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Eru áva dartha amarth yoménië

Eine unerwartete Schicksalsbegegnung
von

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Michelbinge

Als er auf der hinter ihnen liegenden Straße, die nach Hobbingen hinein führt nichts sehen kann, wendet er das Pony abermals rasch und gibt ihm dann nicht eben sanft die Sporen. Unversehens prescht das erschrockene Tier los und verfällt quasi aus dem Stand heraus in in einen zügigen Galopp, wobei sich die Frau abermals impulsartig an ihrem Vordermann fest halten muss, um nicht herunter zu fallen.
 

Ein Umstand den Thorin sehr wohl registriert, als sich ihre Arme mit einem mal neuerlich hastig erschrocken um seine Taille schlingen, um sich an ihm fest zu halten.
 

„MAHAL...ich sagte du sollst das lassen, mich so vertraulich anzufassen Khalam!“
 

Knurrt er ihr im Affekt so abermals nicht sehr erfreut entgegen, wobei er sich ruckartig von ihr zu lösen versucht, was im gestreckten Galopp jedoch nicht sehr erfolgversprechend sein dürfte.
 

„BARAD...Thorin...und ich kann mich erinnern, dich vorhin darum gebeten zu haben, mir darüber eine Auskunft zu geben, WO ich dich verdammt nochmal anstatt dessen berühren darf?!
 

Weißt du Herr Zwerg, ich sitze zwangsläufig hinter dir. Also lassen sich so gewisse Umstände wohl kaum vermeiden und um es deutlich zu machen, muss ich mich irgendwo festhalten. Vor allem, wenn ich nicht unfreiwillig wieder absteigen will Thorin!“
 

Kommentiert Lyriell seinen ruppigen Ausspruch an sie daher auch nicht eben erfreuter, weil es sie maßlos aufregt, dass er sich ihr gegenüber wieder so zwergenhaft störrisch und uneinsichtig verhält. Als ob sie etwas dafür könnte...es ist nicht ihre Schuld gewesen...und wäre er nur etwas weniger ruppig mit dem armen Pony umgegangen, hätten sie sich diesen derartig unnützen Disput gewiss ersparen können.
 

Sie sind durch ein Reittier für Zwei gezwungen zusammen zu arbeiten und miteinander zu kooperieren...etwas anderes bleibt ihnen in dieser schwierigen Lage ja auch kaum übrig. Sie weiß es und sie weiß auch, dass er sich dessen ebenso bewusst ist.
 

Um so mehr verletzt es sie, dass er sich ihr gegenüber so unmöglich benimmt...vor allem weil sie keine andere Wahl haben.
 

Sie hört ihn daraufhin prompt etwas heftig unziemliches auf Khuzdul vor sich hin fluchen. Es dauert so einige Zeit, bis er sich wieder gefangen hat, aber dann fügt er folgenden Satz an sie doch überraschend kontrolliert und ruhig an.
 

„Gut, es lässt sich im Moment wohl kaum vermeiden, jedenfalls solange wir beide auf EIN Pony angewiesen sind. Aber deine Hände lässt du am Besten dort wo sie jetzt sind, das erspart und beiden einiges an dir Ärgernissen!“
 

Lyriell nickt während dessen kaum sichtbar.
 

„Ich habe verstanden. Ich werde mich bemühen es zu beherzigen und zu tun was du verlangst. Aber ich kann nicht dafür garantieren, zumindest wenn das Pony sich erschrecken sollte oder ähnliches. Also hoffe das Beste, dass wir keinen weiteren Ärger bekommen werden. Denn so können wir beide unsere Reise sehr viel rascher fortsetzen, als mit irgendwelchen unangenehmen Verfolgern im Nacken, wie diesen Haradrim.“
 

Kontert sie entsprechend nachdrücklich, wobei sie Anstalten macht, ihren zwergischen Gefährten so wenig wie nur irgend möglich zu berühren. Ein Umstand, der ihr natürlich nicht vollständig gelingt, schon wegen der Nähe zueinander, die sich auf dem schmalen Ponyrücken kaum vermeiden lässt. Aber der gute Wille zählt und so hofft sie, dass er ihr wenigstens das anerkennt, wenn er sich sonst schon wie ein ungehobelter Klotz verhält.
 

Das unwillige Grollen das von Thorin darauf wie als unausgesprochene Bestätigung ihrer Gedankengänge ertönt ist demnach alles, was sie von ihm noch zu hören bekommt, dann herrscht eisiges Schweigen zwischen ihnen.
 

