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Eru áva dartha amarth yoménië

Eine unerwartete Schicksalsbegegnung
von

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Tom Bombadil

Der Zwerg weiß indessen nicht so recht was er jetzt tun soll, warten oder sich doch lieber am Wegrand hinter den Steinen verbergen, um zu sehen, was das wohl für ein Zeitgenosse sein mag, der da dem Anschein nach so vollkommen arglos des Weges daher kommt. Denn besonders gefährlich sieht der fremde Mann, dessen äußerliche Merkmale ein wenig etwas von einem seines eigenen Volkes an sich haben ja nun nicht gerade aus. Zumindest für die Augen des Zwergenmannes, dennoch kann es täuschen.
 

Thorin bleibt daher vorsichtig und entschließt sich lieber dafür, zunächst erst einmal in Deckung zu gehen. Auch ist ihm der Umstand nicht wirklich etwas vernünftiges am Leib zu haben mehr als unangenehm, aber was hilft es ihm...im Moment geht es nicht anders. Er kann sich seine Gewänder nicht wieder herzaubern, die unweigerlich alle bis auf seinen Mantel in den Hügelgräbern zurück geblieben sind, wo sie ihm die Grabunholde einfach so abgenommen haben.
 

So bleibt dem damit mehr als schlecht gelaunten Zwergenfürsten wohl oder übel nichts weiter übrig, als abzuwarten bis der Fremde in seine und Lyriells Richtung kommt und er damit entscheiden kann, was weiter geschehen soll. Ob er sich ihm zu erkennen geben wird oder doch lieber vor dessen Augen verborgen bleiben will. Und so hofft er inständig, dass die Frau zur Abwechslung einmal genau das tut, was er ihr angeschafft hat und damit ebenfalls in Deckung bleibt.
 

Ansonsten wird er ihr eigenhändig den Hals umdrehen, soviel ist für Thorin unumstritten klar. Denn um es in die entsprechenden Worte zu fassen...ein Problem mit diesem fremden Mann genügt ihm derzeit völlig, dazu braucht er diese verwünscht eigensinnige Helbelfe nun nicht auch noch unbedingt, die ihm wohlmöglich noch ungefragt dazwischen platzt und damit alles an seinen Plänen zunichte machen würde.
 

Aber noch bevor der Zwerg irgendwie dazu kommt, sich deswegen weiter den Kopf zu zerbrechen, verhält das kurzbeinige, stämmige Pony des Mannes mit den eigentümlich strahlend blauen Augen gänzlich unaufgefordert und damit direkt vor Thorins selbst gewählten Versteck, gerade so als könne es ihn in seiner Deckung hinter dem Steinwall erkennen. Wobei der völlig verblüffte Zwergenkönig plötzlich ein warmes und tiefes, sowie deutlich amüsiertes Lachen vernehmen kann, das in eine ebenso vertrauenerweckend angenehme Stimme mündet.
 

„Na na Meister Zwerg, ich glaube ihr könnt da getrost aus eurem Versteck heraus kommen. Ich denke mein altes dickes Dumpy und auch ich selbst bin nicht sonderlich gefährlich für euch. Ich trage ja nicht einmal eine Waffe bei mir...also kommt da heraus und sagt mir lieber, was euch in diese unwirtliche und vollkommen menschenleere Gegend verschlagen hat? Sagt wisst ihr denn nicht, dass diese Höhen zuweilen äußerst gefährlich für nichtsahnende Wanderer wie euch sein können?“
 

Der fremde Mann blickt geradewegs in Thorins Richtung, als er so unvermittelt zu sprechen ansetzt. Was also bleibt dem völlig verblüfften Zwergenkönig anderes übrig, als sich ihm zu erkennen zu geben, auch da der Mann ihn offensichtlich sehen kann oder jedenfalls doch den eigenartigen Eindruck erweckt, als könne er die Anwesenheit des Zwerges wenigstens erahnen.
 

