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Casket Conversation

von

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One-Shot

Mir blutete dreimal täglich das Herz bei dem Gedanken daran, dass über Shanks' Mannschaft nicht mehr Details bekannt sind. Doofer Oda. Der soll sich mal ranhalten! :D

Außerdem hab ich das Gefühl, Mihawk ist zu nett geworden. Hmpf...
 

~
 

Mihawk Dulacre stand so stocksteif da, als wäre er zur Salzsäule geworden und starrte.

Starrte. Blinzelte.

Und starrte immer noch.
 

„Was zum-“, setzte er an, „Was in Dreiteufelsnamen soll das werden?“
 

Shanks machte eine fuchtelnde Handbewegung und presste seinen Zeigefinger gegen die Lippen.

„Shhht“, zischte er für seine Verhältnisse ungewöhnlich leise, „Verdammt, halt bloß die Klappe!“
 

Mihawk runzelte die Stirn. Der Befehl erschien im etwas dreist in Anbetracht der Position, in der Shanks sich im Augenblick befand. Einer der legendärsten Piraten, der die Ozeane befuhr, einer der Vier Kaiser, ein Mann, für dessen Gefangennahme die Marine gut einen Teil ihrer Seele verkauft hätte – und jetzt gerade lag er rücklings in Mihawks Schiff und rührte sich nicht.
 

Was er damit bezweckte, war nicht wirklich klar.
 

Gut, vermutlich war er nicht mehr ganz nüchtern. Streicht das, dachte Mihawk trocken, wahrscheinlich war der Kerl hackedicht.

Und um ganz ehrlich zu sein, diesmal konnte man ihm nicht einmal einen Vorwurf machen. Wenn man es ganz genau nahm, hätte man sogar sagen können, Mihawk hätte aktiv dazu beigetragen, denn schließlich hatte er die Steckbriefe gebracht.
 

Nicht, dass diese bescheuerte Mannschaft eine gute Nachricht gebraucht hätte, um sich volllaufen zu lassen, aber er hatte ihnen wenigstens den perfekten Vorwand geliefert.

Gegen das Besäufnis hatte er auch gar nichts einzuwenden.

Er hatte sich darüber ausgetauscht, was auf der Grandline im Moment sonst noch so Neues vor sich ging, er hatte mitgetrunken, er hatte sich einigermaßen amüsiert und wenn es Shanks’ Mannschaft unbedingt für nötig hielt, derart über die Stränge zu schlagen... nun, das war er gewohnt.
 

Er hätte nicht gerade behauptet, dass er besonders stolz auf dieses Wissen gewesen wäre, aber es war nun einmal so, wie es war. Manche Dinge konnte man sich bekanntlich nicht aussuchen.
 

Er verstand den Übermut. Er verstand auch den Alkohol.

Was er allerdings nicht verstand, war, was das alles mit seinem Sarg zu tun hatte. Das war in höchstem Maße unerfreulich. Seine gesammelten Besitztümer konnte er im Zweifelsfalle an einer Hand abzählen, auch ohne dass sich Shanks eines davon unter den Nagel riss.
 

Was zur Hölle hatte der Kerl da drin zu suchen?

Er leitete die Frage weiter: „Was zur Hölle hast du da drin zu suchen?“
 

„Herrgott noch mal“, fauchte Shanks, ohne auf ihn einzugehen, „Hast du nicht gehört? Du sollst die Klappe halten!“
 

Seine Stimme klang recht zurechnungsfähig, aber das hatte nicht viel zu sagen – noch so ein Erfahrungswert, auf den Mihawk eigentlich gut und gerne hätte verzichten können.

Schön langsam wurde er sauer.

„Raus da.“
 

Shanks sah vollkommen unbeeindruckt aus.

„Nein.“
 

Das war doch...!

„Shanks, ich meine es ernst. Raus. Da.“
 

„Tut mir leid, ehrlich, aber... tja. Geht nicht.“
 

„Was soll das heißen, geht nicht?!“
 

Sekundenlang zog er sämtliche Möglichkeiten in Betracht. Schwindel, Hexenschuss, Übelkeit- ihm kam ein furchtbarer Gedanke. Der hatte doch wohl nicht...

