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Ein süßer Groupie

von

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wie auf der Achterbahn

Am nächsten Tag fuhren wir leider schon wieder nach Hause und später wollten wir eventuell noch mit den Jungs was trinken gehen.

Zum gefühlt hundertsten Mal vibrierte mein Handy an diesem Tag. Kyo funkelte mich mit einer Mischung aus feindseligen und genervten Blick an. Das liebevolle darin war verschwunden.

„Was will er von dir Kazuki?“

Natürlich ahnte er, dass das wohl nur Sota sein konnte.

„Mit mir reden…vermutlich.“

„Kannst du ihm nicht klarmachen, dass es vorbei ist?“

Ich seufzte.

„Es ist nicht vorbei…Sota ist noch immer mein Freund…früher oder später sollte ich mich bei ihm melden. Er macht sich Sorgen.“

„Und was ist, wenn ich das nicht will!“, fuhr mich Kyo jetzt etwas forsch an.

„Dann werde ich es trotzdem tun…er ist noch immer mein Freund und du kannst mir den Umgang mit ihm nicht verbieten“, entgegnete ich so ruhig wie möglich.

„Dein Freund…der dich gevögelt hat…und vielleicht hat er auch genau das im Sinn!“

„Ist es das, was dich stört? Wäre es etwa anders, wenn ich nichts mit ihm gehabt hätte?“

Kyo kniff seine Augen zusammen und funkelte mich wütend an.

„Natürlich wäre es dann anders…“

„Aber ich liebe doch nur dich…niemals würde ich mich wieder auf ihn einlassen.“

„Trotzdem. Allein die Tatsache, dass du ihn attraktiv fandest und ihr Sex hattet, macht mich rasend.“

Ich trank einen Schluck von meinem Tee.

„Vertraust du mir denn gar nicht?“, fragte ich enttäuscht.

„Es fällt mir schwer…und ich teile nun mal nicht gerne…deshalb bin ich ein beschissener Umgang Kazu…ich bin kein Mann, den du lieben solltest…ich bin egoistisch, besitzergreifend und vieles mehr…“

Auf einmal verstand ich es oder zumindest hegte ich einen vagen Verdacht, was die Gefühle des Mannes betrafen, den ich so sehr liebte.

„Hör mir zu Kyo, ich werde mit Sota reden müssen, ob dir das in den Kram passt oder nicht. Aber ich möchte auch, dass du mir vertraust…“

„Ich bin nicht sicher ob ich das kann.“

„Verdammt Kyo! Was soll der Scheiß! Ich schreibe dir auch nicht vor, mit wem du dich treffen darfst und mit wem nicht…ich verbiete dir nicht, Zeit mit deinen Jungs zu verbringen…“

„Von denen hat mich auch noch keiner flach gelegt!“, fuhr er mich wieder an. Ich sprang auf, schnappte meine Zigaretten und verschwand auf dem Balkon. Mit zittrigen Händen zündete ich mir einen Glimmstängel an. Warum zum Henker musste er alles so kompliziert machen? Ja mein schöner Dir en Grey Sänger war mehr als ein Sturkopf. Das machte mich rasend und dann verletzte mich da noch der Aspekt, dass er mir scheinbar nicht vertraute. Das tat weh, sehr sogar. Dieser Grad zwischen Freude, Lust und dieser verdammten Wut war verdammt schmal und gerade war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich diesen Spagat tatsächlich hinbekam. Noch immer verletzt drückte ich die aufgerauchte Zigarette in dem Aschenbecher aus und holte mir noch ein Bier. Kyo’s Blick verfolgte mich, doch ich wollte nicht nachgeben. Er hatte nicht das Recht dazu darüber zu bestimmen, wer meine Freunde sein durften und wer nicht. Seine Hand streckte sich mir entgegen, doch ich ignorierte ihn, so sehr mein Herz auch nach seiner Nähe kreischte.

„Kazu…bitte komm Mal her“, bat er mich und seine Stimme hatte diesen aggressiven Unterton verloren. Deshalb gab ich schließlich doch nach und ließ mich neben ihm nieder.

