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Patriotismus, Nationalstolz und Co. oder "Ey man, wo ist mein Thread!?" Animexx, Gesellschaft, Patriotismus, Rasierseife

Autor:  Hauskater
Jedem User, der ab und mal is Forum schaut sollte in letzter Zeit etwas aufgefallen sein. Threads zum Thema, Nationalstolz, Ausländerproblematik und Co. werden eröffnet und zwei Tage später wieder geschlossen, woraufhin der nächste eröffnet wird. An sich ganz putzig anzusehen, außer man überlegt Mal, dass Mexxler es schaffen den selben Fehler nicht nur einmal, sondern gleich vier Mal zu wiederholen.

Man könnte nun wieder von einem Armutszeugnis mexxlerischer Diskussionskultur sprechen, aber das soll mir heute Mal egal sein. Mir geht es um das Thema an sich.
Schaut man sich diese Threads an, so sieht man schnell, dass es scheinbar nur zwei Lager gibt, die sich jedes Mal wieder gegenüberstehen (und immer sind die gleichen Gesichter in der ersten reihe, das aber nur am Rande.):
Auf der einen Seite haben wir die Patrioten. Sie fordern, nicht ganz zu unrecht, dass man sich für seine Herkunft nicht schämen sollte. Sie sagen, dass nicht sie die Nazis waren, sondern Personen die mittlerweile fast alle Tod sind. Das sie so wie die Amerikaner, Franzosen und die meisten anderen Staaten, auch wieder stolz auf ihr Vaterland sein wollen.
Auf der anderen Seite die Gruppe, die Anti-Patrioten. Sie beschweren sich über dieses Land, die Gesellschaft, wollen damit nicht in Vebrindung gebracht werden und schwingen immer wieder die Keule mit der Aufschrift "Drittes Reich".

Beide Seiten haben gute Argumente für ihre Meinung, das streite ich gar nicht ab. Ja, Deutschland ist sehr lasch was Einwanderungspolitik betrifft und sehr zögerlich was Abschiebung und Co angeht. Und ja, wir haben ein problem mit Neonazis und den zu rechten Parteien. Stimmt Beides, egal wie sehr man versucht es schön zu reden.

Aber muss man sich nun Zwangsläufig für eine Seite entscheiden? Muss man mit oder gegen den Strom schwimmen?
Wie bei jeder rhetorischen Frage folgt natürlich auch hier direkt eine Antwort des Verfassers: Nein!

Beide Seite haben ihre Argumente, ja, aber sie sind beide Gefangene in einem dualen System, das man durchaus einmal hinterfragen sollte. Ich will dabei auf Folgendes hinaus: Wieso sich überhaupt mit Patriotismus und Vaterlandsstolz abgeben? Wieso können wir so etwas unnötiges nicht einfach verwerfen.

Ich höre schon wieder die bösen Kommentare die ich hierfür bekommen werde, aber es ist doch so: Was hat der Patriotismus jeweils positives zustande gebracht?

Sicherlich, damals war es notwendig im Stammesverband ein Zugehörigkeitsgefühl zu haben um zu überleben? Aber nun? Leute, wir sind alles Menschen. Sicherlich, Hautfarbe, Kulturen und Sprachen mögen sich unterscheiden, aber die wichtigsten Dinge haben wir gemeinsam. Und ich habe bisher kein Volk erlebt, dass wirklich besser als ein Anderes war. Sicher, es gibt Nationen, da gefällt mir das Gesamtbild besser als bei Anderen, aber das ist eine persönliche Vorliebe.
Aber wirklich besser war kein Land bisher.

Nun mag man kommen und vom kulturellen Erbe der Deutschen sprechen, von Goethe, Schiller, Einstein, etc. Schön und gut, aber die Engländer zum Beispiel haben Newton und Shakespeare. Und ob man da wieder von besser oder schlechter sprechen kann? Ich bezweifle es, sind wieder nur persönliche Vorlieben.
Davon mal ganz abgesehen: Es ist ziemlich unlogisch stolz auf diese Leute zu sein. Keiner von uns kennt Goethe persönlich. Und keiner von uns hat Faust geschrieben. Das sind alles Leistungen anderer, mit denen wir nichts, absolut nichts zu tun haben. Schiller hatte uns nicht nötig um die Glocke zu schreiben. Einstein bekam den Tip mit der Relattivitätstheorie nicht von einem von uns.
Also warum stolz sein darauf?
Niemand sucht sich das Land in dem er geboren wird aus, wir haben da keine freie Wahl. Damit ist es also dem Zufall überlassen welcher Nationalität wir angehören. Schon von daher ist Patriotismus eher ein witziges Phänomen dass ich nicht nachvollziehen kann.