Thorin treibt das zum Glück gut ausgeruhte und kräftige Tier weiterhin unbarmherzig an...lässt es mal von scharfem Trab in einen raschen Schritt wechseln und wo es der Weg zulässt auch stückweise in strengen Galopp verfallen, um möglichst viel an Wegstrecke in Richtung Michelbinge hinter sich zu bringen, das auf den weißen Anhöhen liegt..denn das ist das im Augenblick von ihm angestrebte Ziel.
 

Die letzte bewohnte Ansiedlung im Auenland in der die Halblinge leben, danach kommt lange nichts mehr, als die karge Ödnis der Westmark, die in die Turmberge führt, die sie beide durchqueren müssen, um schlussendlich an den Golf von Luhn zu gelangen...der zweifellos die von den Wassern des Gelion geteilte Grenze zu den Ered Luin hin markiert.
 

Und so sprengt das Pony in scharfem Galopp weiter dem Weg entlang folgend, der sie nach Michelbinge führen soll und nichts weiter als trockene Staubfahnen sind es, die seine Hufe aufwirbeln, als Thorin es wenig später unbeirrt und unablässig weiter den ausgetretenen Furchen aus rötlichem Lehm entlang galoppieren lässt, aus der diese Straße gebaut ist.
 

Die beiden Weggefährten sprechen in der Zwischenzeit wenig miteinander. Der Zwerg gönnt ihnen derweil nur eine kurze Rast am späten Nachmittag, in der sie verschnaufen und etwas essen können. Etwas treibt ihn unbarmherzig an, denn er will noch vor dem Dunkel werden in Michelbinge angelangt sein. Aber das ist nicht der einzige Grund.
 

Lyriell ahnt während dessen intuitiv, dass es noch etwas anderes sein muss, was ihn so unruhig voran treibt...und es hat nicht nur etwas mit ihr zu tun. Nein es gibt augenscheinlich noch einen anderen Grund, weshalb er so schnell in die Ered Luin gelangen will. Einen der offenbar etwas mit der Unterredung mit dem grauen Zauberer in Bree zu tun haben muss.
 

Was immer ihm da Mithrandir auch mitgeteilt haben mag, hat es unweigerlich etwas mit des Zwerges Vergangenheit zu tun, die zweifelsfrei auch seine Zukunft ist...das spürt sie.
 

Und so lässt sie ihn in Ruhe als sie kurz rasten. Sie vermeidet es ihn anzusprechen und kümmert sich anstatt dessen lieber um das sichtlich erschöpfte Pony, dem man den scharfen Ritt inzwischen schon recht deutlich ansehen kann. Lyriel lockert ihm vorsorglich das Zaumzeug ein wenig und lässt das Pony schließlich an einem kleinen Bachlauf saufen, den sie zufällig in der Nähe entdeckt hat. Das müde Tier stürzt sich gierig auf das klare Nass, dass es mit langen langsamen Zügen genüsslich schmatzend säuft.
 

Ein leises amüsiertes Lachen überkommt sie, als sie das Pony so glücklich grunzen hört...als es wenig später genug gesoffen hat, opfert sie einen Apfel aus ihrem Proviantbeutel und gibt ihn dem Schecken, der ihn mit einem leisen Wiehern nur zu gerne kauend und schlabbernd hinunter schlingt, als hätte er Angst, sie könnte ihm den wieder weg nehmen. Anschließend lässt sie den gescheckten Wallach ein wenig Gras fressen, bevor sie sich selbst etwas aus ihrer Tasche gönnt, die sie mitgebracht hat.
 

Der Zwergenmann beobachtet die rothaarige Frau derweil nur kopfschüttelnd bei ihrer Fürsorge um das Halblings Pony, er kann nicht verstehen, weshalb sie ihr eigenes Essen für das Vieh opfert...wo das doch getrost Gras fressen kann, sie beide aber gewiss nicht. Aber er sagt nichts dazu, auch weil er sich nicht schon wieder mit ihr streiten will. Also lässt er die elbische Frau vorsorglich in Ruhe und gönnt sich selbst welche, indem er sich kurzerhand auf dem kurzen Gras am Wegesrand ausstreckt und in den endlosen Himmel blickt, der sich über ihm spannt.
 

Die dicht belaubten Bäume die, die Straße bis jetzt gesäumt hatten sind zurück gewichen die Landschaft ist bereits deutlich karger geworden….die Westmark rückt näher und so auch deren offene Flächen. die von kaum etwas anderen als hügeligen Graslandschaften durchzogen ist. Bis über den Horizont folgend ist nichts als die Weite des Firmaments sichtbar, der sich allumfassend über die Grassteppe erstreckt, soweit das Auge reicht.
 