„Kyo…das funktioniert so nicht…echt nicht…entweder wir vertrauen einander oder lassen es gleich bleiben.“

„Dann ist das wohl eine Sache, bei der ich deine Hilfe brauche…beweise mir, dass ich dir vertrauen kann…“

Ich presste meine Lippen aufeinander und überlegte krampfhaft. Kyo schob mein Shirt ein Stück hoch und strich behutsam über meine Narben auf der Brust. Ein trauriges Lächeln umspielte seine Lippen und spiegelte sich auch für einen winzigen Moment in seinen Augen.

„Das kann ich, indem du mich Sota besuchen lässt…“

Und es gäbe noch eine andere Möglichkeit…“

Ich warf ihm einen fragenden Blick zu. Ach das schon wieder. Ich seufzte.

„…wenn du mir versprichst, dass du dir keine Verletzungen mehr zufügst…“

Das Thema hatte ich nicht noch mal erwartet, zumindest nicht so schnell. Nachdem ich es beim letzten Mal mehr oder minder erfolgreich hatte abwürgen können.

„Ich…ich hab das nicht unter Kontrolle…manchmal überkommt es mich…“

„Wann?“

„Naja eben, wenn ich keinen anderen Ausweg mehr sehe…wenn mein Körper nach diesen Schmerzen lechzt…ich hab das Gefühl, ich brauche das manchmal…ziemlich gestört…“

„Ich habe Angst um dich, denn diese Narbe hier…“

Er strich über die Verletzung, die sich zwischen Brust und Schlüsselbein entlang zog.

„…das war kritisch, stimmt‘s? Sie war ziemlich tief, hab ich Recht?“

Ich nickte nur.

„Na und…ich weiß mittlerweile, wie weit ich gehen kann…“

„Verdammt Kazuki! Ich will, dass das nie mehr passiert! Egal ob du weißt, wie weit du gehen kannst oder nicht…irgendwann passiert es vielleicht trotzdem und das…würde ich nicht…ertragen“, flüsterte er und seinem Blick spiegelte sich dir pure Verzweiflung. Und das löste etwas in mir aus. Auch, wenn wir zuvor noch gestritten hatten, wurde mir jetzt wieder bewusst, wie tief unsere Gefühle füreinander doch waren.

„Dann darfst du mich wohl wirklich nie mehr aus den Augen lassen…“, wisperte ich.

„Glaub mir, das werde ich nicht…dafür bist du mir viel zu wichtig geworden.“

Immer wenn Kyo derartiges sagte, erreichte das mein innigstes emotionales Zentrum und diese wohlige Wärme breitete sich in mir aus.

„Mit Sota muss ich trotzdem reden…bitte…“, flehte ich ihn an.

„Du hast das Recht deine Entscheidungen selbst zu treffen…wenn du mit den Konsequenzen leben kannst?“

Ging das schon wieder los. Ich verdrehte die Augen.

„Ich verspreche dir, dass nichts passiert. Wenn ich könnte, würde ich mir einen Keuschheitsgürtel umlegen…bitte vertraue mir doch…gib mir zwei Stunden, maximal drei, dann bin ich zurück. Ich geb dir mein Wort…“

Kyo erhob sich und bewegte sich in Richtung seines Arbeitszimmers.

„3 Stunden…“, gab er mit tonloser Stimme von sich und schloss die Tür. Nicht mal ein Kuss oder eine Umarmung. Doch vermutlich tat er das mit Absicht und trotzdem schmerzte es und den Stich im Herzen konnte ich unweigerlich vermeiden. Ich schrieb Sota, dass ich gleich bei ihm vorbeikommen würde. Seine Antwort dauerte keine zwei Sekunden.

 

Mit gemischten Gefühlen betätigte ich den Klingelknopf. Dass ich in diesem Haus gewohnt hatte, schien Jahre her zu sein, obwohl gerade Mal eine Woche verstrichen war. Verrückt. Doch in der Zeit war so viel passiert. Ich stieg die Treppen empor und mein Freund erwartete mich schon und lehnte im Türrahmen. Als wir uns fast gegenüber standen, überfiel er mich mit einer stürmischen Umarmung. Dann ließ er mich los und betrachtete meine Gestalt.

