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Ein Tag im Leben der Katie Bell

Katie und Oliver
von

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ein ganz gewöhnlich ungewöhnlicher Tag

6:15 Uhr

Unermüdlich und erbarmungslos klingelte ihr Wecker und wieder einmal hätte sie dieses störende Hassobjekt liebend gern gegen die Wand geschmissen. Warum mussten die Nächte auch so unglaublich kurz sein? Und wieso mussten ihr die Lehrer auch so viele Hausaufgaben geben, dass sie diese neben dem Training, welches Oliver in unerbittlicher Manier abhielt, kaum bewältigen konnte?

Die Welt war einfach ungerecht.

Völlig zerzaust und noch kein bisschen ausgeschlafen schlurfte Katie Bell Richtung Duschen und rieb sich den Schlaf aus den Augen.

Merlin sei Dank war morgen Wochenende und das würde sie eindeutig zum Schlafen nutzen. Davon würde sie niemand abhalten können, auch ein Oliver Wood nicht, der sich einbildete, das Wochenende sei nur für Quidditch da.
 

Während das warme Wasser über ihren Körper lief, wanderten ihre Gedanken schon zu dem vor ihr liegenden Tag. Heute erste Stunde Verwandlung mit den Ravenclaws, dann hatte sie Zaubertränke mit den Schlangen, Kräuterkunde mit den Puffs und dann als krönender Abschluss des Tages warteten noch einmal die Schlangen auf sie, um Geschichte der Zauberei als letztes Fach des Tages und der Woche zu haben. Ein leises Seufzen verließ ihre Lippen. Wenn sie wenigstens mit Oliver zusammen Unterricht haben könnte. Aber nein, er musste ja unbedingt drei Jahre älter sein. Und dieses Jahr war auch noch ausgerechnet sein letztes! Wieder seufzte sie und diesmal lauter.

“Was denn? Denkst du schon wieder an unseren sadistisch veranlagten Kapitän?” Katie hatte gar nicht mitbekommen, dass Angelina ebenfalls ins Bad gekommen war. Schnell beugte sich Katie aus der Dusche und warf ihr einen finsteren Blick zu, den ihre Teamkollegin breit grinsend ignorierte.

“Er ist nicht sadistisch veranlagt!”, grummelte Katie und stellte das Wasser ab. Mit einem Handtuch um den schlanken Körper geschlungen, trat sie aus der Dusche und machte so Angelina Platz.

Während diese unter das Wasser stieg, meinte sie lachend: “Doch, das ist er. Sonst würde er dich nicht so lange quälen und endlich mal mit dir ausgehen, Katie.”

Katie schnaubte nur und griff zur Bürste. Mit wütenden Zügen kämmte sie ihr langes Haar und sah dann in den Spiegel. Auch wenn sie es nicht gern zugab, in diesem Punkt hatte Lina definitiv Recht. Oliver konnte ziemlich kalt und reserviert sein, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen ging. Vor allem, wenn diese Beziehungen nichts mit Quidditch zu tun hatten.

Katie hatte mehr als nur einmal mit angesehen, wie er ein Mädchen abgewiesen hatte.

Seine Standartantwort war: “Es tut mir Leid, aber ich kann nicht mit dir ausgehen. Ich habe ein Ziel und dieses verfolge ich. Daher habe ich für so etwas leider keine Zeit.”
 

Fred und George hatten sich schon mehrmals darüber lustig gemacht. Der halbe Gemeinschaftsraum hatte bei ihren Darbietungen lachend am Boden gelegen. Die andere Hälfte hatte schnaufend und prustend entweder auf der Couch und den Sesseln gelegen oder sie hatten sich auf den Fensterbrettern und den Treppen befunden. Jedenfalls hatte der ganze Gemeinschaftsraum schallend gelacht.

Katie musste aber auch zugeben, dass ein Fred in Mädchenklamotten, krass bunt geschminkt und mit pinker Perücke schon zum Brüllen war, aber ein George, der umzingelt von Besen war, die alle eindeutig mit ihm flirteten - ja! Die Besen haben wirklich mit ihm geflirtet, denn er hat ihnen allen ein Gesicht gezaubert! - war wirklich der Wahnsinn gewesen. Das Ziel, welches “Oliver” verfolgte war klar. Vor allem, nachdem George meinte, dass er leider keine Zeit für dieses reizende Geschöpf vor ihm hätte, da er - Oliver - all diese Besen noch ordentlich durchnehmen müsse.

Der Einzige, der diese Vorstellung überhaupt nicht komisch fand, war Oliver.

Was Fred und George jeweils zehn Punkte Abzug brachten, denn nicht umsonst war Percy Weasley der beste Freund von Oliver. Auch wenn Percy durchaus ein breites Grinsen bei dem Auftritt seiner Brüder auf den Lippen hatte.
 

