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Min Vilya ye Arda AR mennai an Tyel in Tingilya

Zwischen Himmel und Erde UND bis zum Ende der Sterne
von

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Ängste - gae

Laurelins Blick mit dem sie Thorin ansah, als er eben just diesen Kommentar an sie los gelassen hatte, war schwer zu deuten. Er sah, wie sich ein kurzes amüsiertes Schmunzeln über ihr ebenmäßiges Gesicht zog, das sowohl freundlich, wie auch spöttisch sein konnte. Es war ihm, wie das kurze Aufblitzen eines winzigen Hoffnungsschimmers in ihren Augen, das der Zwerg sehen konnte. Doch er entschied sich dafür, vorerst nichts darauf zu geben und statt dessen lieber zu tun, was sie ihnen vorgeschlagen hatten.
 

Denn ein Nachtlager auf dem Boden, vor der örtlichen Feuerstelle war nun nicht unbedingt das, was ihm im Sinn lag. Lieber würde er es in Kauf nehmen, mit Lyriel zusammen in ein und das selbe Zelt gesteckt zu werden, als auf dem weiß Gott, kalten wie unbequemen Waldboden zu nächtigen. Dabei war ihm in dem Moment herzlich egal, was die rothaarige Frau darüber denken mochte..in der Hinsicht war der Zwergenmann sich im Moment eindeutig selbst der Nächste. Er hörte zwar noch, wie Lyriel abermals ein höchst unwilliges Schnauben von sich gab, was ihre Missbilligung diesbezüglich in aller Deutlichkeit ausdrückte, doch das ignorierte er fein säuberlich...mit einem nahezu schon herausfordernden Grinsen in ihre Richtung.
 

Die Aussicht, sie damit vielleicht ein wenig aufziehen zu können, gefiel ihm eigentlich ganz gut. Auch da er ihre derzeitige persönliche Einstellung, was sie beide betraf, nur zu gut kannte...oder zu kennen glaubte. Vordringlich, da sie ihm ja vor noch nicht einmal zwei Tagen unmissverständlich klar gemacht hatte, dass es für sie beide keine Chance geben würde, jemals eine legitime Bindung zueinander zu haben.
 

Die momentanen Ereignisse, standen zu dieser Erkenntnis allerdings etwas im Widerspruch. Jetzt wo die Elbin, also Lyriels Mutter, so unverhofft von den Toten auferstanden war...UND Thorin sogar noch einen Blutsverwandten mit Thoral besaß, über den er sogar mit IHR verwandt war. Nun das waren schon ganz andere Aussichten. Wenn sie moralisch gesehen zwar nicht unbedingt die Besten waren...sah er sich in der Hinsicht doch nicht ganz Chancenlos, die Frau vielleicht eines Tages doch noch umstimmen zu können.
 

Er liebte sie nach wie vor...warum sonst, war er ihr wohl in diesen verwünschten Wald hinein gefolgt? Sicher nicht nur aus reinem Jux heraus. NEIN....er hatte sie zurück holen wollen und das aus einem ganz bestimmten Grund. Thorin wollte sie und das nicht nur im körperlichen Sinne oder allein aus der Vorherbestimmung gesehen, die ihm damit jetzt oblag. Nein es lag nicht nur daran, dass er sie ja eigentlich zur Gefährtin nehmen musste. Es war unbestritten sein Herz, das sich nach ihr sehnte...er hatte schon länger das eigenartige Gefühl, dass er ohne sie nicht vollkommen war. Allein ihre Nähe brachte ihm das Gefühl der Ruhe in seine unruhige, zerrissene Seele. Eine Sache die ihm unsinnig, wie derart überflüssig vorkam und doch hielt sie ihn mit aller Macht gepackt und das noch in seinem deutlich fortgeschrittenen Alter.
 

Er konnte es kaum fassen, benahm ER sich im Augenblick doch tatsächlich nicht besser, wie ein verliebter junger Narr.
 

Aber verdammt noch eins...es war in seinen Augen dennoch das einzig Richtige. Noch nie zuvor hatte es ihn so heftig gepackt...noch niemals zuvor, hatte er sein Herz derart an eine Frau verloren, wie an diese EINE! Warum also sollte er es vor sich selbst noch länger verleugnen? Er für seinen Teil war sich darüber also längst im Klaren, dass er sie zu seiner Athune machen wollte...seiner Königin! Und nicht nur allein, weil er es aus der Sicht seines Volkes tun musste.
 

Nein er wollte es, weil er sie liebte...
 

Doch da gab es derzeit ein nicht unerhebliches Problem. Lyriel sah die Sache was sie beide betraf ein klein wenig anders als er...zumindest im Moment noch. Und entsprechend reagierte sie so auch auf die unschöne Tatsache, zusammen mit ihm in ein und das selbe Zelt gesteckt zu werden.
 

