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Liebe Widerwillen

von

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Kapitel 5

"Guten Morgen", begrüßte Robin am Montagmorgen ihre Kollegen, die zum Teil schon vor ihren Computern saßen. Vereinzelt grüßten ein paar zurück oder nickten ihr kurz zu. Robin stelle ihre Tasche unter den Schreibtisch und startete ihren Computer. Es war schon ein etwas älteres Modell und sie hoffte jedes Mal, dass er ihr keinen Stromschlag verpasste. Während der PC langsam hochfuhr, genehmigte sie sich einen Schluck von ihrem Pappkaffeebecher und überlegte, wie sie Mr. Zero davon überzeugen konnte, ihr den Fußballteil zu überlassen, zumindest den von Zorros Mannschaft. Nach ihrem Brunch bei Nami und Sanji hatte sie sich noch lange über Zorros Ansicht, Frauen gehören nicht in den Fußballsport, geärgert. Das war doch Mittelalterdenken, so viel stand fest. Sie würde diesen arroganten Pinsel schon vom Gegenteil überzeugen, auch wenn sie dafür Tage vor ihrem PC verbringen musste. Das war sie sich und allen anderen Frauen schuldig, die noch immer mit Männern zu tun hatten, für die Fußball reine Männersache war.
 

Circa zwei Stunden später klopfte sie an Mr. Zeros Bürotür und trat, nachdem er ein unfreundliches "Herein" gerufen hatte, ein. "Ms. Nico", sagte er nicht besonders erfreut. "Was verschafft mir denn die Ehre?". Robin trat mit einem freundlichen Lächeln in das Büro ein. "Nun", sie nahm auf dem dunklen Stuhl ihm gegenüber Platz und begann mit der Rede, die sie sich die letzten zwei Tage überlegt hatte. "Ich habe die Möglichkeit, an einer privaten Führung teilzunehmen. Dabei handelt es sich um einen der größten Fußballclubs des Landes.". Mr. Zero hob fragend die Augenbraue. "Wie kommts?". "Kontakte...". Sie wollte nicht all ihre Karten preisgeben. Mr. Zero fuhr sich durch sein Haar und nickte dann. "Sehr schön. Die Saison beginnt in ein paar Wochen und wir haben einige männliche Leser, die das mit Sicherheit interessiert.". Schon wieder ein Mann, der dachte, Fußball wäre nur was für Männer. Mr. Zero stützte sich mit den Ellenbogen auf seinen Schreibtisch und verschränkte die Finger vor seinem Gesicht, als müsste er ernsthaft überlegen. "Ich werde Ihnen Bepo mitschicken", sagte er dann. Bepo? Das war doch der kleine Mann, der aussah wie ein Bär. Niemals. Sie würde den Artikel schreiben und sonst niemand. "Das wird nicht nötig sein, Mr. Zero.". Ihr Chef hob seinen Blick und seine kalten, unfreundlichen Augen glotzten sie abweisend an. "Ms. Nico, ich denke dass ich am besten beurteilen kann, was nötig ist und was nicht!". "Da stimme ich Ihnen im Grunde ja auch zu, aber die Sache ist nun mal die, dass die Führung mir angeboten wurde. Außerdem kenne ich mich mit Fußball aus und …", versuchte sie, in zu überzeugen. "Ms. Nico, ich sehe ihr Talent als Reporterin eher bei anderen Sportarten. Zum Beispiel Schachmeisterschaften oder Schwimmen oder … nun eben alles Andere!". Bis eben hatte sie ihre Emotionen noch komplett unter Kontrolle gehabt, doch das war nun vorbei. Sie würde Mr. Zero, Zorro und alle anderen Machos schon vom Gegenteil überzeugen. Sie konnte mehr, als über Schach und dergleichen schreiben. Mit verschränkten Armen und einem selbstbewussten Blick erwiderte sie: "Das ist aber sehr schade, denn eigentlich wollte ich Sie bitten, mir den Fußballteil zu überlassen...". Mr. Zero, der eben noch von seiner Kaffeetasse getrunken hatte, verschluckte sich bei ihrem Satz. Sein Gesicht lief krebsrot an. Sie konnte nicht genau sagen, ob es an der Tatsache lag, dass er sich verschluckt hatte, oder an seiner Wut. Jedenfalls fragte sie sich, ob sie mit ihrer Bitte zu weit gegangen war. Bis jetzt war Robin ihr Selbstbewusstsein noch nie im Weg gestanden, aber in diesem Moment, dachte sie, könnte es zum ersten Mal Probleme damit geben. Langsam beruhigte sich Mr. Zeros Husten und mit dem Hemdärmel strich er über seinen Mund. "Bepo schreibt den Fußballteil!". "Das ist mir durchaus bewusst, aber Bepo kann nicht bei allen Spielen gleichzeitig sein. Außerdem würde es mir voll und ganz reichen, nur über die Fußballmannschaft von Genzo zu schreiben. Über die anderen Bereiche können Sie gerne entscheiden!". Mr. Zero sah sie abschätzend an. Eine Weile sagte er gar nichts, doch dann nickte er ganz leicht. "Schreiben Sie über Ihren Besuch, und wenn mir der Artikel gefällt, dann dürfen Sie Ihre Fußballmannschaft auch in Zukunft übernehmen!". Robin klatschte innerlich begeistert in die Hände.
 