„Shanks...“
 

Breites, viel zu amüsiertes Grinsen.

„Nah, keine Panik. Bin mir ziemlich sicher, dass ich schon seit ’ner ganzen Weile nicht mehr gekotzt habe.“
 

Mihawk wusste nicht, ob er diese Information beruhigend finden sollte.

„Schön“, sagte er kurz angebunden, „Freut mich zu hören. Jetzt verzieh dich aus meinem Eigentum.“
 

Shanks schloss die Augen und seufzte so abgrundtief, als wäre er das bemitleidenswerte Wesen, das sich mit betrunkenen Individuen herumschlagen musste.

„Würde ich ja gerne, wirklich. Is’ nicht besonders bequem hier, das kann ich dir sagen.“
 

Er rutschte demonstrativ ein paar Zentimeter hin und her.

„Mann, wie hältst du das bloß aus?“
 

„Tja“, sagte Mihawk eisig, „Im Normalfall ist das gut zu ertragen, so alleine. Ohne Volltrunkene, die sich an Orten breitmachen, an denen sich absolut nichts verloren haben.“
 

„Mh-hmmm“, machte Shanks und verzog nachdenklich das Gesicht, „Doch, kann ich verstehen. Macht ziemlich viel Sinn.“
 

Mihawk war sich nicht sicher, ob der Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden oder bloß geflissentlich überhört worden war. Zugetraut hätte er Shanks ohne weiteres beides. Er spürte den Ärger in sich aufsteigen. Für alles gab es Grenzen und wenn dieser rothaarige Vollidiot dachte, er könnte sich über ihn lustig machen, dann war eine davon eindeutig überschritten worden.
 

„Letzte Warnung“, sagte er ruhig, „Hau ab oder ich muss nachhelfen. Und wir wissen beide, dass das nicht allzu hübsch werden würde.“
 

Shanks öffnete widerstrebend die Augen.

„Komm schon“, sagte er und diesmal lag ein fast flehender Unterton in seiner Stimme, „Das kannst du doch nicht machen. Lass mich hier drin bleiben, nur für n’paar Stunden. Bitte!“
 

„Nein.“
 

„Aber-“
 

„Nein.“
 

„Mihawk, ernsthaft, ich kann hier nicht raus!“
 

„Das ist wirklich nicht mein Problem.“
 

„Du-“
 

In der nächsten Sekunde raschelte es im Gebüsch, dann stolperte ein Pirat aus dem Grünzeug hervor und fiel fast kopfüber in den Sand. Der plötzliche Umgebungswechsel schien ihn verwirrt zu haben. Auch über die zehn Meter Entfernung hinweg konnte Mihawk den Rum riechen, der dem Mann förmlich aus allen Poren zu dampfen schien.
 

Er kannte ihn nicht, aber das hatte nicht viel zu sagen, denn er merkte sich prinzipiell nur Namen, die wichtig waren. Von Leuten, die wichtig waren. Und Shanks’ sturzbesoffene Bande auseinanderhalten zu können war ohnehin etwas, auf das er keinen allzu großen Wert legte. Dass er wusste, wie der Hauptverantwortliche für dieses ganze Theater hieß, war eigentlich schon zu viel.
 

„OI!“, brüllte der Mann, „Hey, sorry, aber... wer iss’n da?“
 

„Ich“, sagte Mihawk frostig.
 

„Wer ich?“, der Mann taumelte, die Augen zusammengekniffen, tapfer näher, „Wer soll’n das sein, ich... kenn’ keinen ich- oha. Oha, na so was aber auch.“

Er schien erkannt zu haben, mit wem er es zu tun hatte und salutierte grinsend. Dabei schwankte er gefährlich.

„N’Abend, Misser Falkenauge, Sir. Wie läuf’ssn so?“
 

„Bestens.“
 

„Hörman doch gerne. Freut mich, freut mich ehrlich“, er machte Anstalten, Mihawk auf die Schulter zu klopfen, ließ es aber bleiben, als er dessen Gesicht sah, „Aber sagensssie mal... Sie ham nich’ ssufällig unsern Captain hier irgn’wo rumlaufen sehen, heh? Wir sin’ alle auffer Sssuche...“
 

Die Antwort kam, noch bevor er ausgiebig darüber nachgedacht hatte und rückblickend musste er zugeben, dass es wahrscheinlich keine seiner besseren Entscheidungen gewesen war.