„Wow, gut siehst du aus“, begann er die Unterhaltung und mir entging nicht, dass seine Wangen einen dezenten rosafarbenen Ton annahmen, als er mir das Kompliment machte. Er bot mir einen Tee an. Ich hockte mich auf eines der großen Kissen auf dem Fußboden und zündete mir eine Zigarette an.

„Sota…hör zu…mir geht es bestens, schon so gut wie lange nicht mehr und ich würde gerne, dass es so bleibt“, setzte ich an.

„Wohnst du jetzt bei Kyo?“

Ich nickte.

„Nur ist er sehr gebrandmarkt und ich muss den Kontakt zu dir erst Mal so gering wie möglich halten…“

„Warum das denn?“, fragte mein Freund irritiert und entsetzt zugleich.

„Weil wir Sex hatten…Kyo will einfach nur Gewissheit, dass da nie mehr was läuft.“

„Tut es doch auch nicht…schließlich bist du ja jetzt mit Mister Rockstar zusammen“, gab er etwas mehr übertrieben, als nötig gewesen wäre von sich.

„Ich bin nicht deswegen mit ihm zusammen…ich liebe ihn und er tut mir gut…ich will das nicht versauen.“

„Klar. Du hast diese Band schon immer angehimmelt und ganz besonders diesen kleinen verrückten Sänger…Kazuki, ich komme dagegen ohnehin nicht an, nur lass dir von ihm nicht sagen, was du darfst und was nicht. Das klingt falsch.“

„Das tue ich nicht und ich verspreche dir, dass wir uns wieder öfter sehen, wenn es möglich ist. Nur muss ich ihn davon überzeugen, dass er mir vertrauen kann. Ich hoffe du verstehst das.“

„Irgendwie schon…trotzdem wirst du mir fehlen.“

Ich lachte bitter.

„Was wird dir fehlen? Ich hab dich nicht gerade nett behandelt, zumindest wenn es um Sex ging. Du hast jemanden verdient, der dich würdigt, nicht jemanden, der dich benutzt.“

„Vielleicht gefällt es mir ja“, gab er etwas schüchtern zurück.

„Doch wie du schon richtig erkannt hast, gegen Kyo kommst du nicht an…tut mir leid. Wir sehen uns und pass auf dich auf.“

Mit diesen Worten erhob ich mich, weil ich nicht länger als nötig bleiben wollte. Zwar hätte ich theoretisch noch knapp zwei Stunden, aber ich wollte diese nicht ausreizen.

Wieder umarmte mich Sota. Ich räumte meine Tasse noch in die Spüle und machte mich wieder auf den Weg nach Hause? Zumindest fühlte es sich wie ein zu Hause an. Ich lächelte, zog die Kopfhörer auf und beeilte mich.

 

Kyo schien sich noch immer in seinem Arbeitszimmer verbarrikadiert zu haben. Sollte ich anklopfen? Oder überschritt ich dann eine Grenze? Schließlich konnte ich mir denken, dass er nicht jeden in seine privaten Gemächer ließ. Doch war ich ja nicht jeder oder? Nach einem Moment des Zögerns entschied ich mich schließlich doch zu klopfen. Meine Hand erzeugte dieses dumpfe Geräusch auf der Holztür und ich erhielt keine Antwort. Ich klopfte ein zweites Mal, doch es blieb still. Mich überkam ein mulmiges Gefühl. Denn entweder war Kyo in seinem Arbeitszimmer und wollte mich nicht sehen oder er trieb sich irgendwo herum, betrank sich oder heulte sich bei Shinya aus. Dieses Gefühl brachte mich beinahe um den Verstand, deshalb öffnete ich die Tür und spickelte durch den Spalt. Das Licht brannte, doch der schöne Sänger saß nicht an seinem Schreibtisch. Wo war er dann? Ich schob die Tür ganz auf und da fiel mir auf, dass ich noch nie in Kyos Arbeitszimmer war. Duldete er mich hier überhaupt? Es lief Musik und er lag mit geschlossenen Augen auf dem Boden. In der rechten Hand brannte eine Zigarette und in der linken hielt er eine Flasche Sake. Er nahm einen Zug, ohne seine Augen zu öffnen und blies den bläulichen Rauch aus.