Thorin der unterdessen auf dem Rücken liegend geistesabwesend an einem Grashalm kaut...blickt gedankenverloren in den Himmel, weiße Wolken ziehen darüber hinweg, im unendlichen Blau der Ewigkeit.
 

Er denkt nach...weiß, dass der Weg von jetzt an noch ungemütlicher für sie beide werden wird. Die Wildnis ist nicht so fern, wie er sie gerne haben möchte. Noch eine Nacht, die ihnen vielleicht eine Herberge und den Schutz eines Daches versprechen könnte, dann wird auch das Vergangenheit sein...die Ered Luin sind noch weit...zu weit um sich in Sicherheit zu wähnen.
 

Auch hat er die drei Haradrim nicht vergessen. Der Zwerg befürchtet, dass sie ihnen weiterhin hartnäckig folgen werden..allein, dass er sie ganz eindeutig um den den Besitz der elbenblütigen Frau mit dem tiefroten Haar gebracht hat, die sie haben wollten, um sie auf dem Sklavenmarkt ihrer Länder zu verhökern, allein dessen ist er sich gewiss, dass es diese Männer nicht davon abhalten wird, ihnen nachzujagen. Es ist eine Frage der Zeit, bis die drei Menschenmänner sie aufspüren werden. Die Südländer aus den "bösen Landen" am Rande von Mittelerde sind verschlagen und grausam..sie werden nicht aufgeben.
 

NICHT...bis sie nicht haben was sie wollen oder selbst besiegt worden sind!
 

Schon aus diesem Grund heißt es weiter wachsam zu bleiben, denn er wird sich seiner Haut schon noch erwehren müssen, das weiß er. Er hofft, dass er bis dahin wenigstens wieder einigermaßen zu Kräften gelangt ist, denn er wird sich die Frau nicht so einfach kampflos weg nehmen lassen. Das geschieht nur über seine Leiche.
 

Sie gehört ihm, DAS ist eine unausgesprochene Tatsache!
 

Seine Gefährtin lässt er sich nicht einfach so streitig machen. Ob er sie nun liebt oder nicht, so ist sie doch ein Teil von ihm seit jener Nacht an Belleteyrin...einer der mittels eines heiligen Bundes aneinander geknüpft worden ist. Schon daher ist er gezwungen sie notfalls mittels seines Lebens zu beschützen….auch wenn es ihm nicht sehr gefallen mag an diesen Packt gebunden zu sein..so respektiert er ihn doch.
 

Weil es ein göttliches Versprechen der Valar ist, eins das ihnen vor undenklichen Zeiten von Yavanna und Aule (Mahal) dem Meister aller Zwerge gegeben worden ist...ein heiliger Bund, der alles Leben und die Liebe ehrt, die ebenso unsterblich ist, wie die denen sie geschenkt wurde.
 

Einige wenige Augenblicke später schreckt er jedoch hastig aus seinen unfreiwilligen Gedankengängen hoch, aber es ist nur Lyriell die zu ihm kommt und sich leise seufzend neben ihm nieder lässt.
 

„Und was ist? Willst du noch lange weiter den Himmel anstarren, in der vagen Hoffnung er möge dir vielleicht einen vernünftigen Ratschlag erteilen Naugrim?“ Fragt sie ihm leise und merklich spöttisch, als sie seinen abweisenden Gesichtsausdruck sieht, mit dem er ihr entgegen blickt.
 

Sie hört ihn während dessen leise schnauben, wobei er sich jedoch ruckartig aufsetzt.
 

„NEIN ich weiß ihn schon!“
 

Kommt die prompte Abfuhr, die sie fast schon erwartet hat.
 

„Schön dann können wir ja hoffentlich weiter reiten. Es wird bald dunkel werden und wenn wir noch vor Einbruch der Nacht in Michelbinge sein wollen, sollten wir uns besser sputen. Das Pony ist müde, es wird vermutlich noch eine weitere kurze Rast benötigen!“ Antwortet Lyriell ihm daraufhin leise aber entschlossen und mit entsprechendem Nachdruck.
 

„Das sehe ich auch...ich bin längst nicht so einfältig, wie ich vielleicht für dich aussehen mag!“ Fährt er sie daraufhin erneut und wenig erbaut an, was ihr lediglich ein leises Seufzen entlockt.
 

„Ja sicher Thorin, dann komm lass uns gehen, ich will heute noch dort ankommen, wenn möglich“. Antwortet sie ihm leise resigniert auf die brüske Antwort seinerseits.
 

Doch dann fällt ihr noch einmal etwas ein, etwas das ihr schon seit heute Mittag unter den Nägeln brennt, etwas das sie zu gerne von ihm gerne in Erfahrung bringen möchte. Er bemerkt, dass sie ihn dahingehend noch immer ungewöhnlich eindrücklich mustert und hakt seinerseits entsprechend harsch nach.
 