"Robin, schön von dir zu hören. Wie geht es dir?". Namis gut gelaunte Stimme drang durch das Telefon. "Gut und selbst? Hast du viel zu tun?". "Geht so... Übrigens hab ich mit meinem Onkel gesprochen. Er findet die Idee mit dem Artikel klasse. Er denkt, so ein Bericht würde auch Leute ansprechen, die nicht unbedingt zu den eingefleischten Fans des Vereins gehören!". "Wirklich? Du glaubst gar nicht, wie froh ich darüber bin! Eben hab ich mit meinem Chef gesprochen und er hat nach langem Zögern zugestimmt, dass ich den Artikel schreiben darf!". Robin stützte ihren Ellenbogen auf den Schreibtisch und sprach so leise, dass die anderen Mitarbeiter nichts von ihrem Gespräch mitbekamen. "Warum denn das? Fand er deine Idee nicht gut?". "Die Idee fand er super, allerdings traut er mir den Artikel nicht zu. Er sieht mich eher im Bereich Schach oder Schwimmen...". "Noch so ein Macho!", stellte Nami mit einem lauten Schnauben fest. "Allerdings. Aber wenn ihm mein Artikel gefällt, darf ich auch in Zukunft über euren Verein berichten!". "Das ist ja toll", freute sich Nami. "Ja. Wann können wir uns wegen der Führung treffen?". "Am Freitagnachmittag? Da ist das Training zu Ende und du kannst noch ein paar Fotos von den Jungs schießen!". "Sehr gut. Das ist wirklich sehr lieb von dir, Nami", bedankte sich Robin noch einmal. Sie unterhielten sich noch ein wenig und mit einem dicken roten Marker kreiste Robin den Termin am Freitag in ihrem Kalender ein.
 

Die nächsten Tage vergingen ohne besondere Vorkommnisse. Nach der Arbeit ging Robin nach Hause und fand meistens eine leere Wohnung vor. Koala verbrachte einen Großteil ihrer Zeit bei ihrem Liebsten, doch Robin störte das kaum. Nur manchmal wünschte sie sich, dass sie jemanden hätte, mit dem sie sich abends unterhalten könnte. Nami hatte am Mittwochabend noch einmal angerufen und ihr den Ablauf für Freitag erklärt. Zwischen den beiden entwickelte sich allmählich eine Freundschaft. Robin war sehr froh darüber, denn noch immer kannte sie kaum jemanden in der Stadt und fühlte sich oft etwas einsam. Kurz hatte sie sogar überlegt, sich noch mal auf ein Blinddate einzulassen, doch die Vorstellung, wieder einen totalen Reinfall zu erleben, hatte sie abgeschreckt. Am Freitag verließ Robin gegen Mittag ihr Büro und wünschte den anderen Mitarbeitern ein schönes Wochenende. Bis jetzt hatte sie Glück gehabt und nie am Wochenende arbeiten müssen, doch sie wusste, dass sich das schnell ändern könnte. Mit ihrer Ledertasche unter dem Arm stieg sie in die volle U-Bahn und fuhr zum Vereinsgelände.
 