„Nein.“
 

„Sinsssie sicher?“
 

„Ganz sicher.“
 

„Nnnna dann“, der Mann deutete eine Verbeugung an und für den Bruchteil einer Sekunde war Mihawk sich schon sicher, dass er ihm vor die Füße kippen würde – aber er hatte es mit einem Profi zu tun, „Wie- wied- ... so jessaber: Wiederssehnn.“
 

Mit diesen Worten torkelte er von dannen.
 

Mihawk sah hinunter auf Shanks, dessen Lippen lautlos das Wort „Danke.“ formten

„Tse“, sagte er, sobald der andere Pirat außer Hörweite war, „Reizend, wirklich.“
 

„Danke“, wiederholte Shanks trocken und um einiges selbstgefälliger, „Bin auch wahnsinnig stolz auf sie.“
 

Mihawk schnaubte. Beinahe hätte er gelächelt, aber das war unter diesen Umständen mehr als inakzeptabel.

„Also“, sagte er „Raus mit der Sprache. Warum suchen sie nach dir?“
 

Shanks grinste breit.

„Weil sie mich nicht finden können, ist doch wohl klar.“
 

Im nächsten Moment kam jemand angerannt, der Mihawk selbst in der Dunkelheit vage bekannt vorkam. Die Gestalt näherte sich und er stellte fest, dass er Recht gehabt hatte.

Es war Yasopp, einer von Shanks kompetenteren Leuten.
 

„Wer-“, rief er schon aus der Entfernung, „Mihawk? Bist du das?“
 

„Ja“, sagte Mihawk beinahe resigniert.
 

„Was machst du hier?“
 

„Nichts.“
 

„Ah ja“, Yasopp kam keuchend vor ihm zum Stehen, „Ich bin auf der Suche nach dem Captain. Du hast ihn nicht zufällig gesehen, oder?“
 

Was für einen Sinn hätte es gehabt, Shanks jetzt zu verpfeifen? Mihawk war eingestiegen, nun musste er wohl oder übel auch mitspielen. Verdammt, das war doch das reinste Kindergartentheater.

„Nein“, sagte er unwillig.
 

„Okay“, Yasopp kratzte sich am Hinterkopf, „Nur für den Fall, dass du ihn zu Gesicht kriegst... ähm, also, wo auch immer er steckt, er soll unter allen Umständen dort bleiben, klar?“
 

Mihawk schloss sekundenlang die Augen. „Glasklar.“
 

„Gut, dann... bis später.“ Es klang wie eine Drohung.

Yasopp drehte sich um, sprintete denselben Weg zurück, den er gekommen war und Mihawk widerstand dem Drang, sich die Nasenwurzel zu reiben.

Seufzend ließ er sich auf den Rand seines Schiffes sinken und warf Shanks einen Blick zu.
 

Der schien derweil zu Tränen gerührt zu sein.

„Mann“, sagte er mit feuchten Augen, „Da merkt man, wem von seiner Mannschaft man wirklich trauen kann. Yasopp wird befördert.“
 

„Ah ja“, machte Mihawk trocken, „Zu was denn?“
 

„Äh... hm. Gute Frage, wirklich. Muss ich mir noch überlegen. Übrigens...“
 

„Was?“
 

„Sag mal, findest du eigentlich- ...uh, scheiße. Merk dir, was ich sagen wollte.“
 

„Was?“, fragte Mihawk überrascht, „Warum-“
 

Weiter kam er nicht, denn Shanks setzte sich ruckartig auf, beugte sich über den Schiffsrand – sein Glück, dass es nicht die Seite war, auf der Mihawk gerade saß – und übergab sich in den Sand. Mihawk verdrehte die Augen. Na ganz toll.

„Mahlzeit“, sagte er laut.
 

Shanks würgte und hielt seinen nach oben gereckten Daumen über seine rechte Schulter.

„Urgh“, sagte er schließlich und wischte sich über den Mund, „Okay, das kam echt unerwartet.“
 

Mihawk verbiss sich die Bemerkung, die ihm eigentlich auf der Zunge lag. Vermutlich konnte er sich auch noch dafür bedanken, dass Shanks rechtzeitig reagiert und ihm nicht ins Schiff gekotzt hatte.