Es gibt allerdings noch andere Punkte. Schauen wir doch mal was Patriotismus so an schlechten Seiten gebracht hat. Als erstes fallen einem jede menge Kriege ein. Sicherlich ist Patriotismus nicht an allen Schuld, aber er ist gerade zu der zeit sehr wichtig. Egal ob man im recht oder Unrecht ist, als Patriot steht man an vorderster Front und kämpft für sein Land, egal wie dumm der Grund auch sein mag. Lächerlich wie ich finde.
Schauen wir uns doch mal das beste Beispiel für Patriotismus an, auch wenn es mittlerweile lahm wird: die USA. An jedem zweiten Haus eine Flagge, jeder ist stolz Teil einer Elite zu sein. Dumm nur, dass die meisten keine Ahnung vom rest der Welt haben. Muss man ja auch nicht, man lebt im besten Land, die anderen können ja nur schlechter sein. Wozu also sich genau informieren?
Ja, nicht jeder Amerikaner ist so. Aber der Anteil jener Leute ist dort sehr, sehr hoch. Und wenn man dann noch bedenkt, wie diese Leute manipuliert werden. Da nennt man eben etwas schnell einen "Patriot Act", und schon kann man sich sicher sein, dass viele Leute dafür sein werden, egal worum es geht.
Geht's noch? Von Freedom Fries und co. fange ich lieber gar nicht erst an.
Genug auf Amerika rumgehackt.

Schauen wir uns nocheinmal in den kleinen Bruder des nationalen Patriotismus an, Sportpatriotismus. Und auch hier höre ich weder die Kritik hageln. Unbequeme Wahrheiten werden eben nicht gerne gehört.
Ein Phänomen das mich schon seit Jahren fasziniert. Leute sind Fans einer Mannschaft, die natürlich die Beste ist. Egal wie sie spielt, egal was passiert, man steht zu der Mannschaft. Klingt romantisch, ist aber Quatsch. Jemand der 10 Jahre lang Fußballfan ist, ist unter Garantie nicht mehr Fan der gleichen Mannschaft. Klar, Name, Vereinsfarben, und Stadt bleiben gleich. Aber der Kern, die Mannschaft selbst wird eine komplett andere Belegschaft haben. Wessen Fan ist man also? Fan der Farbkombination? Des Stadions? Ja, ne, ist klar. Im Gegensatz zum Geburtsland sucht man sich die Mannschaft zwar aus (auch wenn es meistens die Mannschaft der eigenen Stadt ist), aber hier trifft alles oben Genannte zu. Stolz auf fremde Leistungen sage ich nur.

Aber okay, damit kann man ja problemlos leben. Schlimm an der Sache sind eher die Fans sobald sie n Rudeln auftreten. Gröhlend, Saufend, nervend. Ich hasse es Samstag Abends in die Stadt zu fahren wenn RWE spielt. Überall nur Idioten die singen, betrunken sind, rumpöbeln. Ruhe gibt es nicht, vor allem nicht, wenn man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Vor allem sammeln sich da scheinbar immer alle Asozialen, die Essen so zu bieten hat. Hirnlose Neonazis, Säufer, Langzeitsarbeitlose. Alle auf einem Haufen. Aber Hauptsache sich einreden, man wäre der Beste.
Der RWE war nur exemplarisch genannt, es ist kein Einzelfall. Die Dortmunder Innenstadt sieht nicht Anders aus wenn BVB spielt, Hamburg auch nicht wenn HSV oder St. Pauli spielen.

Auch das wäre ja gerade noch zu ertragen. Wirklich schlimm ist es dann aber, wenn Vorurteile und Gewalt ins Spiel kommen. Viele meinen zwar, die Rivalität unter Fußballfans wäre eher scherzhaft, so wie die zwischen Kölnern und DÜsseldorfern (und schon die wird mir entschieden zu ernst genommen von vielen Leuten), aber das enstpricht nun wirklich nicht der Wirklichkeit. Setzt euch mal mit BVB Trikot in die Schalker Fankurve. Spott und Beleidigungen sind da noch das Harmloseste was man abbekommt. Und wehe Dortmund gewinnt das Spiel. Dann solltest du besser schnell rennen können. Und gut ausweichen...