"Hi Robin!". Nami kam auf sie zugelaufen und öffnete das große, schwere Eisentor, das die Sicht auf das Gelände zum großen Teil versperrte. "Hi!". Robin ließ sich von Nami freudig umarmen und ging neben ihr durch das Gatter, das sich hinter ihnen gleich wieder schloss. "Wo wollen wir anfangen? Bei den Büros oder hier draußen?". Nami blickte auf ihre Armbanduhr. "Das Training geht noch eine gute halbe Stunde. Ich zeig dir in der Zwischenzeit die Kabinen!". Robin nickte zustimmend. Sie betraten das Gebäude und die Orangehaarige führte sie einen langen, schmalen Gang entlang. Währenddessen erklärte sie Robin, was wo zu finden war. "Hier ist die Kabine der Jungs und dort", sie deutete in Richtung einer zweiten Tür, "die angrenzenden Duschen. Hier darfst du keine Fotos machen, aber reinschauen ist erlaubt." Sie stieß die Tür auf und ließ Robin den Vortritt. Sie hatte eigentlich damit gerechnet, die Kabine bis auf ein paar Klamotten leer vorzufinden, doch sie irrte sich. Eine Horde halbnackter Männer, die zum Teil nur mit einem Handtuch bekleidet waren, stand im Raum und unterhielt sich. Robin spürte, wie sie augenblicklich rot anlief und wollte schon unauffällig den Rückzug antreten, als sie entdeckt wurde. Nami räusperte sich leise hinter ihr und Robin blickte in die fragenden Gesichter der Spieler. Verlegen suchte sie nach Worten, um die Situation zu entschärfen, als ihr Blick auf einen Mann fiel, der lachend mit nassem Haar und einem Handtuch um die Hüften aus dem angrenzenden Duschraum kam. Sie war nicht fähig, ihren Blick von dem durchtrainierten, braungebrannten Kerl abzuwenden, der mit jedem Lacher ein Muskelspiel auf seiner Brust und dem Bauch hervorrief. Dann wurde sie auch von ihm bemerkt. Zuerst starrte er sie verwundert an, doch schnell setzte Zorro wieder seinen abgebrühten Blick auf und schenkte Robin sein Aufreißerlächeln.
 

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Zorro ließ seinen Blick unauffällig über ihre perfekt sitzenden Jeans und die enge, schwarze Bluse gleiten. Auf ihren Wangen bildete sich eine verlegende Röte ab und ihre Hände, die Stift und Block hielten, zitterten unkontrolliert. Ihr langes schwarzes Haar hatte sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und sah so wie eine typische Sportreporterin aus. Nami fand als Erste ihre Fassung wieder und erklärte ruhig: "Jungs, wir wollten nicht einfach so in eure Kabine stürmen. Wir dachten, ihr wärt noch mit dem Training beschäftigt." Dabei trat sie neben Robin. "Das ist Nico Robin. Sie ist Reporterin für die OharaDaily und wird einen Artikel über unseren Verein schreiben...". "Die Kleine darf gern auch über mich einen Artikel schreiben", rief Ace, der neue Abwehrspieler, und zog sich sein Shirt über den harttrainierten Bauch. "Ich stell mich auch gern zur Verfügung!", johlte Marco von seinem Spint aus. Zorro musste noch breiter grinsen, als er sah, wie Robin immer verlegener wurde. Es gefiel ihm, wenn sie einmal nicht gleich ihre Krallen ausfuhr. So befangen sah sie noch hübscher aus, und doch störte ihn die Tatsache, dass sie als Reporterin mit Sicherheit mehr Männer kennenlernen würde, als sie verkraften konnte. Ein Blick genügte. Er sah, wie Robin überfordert den Blicken der Spieler auswich und auf ihre Hände starrte, wie sie auf die anzüglichen Kommentare seiner Mitspieler nicht reagierte und wie einer ihrer Füße ungeduldig auf den Boden tippte. Das Gefühl, ihr helfen zu müssen, überkam ihn urplötzlich und so ging er zu Ace und Marco rüber und sagte. "Vermutlich hat Ms. Nico im Moment keine Zeit für einen Artikel über euch, Jungs." Dabei blickte er zu Robin rüber, die ihn mit weitgeöffneten Augen ansah und zustimmend nickte. "Bis später, Jungs", verabschiedete sich Nami und zog die noch immer beschämt dreinschauende Robin hinter sich durch die Tür.
 

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"Ganz schön verwirrend, so viele schöne Männer auf einen Haufen zu sehen...", flüsterte Nami mitfühlend und schob Robin den Flur entlang zu einer Tür, die nach draußen führte. Robin sog die Luft in ihre Lungen, denn sie hatte immer noch das Gefühl, nicht richtig atmen zu können. Zum letzten Mal hatte sie so empfunden, als sie Franky mit einer anderen im Arm gesehen hatte. Doch nun tauchte in ihrem Kopf nicht, wie erwartet, Frankys Bild auf, sondern sie sah Zorro und seinen perfekt durchtrainierten Körper, wie er sie in Schutz nahm. Ausgerechnet er, der sich über ihr Gaffen und ihre Sprachlosigkeit doch am meisten hätte lustig machen müssen, war ihr zur Hilfe geeilt. In natura war er noch heißer als auf den Fotos und sie wollte sich gar nicht vorstellen, wie es wohl wäre, seine nackte Haut zu spüren … "Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so viele nackte, attraktive Männer auf einmal gesehen", waren die ersten Worte, die Robin sprach, seitdem sie die Kabine betreten hatten. Damit wollte sie sich nicht nur vor Nami sondern auch vor sich selbst rechtfertigen. Was war nur los mit ihr? Sie war dagestanden wie eine Idiotin, die nicht einmal sprechen konnte. Wie sollte sie so ihren Job machen? Die Spieler würden sich jetzt ewig an sie als stumme und glotzende Reporterin erinnern und sie sicher nicht mehr ernst nehmen.
 