„Kyo? Ich bin wieder da…“, sagte ich etwas unsicher und endlich schlug er seine Augen auf. Erst jetzt fiel mir auf, dass diese leicht gerötet waren. Hatte er etwa geweint? Und wenn ja, weshalb? Mich überrannte automatisch das schlechte Gewissen, doch warum eigentlich? Schließlich hatte ich mir nichts zu Schulden kommen lassen.

„Na dann…hoffe ihr konntet alles klären…“, lallte er ein bisschen und ich fragte mich, wie viel er schon getrunken hatte? Ich setzte mich neben ihn, griff nach der Flasche und trank selbst etwas davon.

„Ja konnten wir und ich bin zu dir zurückgekommen…“

„Und? Erwartest du jetzt Applaus von mir?“

Ich trank einen weiteren Schluck.

„Nein, aber was zur Hölle soll der Scheiß gerade? Glaubst du wirklich ich habe Sota besucht, weil ich mit ihm vögeln wollte?“

Kyo zuckte mit den Schultern und setzte sich jetzt auch auf.

„Vielleicht? Für ein Quickie oder nen Blowjob hätte es auf jeden Fall gereicht“, fuhr er mich an und riss mir die Flasche aus der Hand, um einen kräftigen Schluck zu nehmen.

„Du kannst echt ätzend sein, wenn du dich vollaufen lässt.“

„Danke, das hör ich nicht zum ersten Mal“, gab er verbittert zurück und zündete sich eine weitere Zigarette an. Irgendwie musste ich diese Situation retten. Versuchen das Ruder herum zu reißen.

„Hör zu…ich hab Sota gesagt, dass wir uns in nächster Zeit nicht mehr sehen werden, weil unsere Beziehung Vorrang hat.“

„Ohhh wie schön…und bestimmt hat er dir sein vollstes Verständnis ausgesprochen, während er dich mit seinen Blicken ausgezogen hat und dich in seinen Gedanken flach gelegt hat…ein Wunder, dass er nicht versuchte dich zu küssen…mhh wer weiß, am Ende stehst du noch drauf…“

Kyos Worte trafen mich sehr und ich musste mich zurückhalten, dass ich nicht gleichermaßen zurückschoss und die Situation vollends ausartete. Wie konnte er sowas auch nur ansatzweise denken?

„Nur weil du schlechte Erfahrungen gemacht hast, bedeutet das nicht, dass jeder ein Arschloch ist…und ich dachte du kennst mich besser…“

„Genau deshalb Kazu…denn nur die Menschen, die man gut kennt, sind imstande einen zu verletzen…und sind wir dahingehend nicht alle gleich? Als würdest du es nicht genießen von zwei Männern angehimmelt zu werden…“

Ich wusste, dass das der falscheste Weg war, den ich hätte wählen können, doch in meiner Verzweiflung sah ich keine andere Möglichkeit und verpasste Kyo eine saftige Ohrfeige. Er stockte und funkelte mich wütender an, als jemals zuvor. Doch bevor er weiterreden konnte, eroberte ich mir die Flasche Sake wieder zurück, trank einen großen Schluck und stellte sie zwischen uns.

„Und jetzt hörst du mir gefälligst zu! Ich habe nur mit Sota gevögelt, weil ich nun Mal auch meine Bedürfnisse habe. Aber ich bin nicht der Typ, der jede Nacht nen anderen Kerl abschleppt…ich muss jemanden erst kennen und er war damit einverstanden. Allerdings gab es zwei Regeln…Sota durfte mich nicht küssen und nur ich durfte ihn ficken, nicht umgedreht. Das was ich mit ihm hatte war nur Sex. Nur körperliche Befriedigung ohne jegliche Nähe. Ohne Liebe. Ich wollte keinen anderen Typen küssen, weil das zu viel Gefühl gewesen wäre. Ich wollte nicht angefasst werden, weil das bedeutete, ich könnte mich verlieren. Ich wollte nicht von anderen Typen gevögelt werden, weil das den Schmerz wieder hätte aufleben lassen. Ja ich hatte Sex mit Sota, daran kann ich nichts mehr ändern Kyo, doch trotzdem hab ich mich jedes Jahr an meinem Geburtstag blutig geritzt…hab mich verkrochen und von der Welt abgeschottet. Er konnte meine Wunden nicht heilen, weil er nur ein Freund ist, im Gegensatz zu dir….dich liebe ich. Also hör endlich auf mit der Scheiße!“, beendete ich meinen Monolog und hoffte die Situation noch retten zu können.