Nicht alle Fans sind Hooligans, ja, aber viele sind nach einem Spiel ziemlich Gewaltbereit. Erst recht wenn Alkohol im Spiel ist. Und dann ist es noch nicht Mal wichtig, ob du überhaupt Fußballfan bist, oder Fan der gegnerischen Mannschaft. ich wurde schon blöd angemacht, weil ich kein Trikot trug. Und ich bin da kein Einzelfall.
Womit wir wieder beim Krieg wären.

Egal wie ich es drehe und wende, ich sehe keinen wirklichen großen Vorteil im Patriotismus, dafür aber viele Nachteile. Man mag nun mit zig Argumenten versuchen mich zu überzeugen, warum patriotismus doch ganz toll ist, aber mal im ernst: Welches Argument kann die oben genannten Nachteile wirklich aufwiegen?

Ich für meinen Teil mache mich frei von jeglichem Fremdstolz, Patriotismus oder sonst etwas. Wenn wir in dieser Welt wirklich etwas erreichen wollen, dann müssen wir Zusammenarbeiten. Und zwar als Gleischgestellte, als Menschen. Und nicht als Deutscher, Franzose, Türke oder sonst etwas.
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Datum: 30.08.2009 19:08
Patriotismus is an sich eine wichtige Sache meiner Meinung nach. Ich bin zwar kein Patriot, aber Menschen brauchen eine Gruppe, zu der sich sich zugehörig fühlen können. Die meisten zumindest. Patriotismus bedeutet auch nicht, das man sagt, wir sind super und alle anderen sind doof, sondern dass man sagt "ich bin stolz, ich mag mein Land"... man kann trotzdem noch andere Länder mögen.
Das in Deutschland quasi verboten ist zu sagen "Ich bin stolz auf mein Land" ist genauso schlecht wie fanatischer Patriotismus. In gewisser Weise wird man dazu erzogen, sein Land nicht zu mögen - das is auch keine tolle Einstellung o__o

Aber egal, es ist wie es ist XD

Achja:
Sie sagen, dass nicht sie die Nazis waren, sondern Personen die mittlerweile fast alle Tod sind.
Was, die sind ALLE Tod? Ich dachte, es gäbe nur einen "Tod"? ;)
PENIS GOOD TIME NOW! XD
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Datum: 31.08.2009 00:49
ich weis man sollte diese thema nicht auf die leichte schulter nehmen aber ich möchte das ganze hier gerne mit einem Zitat kommentien das unserer Star Wars Fans vielleicht bekannt ist:

"Nur ein Sith* kennt nichts als Extreme."


*für alle nicht starwarsler: Sith sind die bösen die immer alles kaputt machen ;)
--"ego sunt qui intus habitat!" --
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Datum: 31.08.2009 04:27
Mh.
Mit einigen Kritikpunkten hast du sicher Recht und das Prinzip "Eine Welt" ist nicht umsonst zum Ziel der Entwicklungshilfe geworden - aber ich finde deine Argumentation stellenweise ausnutzbar.

Kein "Fremdstolz" - das heißt dann vermutlich auch kein "Fremdschämen". (Oder sind wir hier inkonsequent?)
Gilt das aber auch für die gegenwärtige Situation? Man kann es einfach zu leicht darauf übertragen.

In dem Fall wäre das nämlich schlicht und einfach eine Flucht vor der Verantwortung.
Es ist ein schöner Gedanke, dass wir ja alle Menschen sind und nur als solche etwas bewegen können - schön, aber realitätsfern.
Es gibt noch Staaten, es gibt noch verschiedene Regierungen und es gibt noch verschiedene Nationalitäten.

Wir sind auch Deutsche und (grob formuliert) mitverantwortlich für die Scheiße, die unsere Regierung baut. Im Gegenzug ist es zu einem kleinen Teil unser Verdienst, wenn sie etwas Gutes zustande bringt.
Wir haben sie ja gewählt(, die Nichtwähler haben das zugelassen und sind somit nicht minder verantwortlich) - und ich gehe mal optimistisch davon aus, dass wir das Glück haben, nicht bei jeder Wahl einem Betrug zum Opfer zu fallen.

Absolute Nichtidentifikation lädt ja geradezu dazu ein, sich bequem zurückzulehnen und jegliche Verantwortung von sich zu schieben. Zumindest, solange Staaten als solche existieren.

Mir fallen noch ein paar andere Sachen ein, aber ich bin zu müde, um sie alle aufzuschreiben ...