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Was war nur mit Robin los? Sonst hatte sie doch auch immer einen kessen Spruch auf Lager und dann verhielt sie sich plötzlich wie ein verschrecktes Reh. Zorro zog sich kopfschüttelnd das T-Shirt über und knöpfte dann seine Jeans zu. Der größte Teil der Mannschaft hatte die Kabine bereits verlassen und war in das Wochenende gestartet. Die Trainingswoche war hart gewesen und Zorro spürte, dass jeder Muskel in seinem Körper angespannt war. Nächste Woche würde er sich von Physiotherapeuten des Vereins die Beine lockern lassen. Diese fühlten sich an, als ob sie aus Zement wären. "Hast du schon Pläne fürs Wochenende?". Sanji, der neben Zorro stand und sich anzog, warf ihm einen kurzen Blick zu. "Law schaut sich ein paar Wohnungen an. Vielleicht werde ich ihn dabei unterstützen!". "Du? Seit wann schaust du dir freiwillig Wohnungen an? Darf ich dich daran erinnern, dass deine Wohnung von unserem Manager ausgesucht wurde, weil du darauf keinen Bock hattest?!" Dabei klopfte Sanji ihm kurz auf den Rücken und warf sich seine Trainingstasche über die Schulter. "Ich leugne nicht, dass ich mir in meiner Freizeit Schöneres vorstellen könnte, aber seit du mit Nami zusammen bist, bleibt mir ja kaum noch was anderes übrig. Allein wegzugehen macht nicht wirklich Spaß und Ace und die anderen Jungs sind ja auch mittlerweile zum größten Teil nur noch mit ihren Freundinnen beschäftigt!". Sanji grinste. "Vielleicht solltest du dir einfach auch eine feste Freundin zulegen!". "Alles klar, Alter. Du weißt doch, dass ich beziehungsunfähig bin. Zumindest haben mir das meine früheren Freundinnen oft genug um die Ohren geschlagen..." Zorro schlüpfte in seine Lederjacke und schnappte sich ebenfalls seine Tasche. "Vielleicht solltest du dein Beuteschema einfach mal überdenken." Klar, Sanji hatte leicht reden, er hatte schließlich in Nami seine Traumpartnerin gefunden. Doch so eine Frau wie Nami war schwer anzutreffen. Die meisten Weiber wollten nur einmal Sex mit einem Promi, sein Geld oder im Rampenlicht stehen. Zorro winkte ab und folgte Sanji aus der Kabine. Warum sollte er sich überhaupt eine Freundin anschaffen? Er bekam regelmäßig das, was er wollte. Wozu dann eine Frau, die ihn bevormundete und ihm ständig die Ohren volljammerte?
 

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Mit einem dicken Stapel vollgekritzelter Blätter in den Händen nahm Robin auf dem Stuhl in Namis kleinen Büro Platz. Währenddessen erzählte ihr diese, dass sie nach ihrem Praktikum richtig Glück gehabt und jetzt eine unbefristete Anstellung im Verein hatte. Das Management verursachte so viel Schreibarbeit, dass es über Namis Anwesenheit froh war. Auch ihr schien der Job großen Spaß zu machen.

Die Führung war ohne weitere besondere Vorkommnisse verlaufen und Robin hatte einen guten Eindruck vom Tagesablauf der Spieler bekommen. Erschöpft lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück und genoss den Kaffee, den Nami ihr gebracht hatte. "Was hast du denn am Wochenende vor?", wollte diese nun wissen. "Als Erstes möchte ich meinen Bericht schreiben. Wenn dann noch Zeit bleibt, geh ich vielleicht ein wenig shoppen." Sie war es leid, immer ihre verschlissenen Klamotten zu tragen, die schon weit mehr Gebrauchsspuren aufwiesen, als ihr lieb war. Es war endlich an der Zeit, ihren Teenagerlook loszuwerden und gegen einen professionelleren auszutauschen. Vielleicht würde Mr. Zero sie dann ernst nehmen. "Shoppen? Wenn du willst, begleite ich dich!". "Gerne! Ich bin mit den Geschäften eh noch nicht so vertraut und erst recht nicht, wenn es um erschwingliche Kleidung für meinen Geldbeutel geht!". "Super, dann hol ich dich ab. Gegen Nachmittag?". Robin nickte. "Ja, gern. Dann kann ich am Morgen noch an meinem Bericht arbeiten."
 