Plötzlich zogen sich seine Grübchen nach oben und er lächelte. Doch es blieb nicht dabei, es ging in ein amüsiertes Gelächter über und endete in einem Lachanfall. Ich schüttelte nur mit dem Kopf und verstand die Welt nicht mehr.

„Hast du mir jetzt ernsthaft eine geknallt?“, fragte er schließlich, als er sich wieder ein bisschen beruhigt hatte. Ich zog die Augenbrauen hoch.

„Hast du mir eigentlich gerade zugehört?“, richtete ich meine Gegenfrage an ihn.

„Ja hab ich, aber du hast mir gerade wirklich eine Ohrfeige verpasst Kazuki.“

„Auch nur, um dich von deinem beschissenen Egotrip runter zu holen. Du verlangst von mir, dass ich mich akzeptieren soll…doch tust du das auch oder erzählst du das nur allen, damit sie beruhigt sind? Glaub mir, ich kenne dieses Gefühl nur zu gut…wenn die Rasierklinge oder was auch immer durch dein Fleisch schneidet und du den bittersüßen Schmerz spürst…der dich dennoch befriedigt…manchmal hilft Alkohol aber nicht immer. Und sei ehrlich, hättest du auch durchgehalten, wenn ich erst nach zwei oder drei Stunden wiedergekommen wäre?“

Auf einmal bröckelte seine Fassade und der Schmerz in seinen Augen erschlug mich beinahe.

„Ich weiß es nicht“, wisperte er und biss sich heftig auf die Unterlippe.

„Ich sag es noch einmal…Sota ist nur ein Freund, mehr nicht. Kyo bitte…wir haben beide ne echt beschissene Vergangenheit…sind gezeichnet von Situationen oder Menschen, die uns immer prägen werden, aber zusammen schaffen wir das.“

Dann brach mein schöner Sänger vollends zusammen. Er vergrub sein Gesicht in den Händen und schluchzte.

„Wie kannst du mich nur lieben Kazu?“, murmelte er mehr zu sich als zu mir.

„Aus den eben genannten Gründen…es macht mir nichts aus dich zu küssen oder von dir berührt zu werden. In deiner Gegenwart kann ich mich fallen lassen, weil du mir Halt gibst. Du bist der Anker, auf den ich immer so sehr gehofft hatte und der versucht mich in all meiner Verzweiflung aus den Fluten zu ziehen. Brauchst du noch mehr Gründe?“, hauchte ich ihm zu und endlich konnte er mich wieder anschauen. Ich wischte seine Tränen weg, schnappte mir die Flasche Sake und zog Kyo hoch. Dieser taumelte in meine Arme doch ich hielt ihn fest.

„Scheint so, also musst du auch auf mich aufpassen.“

„Ist das nicht Sinn und Zweck einer Beziehung? Egal was passiert, ich gehe mit dir überall hin“, sagte ich und küsste meinen schönen Sänger, um diesen dummen Streit und die schmerzhaften Worte zu vergessen. Er erwiderte meinen Kuss und wild knutschend schwankten wir zum Sofa. Rissen uns auf halben Weg die Klamotten vom Leib und verteilten eine wunderschöne Spur vom Arbeitszimmer bis ins Wohnzimmer. Die Lehne, die plötzlich gegen meinen Rücken prallte, stoppte mich und ich fiel auf das Sofa, riss Kyo sogleich mit mir, ohne mich auch nur eine Sekunde von seinen Lippen zu trennen. Ich musste ihm nicht sagen, was er zu tun hatte, denn unsere Körper harmonierten mittlerweile so gut miteinander, dass wir fühlten, was der jeweils andere gerade brauchte. Er nahm mich, als gäbe es kein Morgen mehr und als wir unsere Höhepunkte kurz nacheinander erreichten, sanken wir glücklich nebeneinander in die Wand aus Kissen. Ich zog die Decke über unsere verschwitzten Körper und kuschelte mich an meinen schönen Sänger. Dieser beugte sich gerade über die Lehne und suchte seine Zigaretten in der Hose auf dem Boden. Ich konnte nicht anders und haute zaghaft auf seinen zuckersüßen Arsch, den er mir gerade so lasziv entgegenstreckte. Schließlich hatte er gefunden, was er wollte.