„Ja“, sagte er stattdessen bissig, „Kann ich mir vorstellen. Was wolltest du vorhin sagen?“
 

„Dass ich... uhm, na ja, eben dass du... ach, verdammt. Vergessen.“
 

Das hingegen überraschte Mihawk kein bisschen.

„Shanks“, sagte er langsam, „Wenn ich dich schon in meinem Eigentum bleiben lasse, obwohl du deine Körperfunktionen ganz offensichtlich nicht mehr unter Kontrolle hast... warum suchen sie dich?“
 

„Tjaah“, Shanks ließ sich schwungvoll zurückfallen und schob sich den Arm unter den Kopf, „Hab ’ne Wette verloren.“
 

Das überraschte Mihawk noch weniger. Um ehrlich zu sein, das hätte er auch erraten können. Diese Idioten wetteten dauernd, meistens um die verrücktesten, unappetitlichsten Einsätze und der Verlierer weigerte sich fast jedes Mal, seine Wettschulden einzulösen, bis man ihn gewaltsam dazu „überredete“. Warum hätte ausgerechnet der Captain eine Ausnahme sein sollen? Von irgendjemandem musste die Mannschaft dieses Verhalten ja haben.
 

„Was war der Einsatz?“
 

Shanks lachte leise. „Hast du das Fass gesehen, das dort irgendwo beim Feuer rumsteht?“
 

Mihawk runzelte die Stirn. „Ja...“, sagte er langsam, „Wieso?“
 

„Da haben sie den ganzen Abend über Sachen reingeschüttet“, sagte Shanks, „Alkohol, das ganze alte Fett, das in der Kombüse übriggeblieben ist, irgendwer hat auch Palmzweige reingeworfen und ein paar Leute ihre Schuhe.“
 

Mihawk konnte sich dunkel daran erinnern, dass er vor nicht allzu langer Zeit auch jemanden hatte hineinpinkeln sehen, aber das behielt er für sich.

„Jetzt sag mir nicht, du musst-“
 

„Doch“, sagte Shanks gut gelaunt, „Hab gewettet, kläglich verloren und jetzt muss ich das Zeug trinken. He, he... natürlich immer mal vorausgesetzt, die finden mich rechtzeitig, bevor sie allesamt so besoffen sind, dass sie’s vergessen haben.“
 

Einen Augenblick lang war Mihawk tatsächlich sprachlos. Allein für diese unglaubliche Dummheit hätte er Shanks eigentlich auf der Stelle verraten sollen. Und so was wollte einer der meistgesuchten Piraten der ganzen Welt sein? Das war doch einfach nur lächerlich!
 

„Faszinierend“, murmelte er schwach.
 

„Kannst du laut sagen.“
 

Eine Weile herrschte Schweigen. Mihawk hing seinen eigenen Gedanken nach und irgendwann gähnte Shanks herzhaft.
 

„Hör mal“, sagte er, „Nur damit keine Missverständnisse aufkommen, ich weiß das zu schätzen.“ Er machte eine ausholende Bewegung mit dem Kopf. „Das hier, meine ich. Danke. Ganz ehrlich.“

Mihawk gab ein knurriges Geräusch von sich.
 

Sie schwiegen wieder.
 

„Und?“, sagte Mihawk plötzlich unvermittelt, „Wie sieht’s aus? Bist du zufrieden? Immerhin hattest du Recht.“
 

Dass Shanks auf der Stelle kapierte, worauf er hinauswollte, hatte eine ganze Menge zu sagen – unter anderem bestätigte es auch einige Dinge, über die Mihawk nicht allzu intensiv nachdenken wollte.
 

„Das...“ sagte Shanks langsam, „Ja. Klar. Was denkst du denn? Das Kopfgeld kann sich doch sehen lassen.“
 

Mihawk zuckte mit den Schultern. „Weißt du“, sagte er, „Um ehrlich zu sein, anfangs war ich etwas skeptisch.“
 

Das stimmte. Er hatte den Enthusiasmus, den Shanks diesem Jungen und seinen Fähigkeiten entgegengebrachte, nicht verstanden. Oder viel mehr - er hatte ernsthaft daran gezweifelt, dass die ganze Aufregung gerechtfertigt war.