Nur eins noch - zum Fußball. (war ja klar)
Fast wollte ich mich wundern, dass du den Fußball auf die Hooligans und den pöbelnden Mob reduzierst, andererseits ist das anscheinend eine der menschlichen Eigenarten. Wenn von 40.000 Fans 200 Stunk machen (keine Garantie auf korrekte Verhältnisse), sind es selbstverständlich "die gewaltbereiten Fußballfans".

Und das gerade erst drei Jahre nach der WM, bei der alle so begeistert von der "Kameradschaft", der gegenseitigen Freundlichkeit und dem Respekt waren...
Gerade bei Länderspielen stehen die verschiedenen Nationen doch eher gemeinsam den Gewaltbereiten gegenüber, als dass jede Nation ihre anfeuert (Gott bewahre! O_o).

Meiner Meinung nach verbindet Fußball mehr, als er trennt (zumindest auf Länderebene.. und ich wage zu behaupten, auch auf Bundesligaebene ist es größtenteils so) - denn im Endeffekt haben doch alle dieselbe "Leidenschaft": ob nun Türken, Deutsche, Brasilianer, Kameruner oder Russen.
Und da haben wir sie wieder, die "Eine Welt". ;)
Ceci n'est pas une signature.
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Datum: 31.08.2009 08:05
@Seeanemone

> Kein "Fremdstolz" - das heißt dann vermutlich auch kein "Fremdschämen". (Oder sind wir hier inkonsequent?)

Heißt es auch. Ich bin ich und nciht mein nachbar Heinz. Aber kein Fremdschämen heißt nicht, kein Verantwortungsbewusstsein zu haben.

> In dem Fall wäre das nämlich schlicht und einfach eine Flucht vor der Verantwortung.

Wieso? Kein Fremdshcämen gleich keine Verantwortung übernehmen halte ich für seeeehr weit hergeholt. Man kann auch aus anderen Gründen verantwortung übernehmen: Vernunft, Idealismus, Involvierung, etc...

> Es ist ein schöner Gedanke, dass wir ja alle Menschen sind und nur als solche etwas bewegen können - schön, aber realitätsfern.

Dennoch eine Veränderung die irgendwann eintreten muss.

> Wir sind auch Deutsche und (grob formuliert) mitverantwortlich für die Scheiße, die unsere Regierung baut. Im Gegenzug ist es zu einem kleinen Teil unser Verdienst, wenn sie etwas Gutes zustande bringt.

Ist es das? Weil ich irgendwo ein Kreuz gesetzt habe? Sorry, aber das ist wieder die "patriotische Denkweise" der ich nicht zustimmen kann.

> Wir haben sie ja gewählt(, die Nichtwähler haben das zugelassen und sind somit nicht minder verantwortlich)

Wenn ich SPD wähle und die CDU Mist baut oder etwas Gutes zustande bringt, bin ich also mit verantwortlich? Ich denke nicht.

> Absolute Nichtidentifikation lädt ja geradezu dazu ein, sich bequem zurückzulehnen und jegliche Verantwortung von sich zu schieben. Zumindest, solange Staaten als solche existieren.

Das ist deine Interpretation davon, aber nciht die einzig gültige. Gerade jemand der sich nciht identifiziert ist doch in einer objektiven Position und kann so bessere Kritik üben.

> Fast wollte ich mich wundern, dass du den Fußball auf die Hooligans und den pöbelnden Mob reduzierst, andererseits ist das anscheinend eine der menschlichen Eigenarten. Wenn von 40.000 Fans 200 Stunk machen (keine Garantie auf korrekte Verhältnisse), sind es selbstverständlich "die gewaltbereiten Fußballfans".

Wenn das mal 200 wären. Ich rede hier aber nciht nur von Hooligans. Die habe ich als Teil in die Argumentation mit eingeschlossen, zuerst Mal ging es mir aber um die Durchschnittsfans. Und die wandern nach dem Spiel nun Mal gröhlend durch die Stadt. Und beleidigen oftmals andere Fans. Normales Rudelverhalten: Ein Alphatier fängt an und der Rest der Gruppe zieht nach, egal wie vernünftig sie sonst sein mögen.
Wie gesagt, geh nach einem Fußballspiel mal zum Hautbahnhof der Stadt und schau dir an was da abgeht...

> Und das gerade erst drei Jahre nach der WM, bei der alle so begeistert von der "Kameradschaft", der gegenseitigen Freundlichkeit und dem Respekt waren...

Ich war es nicht. Ich fand das Ganze ziemlich lächerlich, wie alle mit einem Mal Fans waren und ein halbes Jahr später dann nicht mehr...