Indem entscheidet sich Thorin also dafür sich dem Mann zu zeigen, wobei er mit einem merklich unwilligen Knurren in der Kehle Anstalten macht sich zu erheben, um die von ihm darauf erfolgende Antwort dann auch nicht eben sonderlich freundlich zu formulieren, denn kaum ist er für den stämmig untersetzten Menschen sichtbar geworden, legt er auch schon dementsprechend brüsk los.
 

„Das weiß ich selbst Fremder, mir sind die Gefahren und Unannehmlichkeiten dieser Gegend durchaus bekannt und auch bewusst gewesen. Allerdings war mir nicht klar, dass ich schon soweit von meinem eigentlichen Weg abgewichen bin, um ausgerechnet HIER auf die Hügelgräberhöhen zu stoßen, die ich eigentlich hatte um jeden Preis vermeiden wollen. Zu meinem Verdruss muss ich zugeben, dass ich mich dahingehend leider geirrt und so gewissermaßen verirrt habe. Ich wäre im Leben nicht freiwillig an den Gräberhöhen vorbei gekommen, wenn ich diesbezüglich eine andere Wahl gehabt hätte.
 

Aber nun zu euch. Sagt mir, lieber wie ihr das gemacht habt? Wie..wie ist es euch möglich gewesen mich zu entdecken Mensch? Ich war äußerst vorsichtig, um möglichst nicht gleich sofort von aller Augen gesehen zu werden, denn man weiß ja nie, was oder wer so alles des Weges daher kommt und einem vielleicht etwas böses antun will? Nun und nach dem äußerst unschönen Zusammenstoß mit diesen Grabunholden ist es wohl nur verständlich, dass es besser ist stets auf der Hut zu sein. Sagen wir, die Wildnis ist tückisch und unter Umständen kann sie durchaus auch tödlich enden, besonders für unvorsichtige Wanderer!“
 

Der Zwergenmann verstummt, wobei er den an Körpergröße eher kleinen aber sehr breiten Menschen argwöhnisch und aufmerksam im Auge behält...der ihn seinerseits ganz offen und neugierig betrachtet, jetzt wo der Zwerg sich ihm zu erkennen gegeben hat.
 

Thorin hört den Mann mit einem Mal lachen, laut und merklich belustigt. Es klingt gutmütig und überraschend entspannt...und allein damit schon mehr als ungewöhnlich für diese unwirtliche Gegend, wo die Menschen normalerweise für gewöhnlich alles andere als gastfreundlich und hilfsbereit einzuschätzen waren oder besser es noch sind.
 

„Oh da habt ihr wohl recht Meister Zwerg. Ihr habt ausnehmend gut gesprochen, aber ich sage euch, vor mir müsst ihr euch gewiss nicht fürchten. Ich bin Tom...Tom Bombadil und ich bin der Älteste...dies ist eine der Außengrenzen meines kleinen selbstgewählten Reiches, das ich niemals verlasse und ihr habt obendrein unverschämtes Glück, dass ich ausgerechnet heute in diese abgelegene Gegend komme, was im Übrigen nicht sehr oft geschieht....denn die Hügelgräberhöhen meide auch ich zumeist.
 

Aber meiner Herrin Goldbeere verlangt es nach den lieblichen Sternblumen die im Volksmund auch Simbelmyne genannt werden, die seltenen weißen Blumen die auschließlich an den Gräbern gefallener Helden wachsen und sonst nirgends in ganz Arda zu finden sind. Ihr zuliebe bin ich hier...denn ich will sie ihr jetzt im Frühling zu Füßen legen, damit sie eine lange Zeit erblühen mögen, um uns beide mit ihrer klaren und reinen Schönheit zu erfreuen, denn die Herrin des Flusses liebt sie, so wie alle Blumen.
 

Ihr habt also großes Glück, dass ich euch getroffen habe, denn wie mir scheint seid ihr gerade noch mit dem Leben davon gekommen? Die Gräber sollte man besser meiden, wenn man nicht in deren Bann gezogen werden will...aber viel mehr würde mich interessieren, wie ihr ihnen entkommen konntet Zwerg? Denn in der Regel gelingt es den einfachen Gemütern nicht wieder so einfach ihrem Bann zu entkommen...es erfordert ein mutiges Herz und noch mehr Willenkraft den Bann der Unholde zu brechen, wenn er einmal gewirkt worden ist.
 