Sicher, der Rote war nicht dumm. Und er wusste, was er tat, grundsätzlich zumindest. Jeder, der etwas anderes behauptete, hatte ihn noch nie in Aktion erlebt.
 

Allerdings hatte Mihawk eine Zeit lang wirklich gedacht, dass Shanks subjektiv urteilte, einfach deshalb, weil er mehr an dem Bengel gehangen hatte, als gut für ihn gewesen war. Immer noch an ihm hing, um genau zu sein, obwohl inzwischen mehr als zehn Jahre vergangen waren.
 

Shanks schien in sich hineinzulachen.

„Ja“, sagte er, „Du wirst es kaum für möglich halten, aber das ist mir aufgefallen.“
 

Kurz starrte er prüfend hinauf in den sternenübersäten Nachthimmel und als er wieder sprach, sah er Mihawk absichtlich nicht an.

„Und?“, fragte er, „Jetzt?“
 

„Jetzt...“, Mihawk überlegte. „Großteils überzeugt“, räumte er dann ein, „Zumindest... Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Der Bengel hat sich auf jeden Fall gemacht.“
 

Einerseits kam er sich irgendwie dumm dabei vor, die größte Hoffnung der neuen Generation mit einem Mann zu diskutieren, der sich gerade in einem Sarg versteckte, weil er eine vollkommen bescheuerte Wette nicht einlösen wollte, aber andererseits... es schien ihm seltsam passend zu sein.
 

„Hmm.“

Shanks streckte sich und erinnerte ihn dabei sekundenlang an eine Katze. Eine faule, verfressene, ziemlich überflüssige Katze. Dann bemerkte er, dass Mihawk ihn ansah.

„Noch was?“
 

„Du...“ Mihawk wog seine nächsten Worte sorgfältig ab. Sie waren wichtig und er wollte nicht, dass sie missverstanden wurden. „Du wirst aufpassen müssen.“
 

Shanks runzelte die Stirn, so als wäre er sich nicht ganz sicher, worauf sein Gegenüber abzielte.

„Ich passe immer auf“, sagte er, „Und das weißt du auch.“
 

„Das habe ich nicht gemeint“, sagte Mihawk, „Es ist nur- so lange wird es nicht mehr dauern und du wirst aufpassen müssen... er hat dich bereits den Arm gekostet.“
 

Auf Shanks’ Gesicht zeichnete sich Verstehen ab.

„Das war es wert“, sagt er beinahe schon ungehalten, „Gott, ich schwöre dir, wenn irgendwas, das ich jemals in meinem Leben getan habe, etwas wert war, dann das.“
 

Jetzt hob Mihawk doch tatsächlich die Hand und rieb sich die Nasenwurzel. Diese Diskussion hatten sie bereits geführt – zwar nicht besonders oft, aber oft genug. Und darauf wollte er ja nicht einmal hinaus.

„Ich weiß“, sagte er, „Das bestreite ich auch gar nicht. Nur... du musst darüber nachdenken, wie viel du wirklich bereit bist zu bezahlen. Im Zweifelsfall, meine ich.“
 

Einen Moment lang kam es ihm so vor, als würde Shanks ihn fast wehmütig ansehen, dann brach er in schallendes Gelächter aus. Es war eine Antwort.

Um ehrlich zu sein, es war genau die Antwort, die Mihawk befürchtet hatte.
 

„Meine Fresse“, sagte Shanks heiter, „Und darüber zerbrichst du dir den Kopf? Junge, Junge... du brauchst dringend ’ne Frau, das ist dir doch wohl hoffentlich klar?“
 

Mihawk ging nicht darauf ein.

„Also alles?“, fragte er.
 

Der Wandel war verblüffend. Innerhalb von Sekundenbruchteilen wurde Shanks wieder ernst.

„Alles“, bestätigte er ruhig, „Alles und noch viel mehr, wenn’s sein muss. Mal ehrlich, hast du irgendwas anderes erwartet?“
 

Mihawk verzog die Lippen zu einem schmalen Lächeln. Nein, hatte er nicht.