„NANETH..hör zu..das, das kannst du nicht machen!“
 

Protestierte sie so nochmals entsprechend lautstark in Richtung ihrer Mutter. Doch Laurelin ignorierte sie prompt. „WAS..was kann ich nicht machen Lyriel? Du siehst doch...dass ich es kann! Es gibt keine andere Möglichkeit. Entweder du tust es oder DU kannst dich an seiner Stelle herzlich gerne an die Feuerstelle legen, bitte sehr, ich denke Thoral wird egal sein, wer von euch die gemeinsame Lagerstelle am Dorfanger vorzieht.
 

Aber lass dir eines gesagt sein, es wird ordentlich kalt heute Nacht, ich würde es dir also nicht unbedingt raten mein Kind. Sag was ist schon dabei? Es ist meiner Ansicht nach nichts ungebührliches daran, sich ein Zelt zu teilen. Ich denke er ist ein ehrenhafter Mann? Er wird dich schon nicht gleich bei lebendigem Leibe auffressen...oder gar anrühren. Ist es etwa das, was du befürchtest Lyriel?“ Laurelins Blick blieb für einen Moment lang abermals forschend an ihrer Tochter hängen.
 

Worauf diese sofort hastig hochfuhr. „NEIN..nein bestimmt nicht...ich...ähhh..sicher nicht!“ Keuchte sie entsprechend erschrocken in ihre Richtung. Wobei sie allerdings tunlichst vermied Thorin direkt anzusehen, der sich bei einem unmittelbar amüsiertem Grinsen ertappte. Auch weil die Heilerin ganz genau wusste, dass sie beide vor nicht allzu langer Zeit schon einmal dazu gezwungen gewesen waren, das zu tun. Lyriel hatte die kleine Höhle unter den alten Weiden längst nicht vergessen und auch nicht, was dort geschehen war. Doch das, konnte und wollte sie ihrer Mutter natürlich nicht verraten. Also musste sie diese zwangsläufig hinhalten. Laurelin die von nichts wusste, reagierte glücklicherweise jedoch vergleichsweise gelassen.
 

„Also dann hör endlich damit auf dich weiter so zu sträuben, wenn es nicht das ist, was du befürchtest? Es wird auch nichts anderes sein, was er tun kann und für eine Nacht ist es vollkommen ausreichend. Zumindest immer noch besser, als der eisig kalte Waldboden. Es ist wie ich schon gesagt hatte, wir werden euch gerne zwei entsprechende Lagerstellen vorbereiten lassen...möglichst weit voneinander weg, wenn ihr das wünscht?“
 

Mit diesen knappen Worten gab Laurelin zwein der jungen Frauen aus ihrem Volk einen kurzen sowie eindeutigen Wink, sie mögen sich rasch zu ihnen gesellen. Die beiden etwa halbwüchsig wirkenden Mädchen, hatten bisher schweigend und nahezu unsichtbar am Rande des Zeltes ausgeharrt. Es waren beide keine anderen, als Thorals Töchter. Doch das, wussten weder Thorin noch Lyriel. Sie sahen es erst, als Laurelin mit den beiden Halbwüchsigen sprach. Die Mädchen waren in etwa gleich groß und sahen sich auch äußerlich sehr ähnlich, ja sie mochten sogar Zwillinge sein. Die Besonderheit an ihnen waren jedoch ihre ungewöhnlich blauen Augen, die sie wie Thorin und Thoral besaßen, aber sie waren weder dunkelhaarig wie er, noch so blond wie ihr Vater.
 

Sie hatten anstatt dessen schönes kupferrotes Haar, das ihnen in dicken Zöpfen lang bis zur Hüfte über den Rücken fiel. „Aurelie...Uraiha....geht schon, ihr habt es gehört. Richtet das Zelt der Jäger für sie her und zwei getrennte Lager, wenn ich bitten darf! Gebt euch Mühe Mädchen, sie sollen es wenn schon, so bequem als möglich haben!“ Die beiden Halbwüchsigen nickten rasch, wobei sich bei ihnen mit einem Mal, die unübersehbaren kleinen Spitzen elbischer Ohren deutlich unter dem dichten roten Haar abzeichneten, die sie damit mehr als eindeutig als Thorals Kinder zu Tage treten ließen. Damit war es nicht länger zu leugnen.
 

„Ist gut Großmutter, das machen wir doch gerne, du wirst zufrieden sein!“ Kam wie als Bestätigung fast zeitgleich aus den Mündern der beiden Mädchen geflossen, woraufhin ihre klaren Stimmen das ganze Zelt füllten. Lyriels Blick blieb staunend an den beiden hängen. “Sind sie..sind sie?“ Stammelte sie fast sofort danach, als sie gegangen waren, unüberlegt verblüfft in die entstandene Stille hinein. Laurelin lachte leise. “Was...meine Enkelinnen? Ganz recht. Aschuree ist ihre Mutter, die Gefährtin deines Bruders. Sie ist die Tochter des Stammesführers!“ War die zu erwartende Antwort der Elbin. Thoral hatte ja bereits erwähnt, dass er eine Frau besaß, also warum sollte er dann keine Kinder haben? Eine Tatsache, die Lyriel durchaus einleuchtete und doch war sie überrascht, dass ER sich an eine menschliche Frau gebunden hatte.
 