> Gerade bei Länderspielen stehen die verschiedenen Nationen doch eher gemeinsam den Gewaltbereiten gegenüber, als dass jede Nation ihre anfeuert (Gott bewahre! O_o).

Mag so sein, dagegen sage ich auch nix. Aber das ist nur ein kleiner Teil.

Weiterhin ignorierst du die Argumentation zur Vernunft des Fan sein einer bestimmten Mannschaft. Du versteifst dich hier nur auf einen kleinen Teil der Argumentation den du hier als zentral hinstellst, was er eben nicht ist.

> Meiner Meinung nach verbindet Fußball mehr, als er trennt (zumindest auf Länderebene..

Wie oft geht der gemeien Deutsche zum Länderspiel? Und wie oft ins Stadtion seiner Leiblingsmannschaft?

> und ich wage zu behaupten, auch auf Bundesligaebene ist es größtenteils so) - denn im Endeffekt haben doch alle dieselbe "Leidenschaft": ob nun Türken, Deutsche, Brasilianer, Kameruner oder Russen.

Sag das mal RWE Fans anch dem Spiel. Die ahben sich letztens noch mit 50 Leuten im Bus unterhalten über Ausweisen der Ausländer, darüber das man die Reps dringend ins Rathaus bringen muss, etc...

> Und da haben wir sie wieder, die "Eine Welt". ;)

Du vergisst aber Eines: Klar, für den einen Moment legen sie ihre Vorurteile gegenüber anderer Herkunft ab, dafür kommen dann die nNeuen dazu, die sich gegen alle Schalker, gegen alle HSVler, etc. richten...
Im Ganzen als eine Veränderung von +/- 0.

@felitastic

> Patriotismus is an sich eine wichtige Sache meiner Meinung nach. Ich bin zwar kein Patriot, aber Menschen brauchen eine Gruppe, zu der sich sich zugehörig fühlen können. Die meisten zumindest.

Wie wäre es mit der Gruppe Mensch?

Ich kenne genug Leute die ohne Patriotismus super auskommen...^^

> Patriotismus bedeutet auch nicht, das man sagt, wir sind super und alle anderen sind doof, sondern dass man sagt "ich bin stolz, ich mag mein Land"...

Theoretisch nciht, in der Praxis siehtes aber meist so aus. Siehe hier.

Den wichtigsten Teil poste ich aber direkt nochmal mit:

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Von Kritikern wird eine patriotische Einstellung oft mit Nationalismus gleichgesetzt, oder als Tarnung für nationalistische Ansichten betrachtet, da auch Nationalisten für sich den Anspruch erheben, Patrioten zu sein.

Sozialpsychologische Studien legen nahe, dass die Unterscheidung zwischen gutem Patriotismus und kritikwürdigem Nationalismus oder Chauvinismus keine Grundlage in der Realität hat. Eine Studie Adam Rutlands unter Kindern zeigt, dass die Zustimmung zur eigenen Nation eng mit einer Abwertung anderer Nationen korreliert.[5] Auch der deutsche Soziologe Wilhelm Heitmeyer kommt in seiner Langzeituntersuchung Deutsche Zustände zu dem Ergebnis, dass eine positive Einstellung zur Demokratie und ihren Werten einen besseren Schutz vor fremdenfeindlichem und rassistischem Gedankengut darstelle, das durch eine patriotische Grundeinstellung sogar eher gefördert werde. Der Jenaer Psychologe Christopher Cohrs schließlich kommt zu dem Ergebnis:

„Menschen mit patriotischen Einstellungen lehnen Nationalismus nicht ab. Vielmehr geht beides oft Hand in Hand.[6]“

Nach Ansicht von manchen Kritikern des Patriotismus bestehe die Gefahr, dass Patriotismus als Vorwand verwendet wird, um die eigene Meinung als höherwertig darzustellen und andere Vorstellungen als zerstörerisch für das Vaterland zu diffamieren. Oft wird dem gegnerischen politischen Spektrum vorgeworfen, zumal in Konfliktzeiten, kritische Stimmen durch deren Deklarierung als „unpatriotisch“ vom öffentlichen Diskurs auszuschließen.
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> Das in Deutschland quasi verboten ist zu sagen "Ich bin stolz auf mein Land" ist genauso schlecht wie fanatischer Patriotismus. In gewisser Weise wird man dazu erzogen, sein Land nicht zu mögen - das is auch keine tolle Einstellung o__o

Du machst hier aber den Fehler auf den ich pben hinweise, die duale Denkweise. Ich sage ja, man soll den Gedanken an Patriotismus und Anti-Patriotismus ganz ablegen. Sich ganz aus dieser Denkweise entfernen.