Hatte er ganz und gar nicht. „Ich verstehe“, murmelte er.
 

Und das tat er wirklich.
 

„Na denn“, Shanks gähnte wieder, „Was meinst du, kommen die irgendwann demnächst mal auf die Idee, hier drin nachzusehen? Wenn nicht, würde ich nämlich gerne n’Nickerchen machen.“
 

Mihawk erhob sich.

„Tu, was du nicht lassen kannst.“
 

„Wo willst du hin? Mich verpetzen?“
 

„Hmm...“, er tat so, als würde er ernsthaft darüber nachdenken, „Nein, eher nicht.“
 

„Heh“, Shanks zwinkerte ihm zu, „Guter Mann. Du wirst auch befördert.“
 

„Schlaf dich aus. Und dann verzieh dich aus meinem Schiff.“
 

Er ging davon, durch den Sand und warf keinen Blick mehr zurück. Shanks hatte Recht.

Es hatte keinen Sinn, sich jetzt über Dinge den Kopf zu zerbrechen, die vielleicht oder vielleicht auch nicht geschehen würden. Sie konnten ohnehin nicht viel dagegen tun.
 

Was kommen würde, würde kommen und bis dahin... tja.

Wenigstens wusste er, auf welcher Seite er stand.
 

End.
 

~
 

Irgendwann, irgendwann, wenn ich mal wirklich Zeit dazu habe, mache ich 'ne fette AU-Story über Shanks, der Klein-Ruffy doch mitgenommen hat. Irgendwann... *träum*



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Kommentare zu diesem Kapitel (19)
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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Ur
2009-07-12T17:26:00+00:00 12.07.2009 19:26
Hallo...:D

Bevor ich meine Eindrücke schildere...:

>>Shanks schloss die Augen und seufzte so abgrundtief, als wäre er das bemitleidenswerte Wesen, das sich mit betrunken Individuen herumschlagen musste.<<
-> betrunkenen

>>...Ohne Volltrunkene, die sich an Orten breitmachen, an denen sich absolut nichts verloren haben.“<<
-> sie anstatt sich

>>Zugetraut hätte er Shanks ohne weiters beides.<<
-> weiteres

>>Die Gestalt näherte sich und er stellte fest, dass er recht gehabt hatte.<<
-> Recht

>>Was für einen Sinn hätte es gehabt, ihn zu jetzt verpfeifen?<<
-> ...ihn jetzt zu...

>>„Gott, ich schwöre dir, wenn irgendwas, dass ich jemals in meinem Leben getan haben,...<<
-> ...,das und habe

So, nach der ganzen Klugscheißerei kommt jetzt mein Gesamteindruck. Ich musste wieder oft breit schmunzeln und bei dem Satz, als Shanks zu Mihawk sagt, dass der eine Frau braucht, da musste ich wieder lachen ^^ Es war sehr schön, Shanks eigentlich total betrunken, aber wenn es um Ruffy geht, hat er trotzdem einen klaren Kopf und dass er alles für ihn geben würde... ;_; Mah~ So niedlich >_< Ehrlich gesagt finde ich, dass das genauso im Manga auch hätte passieren können, ich finde es echt total bemerkenswert, wie IC du schreibst. Und Mihawks Charakter war witzig, hat mich teilweise mit seinem 'Faszinierend' ein bisschen an einen Vulkanier erinnert :P

Der Kommentar ist wieder mal ein wenig unqualifiziert, aber was solls. Senf abgegeben. Ich liebe es. Amen!
Von: abgemeldet
2009-07-03T21:51:23+00:00 03.07.2009 23:51
ich liiiebe deinen besoffenen shanks und seine kindereien xDDDDDD
und mihawk hast du auch super getroffen! Ausserdem sind deine besoffenen dialoge sehr gut geschrieben, nicht künstlich blöd sondern sehr überzeugend!
Von:  Water_Jill
2009-07-01T15:01:57+00:00 01.07.2009 17:01
Heyy!
Also esrt mal das ist der zweite OS den ich von dir lese und er gefällt mir genauso gut wie der erst! Shanks ist aber auch zu geil und Mihawk erst xDDD vorallem diese sinnlosen Gespräche und die Diskussionen xDD

Wirklich in diesem Punkt hast du echt nen Preis verdient! *schnell überreich*

aber das gespräch am ende war ja doch fast schon zu ernst! Hach ich mag es wie du Shanks und Mihawk rüberbringst! Einfach nur zum kullern :DD

Mach weiter so!