Wie seid ihr dort überhaupt hinein gelangt oder vor allem wie seid ihr dem wieder entkommen?“
 

Der Mann der den Namen Tom Bombadil trägt, sieht den Zwerg offenkundig verblüfft an, der mit nichts weiter als seinem Pelz gefütterenden Mantel auf dem Leib vor ihm steht und ihn derzeit ebenso verwirrt anstarrt.
 

„Was..ähhh wie, ich verstehe nicht ganz?“ Stolpert es so entsprechend stockend aus Thorin heraus. Doch dann begreift er...“oh ich, nun es muss wohl im Schlaf geschehen sein. Ich kann es mir nur so erklären, denn als ich vorhin wieder zur Besinnung kam, fand ich mich bereits wieder unter freiem Himmel wieder...mit NICHTS als meinem Mantel auf der nackten Haut. Sie haben mir nichts gelassen, weder meine Kleider, noch meine übrige Habe. Alles was ich besessen habe, ist unweigerlich fort und dort unten geblieben. Anstatt dessen hatte ich nichts weiter, als irgendwelchen wertlosen Plunder an Geschmeide und eiskalten Fetzen am Leib...das ist so ziemlich alles, was mir übrig geblieben ist.“
 

Tom Bombadil sieht den Zwerg für einen Moment lang bedauernd an, ehe er ihm etwas darauf entgegenet.
 

„Eure Gewänder Meister Zwerg, ihr werdet sie nicht wieder finden, glaubt mir das...und auch SIE wird die ihren nicht mehr finden können, ich weiß das, ich kenne die Gräber und auch deren üblen Bewohner sehr gut. Nun also warum gebt ihr meinen Mantel denn nicht eurer Gefährtin, damit auch sie sich es dem Anstand gebietend bedecken kann? Ich benötige ihn im Moment nicht und gebe ihn ihr daher gerne. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie gewiss nichts dagegen einzuwenden haben wird. Vermutlich ist es ihr lieber, als sich den euren mit ihr zu teilen.“
 

Mit einem gutmütigen Lächeln nimmt der untersetzte Mann ohne weiteres seinen Mantel ab und hält ihn den im Anschluss daran mit einer auffordernden Geste, dem mehr als überraschten Zwerg direkt vor die Nase.
 

Thorin, der sich hingegen nicht im Ansatz erklären kann, wie dieser Mensch es jetzt geschafft haben mag zu erraten, dass er nicht alleine unterwegs ist und noch mehr, dass es sich bei seiner Begleitung offenkundig um eine Frau handeln muss...denn bisher hat sie zur Abwechslung nämlich tatsächlich einmal das getan, was der Zwergenmann von ihr verlangt hat und ist da geblieben, wohin er sie geschickt hat....nämlich in Deckung.
 

"Wo..woher wisst ihr..das...das ist doch völlig unmöglich?" Fährt es daher erwartungsgemäß überrascht aus dem Zwerg heraus, der sich nicht soweit im Griff hat, um sich seine Verblüffung darüber nicht anmerken zu lassen.
 

Tom sieht den Zwergenfürsten mit einem gutmütigen Augenzwinkern an.
 

„WAS, dass ihr nicht allein in der Wildnis unterwegs seid? Nun ich habe eigentlich nur gut geraten...aber sagen wir, ich sah euch schon auf den ersten Blick an eurem Verhalten an, dass ihr nicht allein sein könnt oder nur euch allein schützen wolltet, so angespannt wie ihr auf mich reagiert habt, als ihr mich saht. Indem versuchte ich lediglich eins und eins zusammen zu zählen und nahm daher einfach an, dass ihr zumindest eine Begleitung haben müsst, auch da ihr es ganz offensichtlich nicht aus eigener Kraft geschafft habt, den Grabunholden zu entkommen. Also muss jemand bei euch sein nun und zumeist ist das entweder ein Freund, ein Reisegefährte oder oft aber auch das eigene Weib, das ein Mann bei sich hat.
 