Knapp eine Stunde später verließ Robin das Gebäude und ging gedankenversunken über den Hof zum Tor, welches das Gelände abgrenzte. Sie kam gerade am Parkplatz vorbei, als jemand ihre Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Ihre Schritte verlangsamten sich und sie musste nicht zweimal hinsehen, um zu wissen, dass es sich dabei um Zorro handelte. Er trug eine abgetragene Jeans und ein schwarzes, eng anliegendes T-Shirt. Obwohl seine Klamotten recht normal wirkten, sah er doch aus, als ob er einem Hochglanzmagazin entsprungen wäre. Wie in Zeitlupe ging sie näher ran und überlegte, ob sie ihm für sein Einschreiten eben in der Kabine danken sollte. Doch gerade als sie sich abwenden wollte, drehte Zorro den Kopf und fing ihren Blick auf. Seine smaragdgrünen Augen bohrten sich in ihre und Robins Herzschlag beschleunigte sich ungewollt. Sein Blick war so intensiv, dass es ihr beinahe Angst machte. Ihr Blut schoss durch ihren Körper, direkt in ihren Kopf. Um sie herum begann sich alles zu drehen und bevor sie komplett den Verstand verlor, wandte sie sich ab. Was war nur los mir ihr? Warum hatten Zorros Augen und die Art, wie er sie anblickte, so eine Wirkung auf sie? Zorro sagte nichts, doch sie wusste, dass er ihre Verlegenheit deutlich mitbekommen hatte. Ob er das mit Absicht tat? Mit Sicherheit. Zorro war ein Player, genauso wie Franky. Diese Art von Mann liebte es, mit ihrer Ausstrahlung Frauen um den Finger zu wickeln. Nicht mit ihr! Robin war immun dagegen, zumindest sagte sie sich das immer und immer wieder. "Hey", rief Zorro und kam ein paar Schritte auf sie zu. Wie zur Salzsäure erstarrt, stand sie da, obwohl sie eigentlich schnellstmöglich ihre Beine in die Hand nehmen sollte, um davonzurennen. "Ähm, hey", brachte sie heraus. "Alles okay bei dir? Das mit den Jungs in der Kabine tut mir leid. Manchmal benehmen sie sich wie pubertierende Teenager!". "Du kannst ja nichts dafür..." Robin spürte, dass ihr Herzschlag sich nur langsam beruhigte, was vermutlich daran lag, dass Zorro sie noch immer aufmerksam ansah. Kurz herrschte eine betretene Stille. "Kann ich dich irgendwohin mitnehmen?" Zorro deutete auf sein Auto. "Danke, das ist nicht nötig." Sollte sie sich nun bei ihm bedanken? Unschlüssig sah sie ihn an und spürte, dass die Spannung zwischen ihnen nicht hätte größer sein können. Sie war förmlich zum Greifen, und bevor noch irgendetwas Unkontrolliertes passieren könnte, drehte sie sich um und sagte: "Ich geh dann mal! Bis dann!". "Bis dann" erwiderte er schlicht.



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Kommentare zu diesem Kapitel (2)

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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Stoechbiene
2021-12-05T14:56:37+00:00 05.12.2021 15:56
Und weil ich so vergesslich bin, habe ich total vergessen zu erwähnen, dass ich die FF natürlich sofort zu meinen Favoriten gepackt habe.
Von:  Stoechbiene
2021-12-05T14:54:45+00:00 05.12.2021 15:54
Bepo, der Mann der aussieht wie ein Bär! Robin ist wirklich von lauter merkwürdigen Gestalten umgeben!! Ich musste echt laut lachen!

Zorro ist beziehungsunfähig und Robin enttäuscht von der Männerwelt. Klingt nach einem guten Deal! ;)
Allerdings mache ich mir ein wenig Sorgen um die Beziehung zwischen Law und Zorro, wenn beide Interesse an Robin haben. In einem der vorherigen Kapitel hast du ja geschrieben, dass die beiden zwischendurch ein angespanntes Verhältnis hatten. Es täte mir leid, wenn sie wieder Stress miteinander bekämen.

Es freut mich, dass Nami Robin so viel hilft und die beiden gute Freundinnen zu werden scheinen.


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