Lg Water_Jill
Von:  MarvinMcDuck
2009-06-13T22:01:07+00:00 14.06.2009 00:01
Yay, endlich mal wieder was zu OP! =D *freut sich eins*
Und natürlich wird in diesem Kommentar genau das gleich stehen, wie in allen anderen von mir verfassten Kommentaren auch (Geht dir das nicht langsam mal auf die Nerven?):
Ich hab's verschlungen, es war einfach klasse, die Figuren wunderbar IC, nicht zu viel und nicht zu wenig Handlung für einen OS, und die Sache mit der Wette war ja ohnehin sowieso die genialste (und äußerst passende und glaubwürdige!) Idee von allen.
(Mal abgesehen von der Idee, diesen OS überhaupt zu schreiben.)

Mhm... Fällt mir noch was ein?
Ach ja:
'ne fette AU-Story mit Shanks und Ruffy?!?!?! Nicht "irgendwann"!!! Jetzt! Sofort! Ich will's lesen! Du folterst miiiiiiich!!! Ô___o
AU-Story of doooo~oooom... (Wird langsam alt, das "of dooooo~oooom"...)
Ach, was soll's, das bisschen werd ich auch noch warten können. Aber sobald du damit angefangen und was hochgeladen hast, sag mir Bescheid! (Egal, wie lange es dauert... Ich werde warten! TT____TT *Glückstränen á la Gai-sensei*)

Okay, genug Schwachsinn für heute ;)
Bis zum nächsten... ach, was weiß ich. Bis zum nächsten Irgendwas. Du hörst von mir.
Ich stalke dich. Hä hä hä...
lg~
dat Mao
Von:  genek
2009-05-26T13:07:53+00:00 26.05.2009 15:07
Ah, wieder ein One Piece-OS zur Abwechslung! Und noch ein guter obendrein. Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen, du hast die Charaktere mEn sehr gut getroffen. Mihawk ist doch nicht zu nett, das ist reiner Selbstschutz...

Was Fehlersuche angeht, habe ich nur die Formulierung "sekundenlang" entdeckt, die in dem Zusammenhang etwas paradox wirkt. Ansonsten sprachliches Topniveau :D

Zu den ernsten Tönen kann ich nur sagen, dass ich Shanks Tod sehr bedauern würde. Er verkörpert zu einem gewissen Grad diese schräge Art von One Piece. Allerdings wäre es ein Handlungsbogenabschluss. Hmmmm.
Oh, und eine AU-Story mit Ruffy in der Crew?! Yay!

lg genek
Von:  lazyBabe
2009-05-25T19:56:46+00:00 25.05.2009 21:56
Ich muss eigendlich nicht viel sagen, da alle schon gesagt wurde.
Einfach eine tolle FF.
Es war einfach ein Genuss eine FF mit Niveau und gut platziertem Humor zulesen.
Die Charakter sind sehr gut getroffen.
Und du hast einen tollen Schreibstil.

Nur eins intersiert mich noch: Was war das für eine Wette???
Ich erinnere mich an eine andere FF von dir, da hast du auch eine Wette ins Spiel gebracht, aber nie genau definiert. Du machst das wohl gerne, so mit dem Leser zu spielen?

lg
Babe
Von:  fallenshadow
2009-05-25T16:52:41+00:00 25.05.2009 18:52
Wenn man Shanks Mannschaft mit denen der anderen drei Kaiser vergleichst, ist Shanks bei Oda ziemlich gut weggekommen, trotzdem muss ich dir zustimmen, dass ich auch gerne noch ein paar Details über die einzelnen Leute erfahren würde. Besonders wohl über Ben, den Oda als einen der klügsten Charakter in One Piece bezeichnet hat. Irgendwas muss der Kerl ja draufhaben. Und nicht zu vergessen Yasopp, ich liebe den Charakter, auch wenn es nur deshalb ist, weil er Lysops Vater ist... er muss aber ein verdammt guter Schütze sein, wie gut ist aber die Frage. Irgendwie macht mich das Ganze jetzt etwas kirre... Shanks Mannschaft gibt wirklich ziemlich viele Fragen auf...
aber jetzt zu deiner FF.