> Was, die sind ALLE Tod? Ich dachte, es gäbe nur einen "Tod"? ;)

*shrug* Tippfehler kommen vor, gerade bei einem so langen Text.^^
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"What if it was dinnertime?" asked Coraline. "Wouldn't you want to be called then?" - "Of course," said the cat. "but a simple cry of "Dinner!" would do nicely. See? No need for names."
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Datum: 31.08.2009 13:10
ich denke jeder Mensch braucht ein Zugehörigkeitsgefühl zu irgendeiner Gruppe... ich glaube dass sich gerade jene dem "Nationalismus" verschreiben, die keine solche Gruppe haben.


Und dass Menschen Patriotismus mit Nationalismus gleich setzen ist eher ein Problem derer, die den Unterschied nicht kennen.... Äpfel bleiben Äpfel, und Birnen bleiben Birnen, auch wenn die die Birne Apfel nenne. Das ist genauso wie mit den Begriffen "Individualismus" oder "Alternativität".


Ich gehe zwar auch davon aus, da so gern immer wieder Dinge für sich selbst umgedeutet werden, weil Sprache nunmal nicht eindeutig vermittelt, dass es das immer geben wird, dass aus Patriotismus Nationalismus wird. (Bzw. weil es nunmal etwas stärkerer Mühen bedarf, die Welt nicht in schwarz-weiß einzuteilen....)

Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass es von Vorteil sein kann, wenn sich die Gesellschaft mehr als "Einheit", als "Gemeinschaft" versteht.
Wenn es schon "im Kleinen" (im Land, in der Stadt etc) zu unbegründeten Feindseligkeiten gegenüber fremden kommt, dann wird es im Großen (in Europa, auf der Welt) auch nicht anders sein.
Ich denke das Fundament wird im "ganz kleinen" gelegt, also in den Beziehungen zu Freunden und Verwandten, und weitet sich dann aufs größere aus.

Wenn aber schon in den kleinen Gruppe gezeigt wird "wir sind besser als die dahinten", dann kommen solche Wertungen schneller zustande.


Läuft doch vieles auf eine Ellenbogengesellschaft hinaus: jeder braut sein eigenes Bier, will garnicht wissen was andere Machen, aber wenn irgendwas falsch läuft wird die Schuld "den anderen" zugeschoben, nur um sich selbst aus der Gesellschaft auszunehmen und sich (und seine gruppe) zu idealisieren .



Ich mein: klar, ist alles ein Menschliches Verhalten, aber wenn tatsächlich alle Menschen irgendwie als Gemeinschaft funktionieren wollen (was eigentlich schon fast eine Utopie ist, dafür ist der Mensch (noch?) nicht gemacht), dann könnte da schon etwas wie "patriotismus" sein, das zusammen schweißt, wenn da sonst nichts ist.





schwieriges Thema.... ich denke sowieso, dass nie alle zufrieden sein werden, so wie nie alle menschen sich als Gemeinschaft verstehen werden. Gemeinschaften funktionieren nur in kleinen Gruppen, und das sind meist die, die man sich selbst ausgesucht hat.
ist alt....meine Sig...vielleicht fällt mir ma watt neues ein
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Datum: 31.08.2009 21:21
>Wie wäre es mit der Gruppe Mensch?

>Ich kenne genug Leute die ohne Patriotismus super auskommen...^^

Ganz ehrlich: Die paar Leute, die man kennt, zählen nicht. Es ist nicht die breite Masse...
Die meisten Rechten sind Mitläufer und das aus dem Grund, dass sie eine Gruppe brauchen, zu der sie gehören können. Und dorthin werden sie unter anderem von der Negativierung getrieben - woanders haben sie ja nichts, auf dass sie stolz sein können.

Ich steh auch nicht auf Patriotismus, aber es sollte einfach jedem die Möglichkeit gegeben sein, das selbst zu entscheiden und das ist hier nicht der Fall.
Eigentlich ist das schon ein gewisser Gegensatz zur Verfassung, von wegen Recht auf Meinungsfreiheit. Aber man muss ja mittlerweile nicht nur aufpassen, dass seine Aussagen einen nicht zum Nazi machen, sondern auch, dass man nicht als potentieller Terrorist da steht.

Grrr. Reden wir lieber gar nicht darüber.
PENIS GOOD TIME NOW! XD


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