veffidas „Macross 7“), seltener und oft mit anderen Schattierungen (schwarz, blau) vermischt bei Menschen (Azusa „Devil Hunter Yohko“, Linna „Bubble Gum Crisis“, Michiru „Sailor Moon“). Grünhaarige Chaaraktere erweisen sich als extrem loyal, so sehr, dass sie ohne weiteres dazu bereit sind, für die betreffende Sache/Person oder sich selbst zu opfern. Diese Loyalität ,die durchaus auch der eigenen Person gelten kann, kann in eine brutale Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen ausarten. (Esmeraude „Sailer Moon“, weniger extrem bei Bulma “Dragon Ball“) Wie die Blauhaarigen neigen sie ein bisschen dazu, als Einzelgänger-/kämpfer aufzutreten und sich zu isolieren (wenn auch nicht ganz so extrem). Die Grünhaarigen stehen allerdings selten so aktiv im Mittelpunkt, sondern erweisen sich eher als ruhende Fraktion im Hintergrund, auf die man sich verlassen kann. Das Grün strahlt eine warme Natürlichkeit und eine Ruhe aus, welche vertrauenerweckend wirkt – und die aber im Bedarfsfall ganz schön aktiv werden kann. so z.B. Sailor Neptun, Pluto und Merkur (gelegentlich wird Ami auch mit dunkelgrünen Haaren dargestellt)Yohkos „Devil Hunter-Azubi“ Azusa versucht es wenigstens...!

Blaue Haare
Blaues Haar wird gelegentlich als besondere Schattireung von schwarzem verwendet, geht aber häufig auch ins Grüne über: Charaktere mit blauen (Ami Mizuno“Sailor Moon“) oder grünen Haaren (Ryoko & Kiyone „Tenchi Muyo“) werden nicht selten alternativ mit grünen bzw. blauen Haaren dargestellt, was einfach damit zusammenhängt, dass das japanische Wort für „blau“, „aoi“ sowohl grün als auch blau bedeutet ( nur für das spezifische Grün von Pflanzen wird gewöhnlich „midori“ verwendet.) Die mit der Farbe blau bzw. grün verbundenen Vorstellungen gehen also teilweise ineinander über.
Blaues Haar suggeriert vor allem Kühle, Unnahbarkeit, oft auch Einsamkeit oder Fremdheit. z.B. die anfangs einsame Ami oder die unzugängliche Rei Ayanami (Evangelion). Gleichzeitig wird in Japan das Wort „aoi“ auch mit Lebendigkeit, Jugend und Energie in Verbindung gebracht: „Seinen“, das Wort für „Jugend“, wird mit den Zeichen für „blau“ und „Jahr“ geschrieben und steht für Tatkraft, Aktivität, Erfolg. Der blaue Himmel ist nicht nur in Liedtexten ein gerne verwendetes Symbol hierfür. Die lebenssprühende Sasami („Tenchi Muyo“) ist hierfür ebenso ein Beispiel, wie die bereits genannte Ami, welche die Energie der Natur, die sie umgibt und der „blauen Elemente“ Wasser und Wind ( werden beide manchmal auch mit der Farbe Grün verbunden) auch aktiv nutzen kann.

Violette Haare
Purpur (engl. „purple“) war schon immer schwer zu gewinnen und dadurch ein teurer Spaß, der den Reichen vorbehalten blieb- im Osten wie im Westen. Etwas Besonderes eben. Man findet deshalb auch im Anime violette Haare häufig bei Charakteren von vornehmer Geburt oder in gehobener Position, mit einer ruhigen, zurückaltend-vornehmen Art ( die nichtsdestotrotz gelegentlich zu hemmungslosen Gefühlsausbrüchen neigen kann): Miz Mishtal „El Hazard“, Hotaru „Sailor Moon“,Prinzessnin Ayeka „Tenchi Muyo“, Nami „Silent Möbius“ oder auch Prinzessin Amelia „Slayers“. Die vornehme Herkunft hindert allerdings Mylanda „Ballte Athletess“ nicht daran, andere herumzuschikanieren, noch hindert sie Ayeka an gelegentlichen Hassausbrüchen gegenüber ihrer Rivalin Ryoko. Die „Besonderheit“ der Charaktere äußert sich auch häufig in einem exotisch-geheimnisvollen Hintergrund wie China und die von dort stammenden obskuren Zaubermittelchen, die Shampoo in „Ranma ½“ immer gerne in petto hat; auch die mit Shinto-Mystik und Magie in Verbindung stehende geheimnisvolle Sailor-Kriegerin, Rei „Sailor Moon“ hat gelegentlich einen violetten Unterton in den Haaren. Es kann auch sein, dass die Charaktere selbst von einer mysteriösen Aura umgeben sind – sie wissen oft mehr, als sie zugeben oder stehen im Mittelpunkt eines Geheimnisses, hinter ihnen steckt mehr, im positiven oder im negativen Sinn, als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag... z.B. Hotaru „Sailor Moon“. Und „Exotik“ kann auch durchaus für „Erotik“ stehen – nicht selten sind es „Femmes Fatales“, besonders sexy Charaktere und reifere Frauen, die violette Haare oder Schattierungen haben. (Misato „Evangelion“, Naga „Slayers“)