>Mihawk Dulacre stand so stocksteif da, als wäre er zu Salzsäule geworden und starrte.
..., als wäre er zur Salzsäule geworden, und starrte.

Ich weiß, ich kann es nicht lassen, ich muss einfach Fehler suchen, ich habe aber mit dem Suchen gleich nach dem Satz aufgehört, weil ich mich dann rein aufs Lesen konzentrieren wollte. Und da beim Drüberlesen wäre mir jetzt auch kein weiterer Fehler aufgefallen (könnte aber trotzdem sein, dass sich irgendwo einer versteckt, aber allgemein kann ich sagen, dass du eine gute Rechtschreibung hast - und dass du einen guten Schreibstil hast, weißt du wohl selbst auch, oder hast du zumindest bestimmt oft genug schon von anderen gehört.)

Ich muss sagen, dass ich Mihawk nicht zu nett finde. Er ist so genau richtig, schließlich kann man auch seinen Charakter nicht sooo gut einordnen (auch über ihn weiß man eindeutig noch zu wenig), aber seine Beziehung zu Shanks lässt sich wohl als eine Mischung zwischen liebgewonnener Feind und ungewollter Freund bezeichnen.

Shanks hast du auch gut getroffen, auf so eine Wette kann sich auch nur er einlassen - um was ist überhaupt gewettet worden? Ich würde es ihm auch zutrauen, dass er sich wirklich selbst für die neue Ära opfert, auch wenn ich es bei ihm doch etwas hart finde. Wie alt ist er? Doch noch keine 40. Aber gut möglich, dass er wirklich im Manga irgendwann stirbt... auch wenn der Gedanke schrecklich für mich ist. Ich mag Shanks, und irgendwie auch nicht. Es ist ein Bad der Wechselgefühle.

Und diese Gefühlsschwankungen habe ich auch beim Lesen deiner FF gespürt. Natürlich ist Shanks lustig und bringt einen zu lachen, mit den Saufereien und der heiteren Mannschaft bringt er das Schöne am Piratensein rüber, aber dann ist er plötzlich wieder so bitterernst und redet - in seinem Alter - darüber, dass er selbst sein Leben hergeben würde, wenn es darauf ankommt. Das zeugt wirklich von Stärke und Entschlossenheit - aber auch von der Vergänglichkeit des eigenen Seins. Am liebsten wäre mir, es stirbt einfach niemand bei One Piece... aber dann wäre es wohl nicht One Piece.

lg fallen_shadow
Von:  blumenpups
2009-05-24T15:17:41+00:00 24.05.2009 17:17
Huhu, ich bis mal wieder *wink*
Also, ich kann jetzt gar nicht genau sagen, was ich am besten fand - es war einfach alles genial *^///^*
Aber ich glaube, mein Favorit ist immer noch der Kerl aus Shanks Mannschaft, der zuerst angetorkelt kam - der Profi in Sachen besoffen-auf-den-beinen-bleiben XDDDDDDDD
Shanks wie er leibt und lebt, Mihawk wie er leidet und lebt und Shanks Mannschaft, die einfach nur total irre ist.
Perfekt - genau das, was ich an einem Sonntagnachmittag gebraucht hab ^^
In dem Sinne: immer weiter so, hoffe, das noch mehr solche wunderbaren OS kommen!
LG, pups
Von:  Schnuffel-chan
2009-05-24T14:27:39+00:00 24.05.2009 16:27
Noch keine Kommi ...
Na ja jetzt kommt ein! ^^
Ich fands zum brüllen komisch!
Eine genial Idee! Shanks wie er leibt und lebt!
Wirklich genial!
Ich finde es super wie du zwischen dem ernsten Shanks und dem "Normalen" Shanks hin und her switcht!
Ich liebe deine FF!
Endlich mal wieder eine richtig gute One Piece FF!
Im Gegensatz zu manch anderen hier! ^^

Mach weiter so! ^.^b
Lg Schnuffel-chan


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