7:00 Uhr

Gemeinsam mit Angelina und Alicia verließ sie den Gryffindorturm und machte sich auf den Weg in die große Halle zum Frühstück. Im Gemeinschaftsraum waren sie schon auf die Zwillinge getroffen, die allem Anschein nach ihren nächsten Streich gegen die Schlangen planten. Lina hatte versucht herauszubekommen, was die beiden machen wollten, aber wie immer sagten sie kein Wort. Nur ihr breites und zufriedenes Grinsen ließ darauf hindeuten, dass es den Kellerbewohnern gar nicht gefallen würde.

“Hast du deinen Aufsatz fertig?”, riss Alicia Katie aus ihren Überlegungen und sah sie neugierig an. “Den für Zaubertränke? Ja, mit Hängen und Würgen. Ich hab gestern echt gedacht, ich komm gar nicht mehr ins Bett.”

Was sie wohlweislich verschwieg, war die Tatsache, dass sie bei dem Aufsatz Hilfe bekommen hatte. Auch wenn sie sich nicht wirklich sicher war, ob das Ganze wirklich passiert war.

Als sie gestern in der Bibliothek gesessen hatte und die richtigen Worte für ihre Hausaufgabe suchte, kam ein seltener Gast in die Bibliothek. Wenn Katie ehrlich war, hatte sie ihn noch nie lesen sehen. Aber Marcus Flint schien genau zu wissen, was er suchte, denn er ging zielstrebig zwischen den Regalen hindurch und griff nach genau den Büchern, die er brauchte.

Dabei hatte er Katie bemerkt, die ihn allerdings wie immer gekonnt ignorierte.

“Zaubertränke?”, hatte sie ihn fragen hören und verwundert aufgesehen. Statt einer Antwort hatte sie nur genickt. Darauf hin hatte Marcus seine Bücher auf ihren Tisch gelegt, sich wortlos umgedreht und ihr nach kurzem Suchen einen dicken Wälzer auf den Tisch gepackt. Dann hatte er sich seine Bücher geschnappt und war gruß- und wortlos verschwunden.

Zögerlich hatte Katie das Buch zu sich gezogen und mit der Zeit festgestellt, dass es wirklich gut war, weshalb sie ihren Aufsatz noch vor der Sperrstunde beenden konnte.
 

Mittlerweile waren sie in der großen Halle angekommen und kaum dass Katies Blick zum Löwentisch glitt, hüpfte ihr Herz in ihrer Brust schneller und lauter. Dort saß - in ihren Augen einem Gott gleich - Oliver Wood und frühstückte in aller Ruhe. So, wie er aussah, musste er schon eine Runde geflogen sein. Das braune Haar war leicht zerzaust und er trug einen dicken und sicherlich warmen Pulli.

“Wie es aussieht, war Mr. Sadist schon auf dem Besen.”, sprach Lina in etwa das aus, was Katie dachte.

“Er ist ja schon fast besessen.”, murmelte auch Alicia.

Katie schnaubte nur wieder und ließ beide Bemerkungen unkommentiert. Stattdessen lief sie die letzten Schritte zum Tisch und setzte sich lächelnd Oliver gegenüber. “Guten Morgen!”, grüßte sie gut gelaunt. Oliver sah auf und erwiderte ihr Lächeln mit einem Nicken.

“Schon geflogen?”, fragte Katie, während sie nach einem Brötchen griff.

“Ja, das Wetter heute Morgen ist einfach perfekt dafür. Nur eine leichte Briese und die Sonne schien auch schon ein wenig. Das musste ich einfach nutzen.”

Als er ihrem Blick begegnete, setzte Katies Herz für einen Moment aus. Es kam selten vor, dass Olivers Augen so leuchteten, doch immer wenn sie es taten, hätte Katie ihn am liebsten geküsst.

Gut, das wollte sie durchaus auch, wenn seine Augen nicht so strahlten, aber in diesen Momenten musste sie sich besonders stark zusammen reißen, um ihrem Drang nicht nachzugeben.

“Ich möchte heute Nachmittag ein Training machen. Dafür lass ich das am Sonntag ausfallen.”, meinte Oliver und griff zu seinem Tee.

“Habe ich gerade ausfallen gehört?” Mit Schwung rutschte Fred neben seinen Kapitän und sah ihn mit begeistertem Blick an.

Der verdrehte nur die Augen. “Ja, hast du gehört. Wir trainieren heute und dafür ist Sonntag frei.”

“Oh mein Gott!” George, der mittlerweile neben Fred saß, griff sich mit ergriffenem Gesichtsausdruck an die Brust und schniefte. “Fred! Das müssen wir unbedingt in unseren Memoiren notieren.”