"Was ist denn noch, ich dachte du wolltest aufbrechen?!"
 

Indem antwortet sie ihm zwar, aber nicht unbedingt das, was er jetzt vielleicht als Antwort von ihr erwarten würde.
 

"Warum hast du das getan Thorin?!"
 

Lyriells warme Stimme klingt eindringlich und überraschend verwirrt.
 

Thorin starrt sie angesichts dieser unerwarteten Aussage an ihn erwartungsgemäß verblüfft an.
 

"WAS?
 

Was denn getan, wovon in Mahals Namen sprichst du da eigentlich überhaupt?" Kontert er dementsprechend unwillig.
 

Wieder sieht sie ihm entschlossen entgegen.
 

"Warum hast du mich dort in der Schenke geküsst...vor aller Augen? Sie ...sie haben es alle gesehehen. Aus welchem Grund hast du es erzwungen, war das denn wirklich nötig?" Wiederholt sie ihre Frage an ihn ruhig aber dennoch ungewöhnlich nachdrücklich.
 

Noch im selben Augenblick verfinstert sich seine ohnehin schon angespannte Mine zusehends.
 

"Ach daher weht der Wind. Ich verstehe! Nun, das werde ich dir gewiss nicht auch noch auf die Nase binden Weib." Grollt er ihr daraufhin erwartungsgemäß unwirsch und zudem merklich unangenehm berührt entgegen.
 

Plötzlich kann er sie unvermittelt lachen hören, es klingt unüberhörbar spöttisch.
 

"Ach ja wirklich? Als ob ich nicht selbst wüsste, was der wahre Grund dafür gewesen ist. Aber ich habe um ehrlich zu sein mit einer solchen oder ähnlichen Antwort von dir gerechnet mein GEMAHL!
 

Also bitte wenn du es so haben willst...ich...?!"
 

Will sie damit schon zu einer wenig rühmlichen Gegenantwort an ihren Gefährten ansetzten, doch da unterbricht er sie bereits und das ebenfalls nicht sehr freundlich.
 

"WAS...was weißt du? Gar nichts weißt du!
 

Unter steh dich, mir solcherlei Dinge unterstellen zu wollen...ich habe es getan um...um irgendwelchen möglichen Missverständnissen auf unser beider Verbindung zueinander vorzubeugen.
 

Nicht mehr und nicht weniger...!"
 

"Ach und ich dachte, ich bin in deinen Augen gar nicht deine Frau?! Das bekräftigst du doch immer wieder so hartnäckig. Woher also der plötzliche Sinnewandel?" Kann er sie plötzlich überraschend verblüfft in seine Richtung ansetzen hören.
 

Darauf reißt ihm so langsam der ohenhin schon so überstrapazierte Geduldsfaden.
 

"WAS?
 

Ach..das...das geht dich nichts an...ich..habe gar nicht...?!
 

Oh Khazad...verdammt was soll das Weib? Ich muss mich vor dir nicht extra rechtfetrigen und jetzt komm gefälligst, wenn du nicht laufen willst, dann steigst du jetzt besser auf wir müssen los...und keine einzige Silbe mehr in dieser Richtung oder du läufst hinterher, das ist mein letztes Wort.
 

Du sollest meine Gedurld besser nicht noch mehr strapazieren Eldarburam!"
 

Grollt er ihr daraufhin mehr als bedrohlich und grimmig entschlossen entgegen.
 

Die elbische Frau begreift sofort...sie nickt hastig und schickt sich anstatt dessen an, seiner Forderung umgehend Folge zu leisten. Sie weiß, was ihr sonst blühen würde und darauf legt sie nun wirklich keinen gesteigerten Wert, dies heute noch heraus zu finden.
 

Knappe drei Stunden später kommt der kleine Vorposten des Auenlandes tatsächlich in Sicht...es wird schon leicht dunkel als Thorin das sichtlich müde Pony noch einmal ungeduldig zur Eile antreibt..beide Reiter werden gänzlich von der heran nahenden Dämmerung verschluckt.
 

Lediglich das leise Hufgetrappel ihres gescheckten Ponys ist in der friedlichen Stille zu vernehmen, das nur von einem gelegentlichen Gackern der Hühner und dem aufgeregten Gebell der Hofhunde durchbrochen wird, als sich beide Wanderer dem Halblings Dorf nähern, in dem sie ihre Vorräte noch einmal auffrischen und zugleich zu nächtigen gedenken, ehe sie sich unweigerlich wieder durch die Wildnis der öden Lande schlagen müssen.



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