Rosa Haare
Ein harmloses, oft kindliches Äußeres, inter dem gewaltige Kräfte oder eine dunkle Seite (ein finsteres Geheimnis, eine Vorliebe für Schusswaffen, Tätigkeit als Undercover-Agentin...) verborgen liegen, finden wir häufig bei Charakteren mit rosa Haaren, z.B. Chibi-Usa „Sailor Moon, Nene „Bubblegum Crisis“ oder Momoko „Wedding Peach“. Diese Charaktere zeichnen sich vor allem durch einen starken Willen und ein naives Auftreten aus, sind oft vorlaut oder schnoddrig, und können durchaus gefährliche Gegner sein – allerdings sind sie selten ernsthaft bösartig, sondern stehen in der Regel auf der Seite der „Guten“ oder werden früher oder später zu dieser bekehrt (Caldina „Magic Knight Rayearth“, Falkenauge, Black Lady, An „Sailor Moon“).

Weiße Haare
Im westlichen Comic treten weiße Haare vor allem bei alten und älteren Charakteren auf und stehen gemeinhin für große Lebenserfahrung und Weisheit. Weißes Haar bei jüngeren Charakteren wird auf eine entsetzliche Erfahrung zurückgeführt, bei der diese sprichwörtlich das (Er-)Grauen bekamen. Da in der westlichen Farbtheorie Weiß als das Nichtvorhandensein von Farbe definier wird, dem Charakter also sozusagen etwas „fehlt“, werden Albinos, denen auf diese Art und Wiese etwas „Unnatürliches“ anhaftet, gerne auch als besonders „abartige“ Bösewichter verwendet – oder aber als deren mächtige Gegenspieler: Charaktere wie „Storm“ oder „Lady Death“ mit ihren langen, farblosen Locken sind eindeutig nicht von dieser Welt, Himmelweis“ („Elfquest“) ist derjenige der Wolfsreitern der eine besondere Verbindung zu den Sternen besitzt und schließlich als Einziger des Stammes unsterblich wird.
Auch im Anime werden Charaktere mit weißen, gewöhnlich lang getragenen, Haaren – unabhängig vom Alter – fast immer mit anderen Sphären oder Dimensionen verbunden, es haftet ihnen große – manchmal verborgene – Macht an. Im alten China galt Weiß als die Farbe des Gewaltigen, Übernatürlichen – des Tages, der Sterne und es Mondes. Es ist noch seltener als die anderen Haarfarben und eigentlich nur bei (Halb-)göttern, besonders starken Kriegern oder außergewöhnlichen Persönlichkeiten zu finden: Dark Schneider („Bastard“), Akio („Utena“), Urd („Oh My Goddess“), Königin Serenity („Sailer Moon“). Alte sind hiervon keineswegs ausgeschlossen, Wie dien unbesiegbaren Kampfchampions Cologne oder Happosai („Ranma ½“) oder Muten-Roshi („Dragonball“) beweisen.
Etwas aus der Reihe fallen Dunkelelfen wie Pirotess („Record of Lodoss War“), deren Weißes Haar und dunkle Haut in erster Linie auf ihren Ursprung in westlichen Rollenspielen wie AD&D zurückzuführen sind – Pirotess ist nicht schwach, aber doch nicht ganz in der gleichen Kategorie wie die anderen „Weißhaarigen“ anzusiedeln...

Keine Haare
Haarlosigkeit steht im westlichen Comic im Wesentlichen für starke, unnahbare, aber auch oft skrupellose Charaktere (Lex Luthor in „Supermann“).Glatzenträger werden allerdings auch gerne als Comic-Relief-Charaktere und ulkige Sidekicks verwendet.
In Japan verbindet man den haarlosen Kopf am ehesten mit einem buddhistischen Mönch. Von Parodien wie Cherry („Urusei Yatsura“ ) abgesehen, steht die Glatze hier eher für Weisheit, Disziplin, innere (und oft auch äußere) Stärke (Kuririn-„Dragonball“ Dhalsim-„Streetfighter II V“).



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