Und so nahm ich an, es sei eure Gefährtin gewesen, die euch damit unweigerlich die Haut gerettet hat, denn ein Fremder hätte das vermutlich nicht so einfach für euch auf sich genommen, der ja im Grunde nichts für euch übrig und damit auch keinen besonderen Anreiz hätte, euch damit das Leben zu retten. Tja und offenbar liege ich mit meiner Vermutung wohl nicht ganz so daneben...also was ist, wollt ihr sie nicht endlich holen gehen? Irgendwo muss sie ja sein, weit fort geschickt könnt ihr sie nicht haben. Ich denke sie hört uns sogar zu, wenn ich nicht irre?“ Toms Blick richtet sich während dieser Worte fragend und entsprechend neugierig auf den noch immer merklich verblüfften Zwerg aus, wobei er ihn abwartend betrachtet.
 

Thorin strafft sich sichtlich unter seinem forschenden Blick, bevor er erneut zu einer Gegenantwort ansetzt.
 

„Ihr habt recht Meister Bombadil, ich bin tatsächlich nicht allein...aber sie ist in diesem Sinne nicht als mein Eheweib anzusehen, wenn ihr das denkt, das muss ich gleich von vorne herein klar stellen. Wir...wir sind nichts weiter als Weggefährten, die das Schicksal durch einen unglücklichen Zufall aneinander gebunden hat...und doch muss ich zugeben, dass ich ohne sie vermutlich nicht hier stehen würde und mit euch reden könnte, denn sie ist es tatsächlich gewesen, die mich von dort unten heraus geholt haben muss.
 

Ich bin vor einigen Tagen bei einem unerwarteten Angriff von ein paar Strauchdieben übel verwundet worden und war gestern Nacht nicht bei Sinnen, als sie uns geholt haben. Sie muss mich brefeit...und...und mit ihrem heilerischen Geschick irgendwie ins Leben zurück geholt haben. Ich bin noch nicht wieder ganz gesund, aber es geht mir mit ihrer Hilfe jetzt schon deutlich besser und allein dafür habe ich ihr einges zu verdanken. Allerdings verstehen wir beide uns nicht besonders gut, also wundert euch nicht darüber, wenn wir zuweilen etwas heftig aneinander geraten sollten.“
 

In dem Moment, als Thorin diese unschöne Tatsache so richtig bewusst wird, dass er und sie zwar durch das Schicksal aneinander gebunden sind....sich aber ansonsten nicht ansatzweise verstehen und so ständig aneinander geraten verstummt er, wobei ihm ein hartes und unangenehmes Schlucken die Kehle hinunter fährt.
 

Ja es ist ihm in diesem Augenblick nur zu klar geworden, dass er ohne sie vielleicht schon nicht mehr leben würde. Ein Umstand, der seiner verletzten und ordentlich angeknacksten Würde ganz gehörig zu schaffen macht und die ohnehin angespannte Situation zwischen ihnen nicht eben einfacher gestaltet.
 

Tom sieht ihn indessen weiterhin auffordernd an, während sich ein amüsiertes Lächeln auf die Lippen legt.
 

„Hmm habt ihr denn schon einmal darüber nachgedacht, dass es eventuell auch daran liegen könnte, dass ihr und sie euch einander vielleicht ähnlicher sein könntet, als angenommen? Oft liegt der Grund für Unstimmigkeiten einfach auch nur daran, dass man sich vom Wesen her sehr ähnlich ist....zumindest was so gewisse Verhaltensweisen betrifft und zumeist sind es genau die, die die man an sich selbst am wenigsten mag.
 

Ich kenne das...davor ist wohl niemand gänzlich verschont.
 

Nun habt ihr mich aber äußerst neugierig auf eure Gefährtin gemacht, die sie dem Anschein nach ja gar nicht ist? Na wollt ihr sie denn jetzt nicht endlich holen gehen? Wenn sie nach den Gräbern ebensowenig am Leib hat wie ihr, was ich schwer annehme, dürfte die Ärmste inzwischen ganz ordentlich druchgefroren sein...oder meint ihr nicht auch?



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