“Ja, ein Sondereintrag für unseren gnädigen und allseits heiß geliebten Kapitän…”

“…der menschliche Züge annimmt…”

“…und uns doch tatsächlich einen Sonntag freigibt!”

Sie sahen sich an und hatten auf einmal beide ein Taschentuch in der Hand, mit welchem sie sich beide imaginäre Tränen wegwischten. Im Chor meinten sie: “Wir sind wirklich gerührt!”
 

Alicia und Angelina mussten sich beide stark das Lachen verkneifen, während sich die Zwillinge jetzt ihrem Frühstück widmeten, während Olivers Mine sich merklich verfinstert hatte. Der begeisterte Ausdruck in seinen Augen war verschwunden.

Katie wusste, dass er es nicht mochte, wenn sie ihn auf diese Weise aufzogen.

Zum wiederholten Mal an diesem Tag seufzte sie leise. Manchmal konnten die beiden aber auch wirklich anstrengend sein.
 

7:45 Uhr

Katie hatte sich als Erste erhoben und machte sich auf den Weg zum Unterricht. Schon als sie zur Tür heraus ging, strich sie sich ihre Haare aus der Stirn und krempelte die Arme ihrer Bluse ein Stück nach oben.

Wie jeden Morgen müsste jetzt eigentlich gleich Flint um die Ecke kommen und sie wieder in eine dieser bescheuerten Diskussionen verwickeln. Katie wusste, dass es dumm war, darauf einzugehen, aber sie konnte irgendwie nicht anders. Wenn sie ehrlich war, musste sie zugeben, dass sie es liebte, sich mit ihm zu streiten.

Und auch heute wurde sie nicht enttäuscht. Kaum, dass sie um die Ecke zum nächsten Gang kam, sah sie ihn leicht lächelnd, die Arme vor der Brust verschränkt an der Wand gelehnt im Gang stehen. Es machte fast den Anschein, als würde er direkt auf sie warten.

“Und, Miss Bell, wie haben wir genächtigt?”

Sie schnaubte abfällig. “Ich wüsste nicht, was dich das angeht!” Auch sie hatte jetzt die Arme vor der Brust verschränkt und sah furchtlos zu ihm auf. Ja, zu ihrem Leidwesen musste sie nach oben schauen, denn Marcus Flint war einen guten Kopf größer als sie.

“Oh, die kleine Löwin fährt ihre Krallen aus! Jetzt hab ich wirklich Angst!” Ein abfälliger Ausdruck machte sich auf seinem Gesicht breit.

“Nenn mich nicht klein.” Ihre Augen sprühten förmlich Funken und Marcus nickte ernst. “Du hast eindeutig Recht, du bist keine kleine süße Löwin, du bist ein Mantikor! Du bist zwar ohne Frage intelligent, aber deine Worte sind wie giftige Stacheln, du bist bissig und wenn du könntest, würdest du mich mit einem Stich deines Scorpionsschwanzes töten. Außerdem bist du sehr laut.”

Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, nickte er bekräftigend und sah ihr fest in die Augen.

Im ersten Moment war Katie sprachlos. Dass er sie mit einem Mantikor verglich, war wirklich die Höhe. Wo bitte sah sie aus wie ein Löwe und wo bitte hatte sie einen Scorpionsschwanz? Aber gut. Auch ihr fiel sofort ein Wesen ein, mit dem sie ihn vergleichen konnte.

“Gut, dann bist du aber ohne Frage ein Basilisk. Ohne Frage der König der Schlangen, dein Biss ist mit Sicherheit tödlich und von deinem mörderischen Blick will ich gar nicht erst anfangen. Jeder, der dich nur einmal ansieht, muss sofort sterben!”

Mit diesen Worten wollte sie sich an ihm vorbeischieben, doch Marcus packte sie mit festem Griff am Oberarm und wirbelte sie herum.

Plötzlich war sie mit dem Rücken an die Wand gepresst ihm völlig ausgeliefert. Erschrocken und mit großen Augen sah sie zu ihm auf, während er sich bedrohlich zu ihr herunter beugte.

“Jeder muss sterben, der Eine früher, der Andere später. Und dafür, dass man bei meinem Anblick sofort stirbt, geht es dir aber noch erstaunlich gut, kleine Löwin.”

Katie nahm nur am Rande war, dass er wieder bei seinem Lieblingsspitznamen für sie angelangt war. Viel mehr war sie damit beschäftigt, ihn sich vom Leib zu halten. Sie stemmte ihre Hände gegen seine Brust und versuchte, ihn wegzudrücken. Doch zu ihrem Schrecken musste sie feststellen, dass sie keine Chance gegen ihn hatte und wenn er es darauf anlegen würde, könnte er seinen Körper direkt an ihren pressen.