Aber warum sollte das verwerflicher sein, als ihre eigene Wahl? War die, sich in einen Zwerg zu verlieben etwa besser? NEIN..sicher nicht...und das wusste sie auch, also schwieg sie sichtlich betreten. Thoral hatte seine Wahl längst getroffen, ebenso wie sie die ihre! Sie ertappte sich dabei, wie ihr Blick kurz zu Thorin hin huschte, der nicht weit von ihr weg im Halbdunkel des Stammesführerzeltes stand und abwartete, wie es nun für sie beide weitergehen mochte.
 

Sie sah seine dunklen Augen im Halbschatten glitzern..es war ein Anblick, der ihr das Herz augenblicklich schwer werden ließ. Wieder erinnerte er sie damit ungewollt an die Nacht unter dem klaren kalten Sternenzelt. Ihre letzte gemeinsame Nacht vor seinem Aufbruch, die in der sie sich ihm fast hingegeben hätte...die in der ausgerechnet ER es gewesen war der, sich als der Vernünftigere von ihnen beiden heraus gestellt hatte. Er der sie nicht genommen hatte, obwohl es sich beide im Grunde sehnlichst gewünscht hatten....jetzt war es zu spät dafür.
 

Vielleicht für immer!
 

Diese eine Nacht würde niemals wieder kommen....dazu hatte sie ihn eindeutig einmal zu oft abgewiesen.
 

Lyriel wusste jetzt, dass sie sich die ganze Zeit über einer Lüge hingegeben hatte. Ja dass sie den Mann den sie liebte, kurzerhand für etwas verantwortlich gemacht hatte, wofür er letzten Endes nicht einmal etwas konnte und sich im Nachhinein dann auch noch als etwas heraus gestellt hatte, was es zu allem Übel auch noch zu einem ein völligen Trugschluss werden ließ.
 

Denn Laurelin lebte...sie war nicht tot!
 

Den Mann und dessen Blutlinie, die sie so lange dafür verantwortlich gemacht hatte, war unschuldig daran. Thrôr hatte sich lediglich zu Schulden kommen lassen, dass er ihre Mutter einst geliebt und ihr im schlimmsten Fall ein unehrenhaftes Kind gemacht hatte. Eine schnöde Tatsache und die ganze schmerzliche Wahrheit daran, die ihr Verhältnis und ihre Liebe zu Thorin an sich in ein vollkommen neues Licht rücken ließ. Was sie allerdings nicht weniger unproblematischer machte...aber aus völlig anderen Gesichtspunkten heraus. So einfach war das alles nicht...so einfach konnte sie nicht vergessen und auch nicht vergeben, dazu war sie noch nicht bereit. Sie nahm daher kaum wahr, wie Laurelin sie beide wenig später höchstpersönlich zu der ihnen zugewiesenen nächtlichen Lagerstätte geleitete...als die beiden Mädchen etwa zehn Minuten später wieder kamen.
 

Die ruhigen und durchaus versöhnlichen Worte ihrer Mutter flossen so mehr oder minder an ihr vorbei...sie nahm sie eigentlich nur am Rande wahr. „Ruht euch ein wenig aus...wenn ihr mögt. Wir sehen uns später, wenn es dunkel ist. Thoral und ich, wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns nachher beim Festessen Gesellschaft leisen möchtet. Ich denke es gibt heute Nacht sicher noch viel zu erzählen. Wenn ihr mögt, die Quellen sind nicht weit, ansonsten gibt es auch in eurem Zelt die Möglichkeit von sauberem und warmen Wassers in einer Wanne, wenn ihr den Drang verspüren solltet, euch ein wenig frisch machen zu wollen!
 

Ich werde euch jetzt besser allein lassen, damit ihr euch ausruhen könnt...wir sehen uns später!“
 

Mit diesen Worten war sie Sekunden später fort und die beiden allein. Lyriel fand sich so mit Thorin in der selben Unterkunft wieder, schneller als sie gedacht hatte und schneller als ihr lieb sein konnte. Doch sie ignorierte ihn...sie sah sich anstatt dessen aufmerksam um..sah die kostbaren weichen Felle ihrer beiden Lager, das warme Wasser, die angenehm warme Feuerstelle und war froh, nicht in der Asche der gemeinsamen Dorffeuerstelle nächtigen zu müssen.
 

Als Thorin sie jedoch kurz darauf ansprechen wollte, wohl um seinen guten Willen zu demonstrieren oder ihr zu zeigen, dass er gewiss nichts böses im Schilde führte, drehte sie ihm kurzerhand den Rücken zu und ließ ihn somit eiskalt abblitzen. Sie warf sich anstatt dessen, auf das für sie vorgesehene Lager und starrte unverwandt und beharrlich schweigend an die Zeltdecke. Fest entschlossen, ihn für den Rest des Abends keinerlei Aufmerksamkeit mehr zukommen zu lassen.
 

Ihr zutiefst verletzter weiblicher Stolz gewann dabei merklich die Oberhand, ganz entgegen dem nagenden Gefühl in ihrem Inneren, das sie eindeutig der Lüge strafte und am Liebsten etwas ganz anderes mit ihm tun lassen wollte...etwas ganz anderes.



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