„Hörst du wohl auf mich zu schlagen?“, fuhr er mich mit einer Mischung aus Belustigung und Entsetzen an.

„Die Ohrfeige tut mir echt leid…das eben nicht. Gewöhn dich dran Schatz…“, amüsierte ich mich.

„Das wird dir noch leid tun“, entgegnete er und zündete sich eine Zigarette an. Ich klaute sie ihm und er schüttelte nur mit dem Kopf, ohne etwas zu sagen. Scheinbar gewöhnte er sich an meine Frechheiten. Auch spürte ich den Alkohol jetzt, denn alles schwankte und drehte sich ein bisschen.

„Kyo?“

Der Dir en Grey Sänger schaute mich fragend an.

„Was denn?“

„Ist jetzt wieder alles gut zwischen uns?“

Er seufzte, doch da war es wieder, mein Lieblingslächeln, bei dem sich Kyos Grübchen zeigten.

„Das will ich doch schwer hoffen…danke für deine Offenheit Kazu…ich denke dadurch kann ich mit diversen Situationen besser umgehen…dennoch wird unsere Beziehung wohl immer eine Achterbahn der Gefühle sein…aber warum konntest du ausgerechnet mich an dich ranlassen?“

Ich zuckte etwas unbeholfen mit den Schultern.

„Weil ich irgendwie gemerkt hab, dass du anders bist. Hinter deinem unnahbaren Schutzwall befindet sich dieser wundervolle Mensch, der du in Wirklichkeit bist…naja und außerdem…nee, das ist echt peinlich…“

Kyo zog die Stirn in Falten.

„Was? Jetzt will ich es wissen.“

„Ich war früher ein verzweifelter Kerl und hab mir dauernd Videos von euch angeschaut und mir gesagt, dass ich gern nen Mann wie dich hätte…nicht unbedingt dich, aber eben so ähnlich…du faszinierst mich einfach und durch deine Musik spürt man schon, dass du anders bist. Vielleicht schwerer zu knacken, aber doch liebenswert.“

„Du bist süß…und dafür liebe ich dich so sehr Kazuki.“

„Selber süß…und wage es nicht zu widersprechen. Wolltest du nicht nich noch was mit den Jungs unternehmen?“

„Mhh…allerdings bin ich schon echt betrunken. Ich könnte sie fragen, ob sie herkommen wollen, allerdings setzt das voraus, dass wir uns anziehen müssen.“

Ich grinste.

„Ich glaube ich mag dich für den Rest des Abends für mich allein haben.“

„Gott sei Dank. Das wäre sonst auch echt anstrengend geworden.“

Was für ein Abend. Noch immer war ich ein bisschen durcheinander und mir blieben Kyos Worte im Kopf, dass unsere Beziehung immer eine Achterbahnfahrt der Gefühle sein würde, doch ich war mir nicht sicher, ob ich öfter einen solchen Streit mit meinem Liebsten ausfechten wollte wie heute. Das hatte uns beiden ganz schön zugesetzt, doch vielleicht fanden wir ja auch einen anderen Weg. Ziemlich erschöpft lehnte ich mich an Kyos Schulter und schlief recht schnell ein.


Nachwort zu diesem Kapitel:
Nach einem Hoch kommt bekanntlich das Tief und die Lage spitzt sich immer mehr zu...ob es die beiden wohl durchstehen? Wer weiß das schon... Komplett anzeigen

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