Doch er tat es nicht. Vielmehr löste er die Spannung in seinem Körper und gab sie wieder frei. Noch einmal sah er zu ihr herunter, zog ihr kurz sachte an einer ihrer Strähnen und drehte sich dann wortlos um und machte sich auf den Weg zu seinem Unterricht.
 

8:00 Uhr

Obwohl sie Verwandlung eigentlich mochte, hatte sie heute keine wirkliche Lust auf das Fach. Noch immer war sie in Gedanken bei dem Slytherin, der sie mit absolut unglaublicher Regelmäßigkeit zur Weißglut trieb. Das Problem war nämlich, dass sie in letzter Zeit immer den Kürzeren zog, wenn es um ihre kleinen Sticheleien ging.

Nur äußerst widerwillig richtete Katie ihre Aufmerksamkeit der Lehrerin vor sich. “…und wenn Sie diesen Zauber geschafft haben, dürfte die nächste Prüfung kein Problem für Sie darstellen.”

Ein allgemeines und unzufriedenes Raunen ging durch die Schüler. Wieder eine Prüfung. Als hätten sie nicht schon alle genug zu tun!

Und dann auch noch in Verwandlung, was für viele eines der schwersten Fächer war. Lina neben ihr fluchte leise. Ja, ihre Freundin war leider einer der Menschen, denen Verwandlung absolut nicht lag.

“Das wird schon.”, versuchte Katie ihr Mut zu machen. “Wir lernen einfach wieder zusammen, dann wird das klappen.” Bis jetzt hatten Katies Hilfestellungen immer den gewünschten Effekt gebracht und Lina war durch jede Prüfung gekommen. Ein dankbares Nicken ihrer Banknachbarin und ein kleines Lächeln. Auch Katie grinste leicht.

Sie freute sich, wenn sie anderen Menschen helfen konnte.

“So, nun nehmen Sie sich bitte alle einen Stein und üben den Zauber.” McGonagall deutete auf den Materialientisch, der sich unter der Last der Steine schon leicht bog.

“Sollen wir uns einen Bruch heben?”, fragte Lee leise und mit Missbilligung in der Stimme. Fred neben ihm klopfte ihm auf die Schulter. “Komm schon, das kann doch nicht dein Ernst sein. Das ist doch nur ein Stein. Wollen wir wetten, dass ich ihn hierher bekomme, ohne ihn überhaupt anzufassen?”

Mit breitem Grinsen sah er seinen Freund an, der wiederum große Augen machte. “Wie willst du das denn bitte bewerkstelligen?”

Alicia, die vor den beiden saß, drehte sich die Augen verdrehend rum: “Lee, schon mal was von Magie gehört?”

Man konnte direkt sehen, wie Lee begriff, dass Fred ihn so richtig vorgeführt hatte.

Finster sah er seinen um Fassung bemühten Freund an. “Sehr witzig, Weasley.”

Der presste seine Hand vor den Mund und unterdrückte ein Lachen: “Ich weiß, Lee, ich weiß!”

“Mr. Weasley, Mr. Jordan, wollen Sie sich heute noch einen Stein holen? Wenn Sie es vorziehen, morgen und übermorgen den Stoff nachzuholen, habe ich auch kein Problem damit.” McGonagall sah finster auf ihre Schüler, die sofort aufsprangen und sich jeder einen Stein griffen.
 

9:00 Uhr

Katie hasste die Kerker. Und das nicht nur, weil es hier unten muffig, dunkel und kalt war. Nein, hier lebten die Schlangen. Und hier fand Zaubertränke statt. Zusammen mit den Schlangen und welches Severus Snape unterrichtete.

George, der in Zaubertränke neben ihr saß, grummelte: “Ich hasse dieses Zimmer. Es stinkt nach irgendwelchen fauligen Sachen und Licht ist auch Mangelware.”

“Komm schon, nicht so niedergeschlagen, Brüderchen.” Fred hatte sich zu seinem Zwilling gewandt und ihn breit grinsend angesehen.

Katie, der das nicht entgangen war, beugte sich zu den beiden. “Was genau habt ihr vor?”

“Das, liebe Katie, wirst du schon bald merken. Aber ich bitte dich, nicht zu auffällig auf etwas zu warten, sonst wird es nämlich nichts.”

Katie nickte. “Gut, aber wehe, es lohnt sich nicht.”

“Hat es sich einmal nicht gelohnt, wenn wir etwas gemacht haben?” George sah sie völlig entsetzt an.

Bei diesem fassungslosen und erschrockenen Gesicht konnte Katie gar nicht anderes, als zu lachen. “Nein, ihr seid eindeutig die Besten. Niemand kann mit euch mithalten.”

Fred nickte zufrieden und trat hinter Katie. Beschwörerisch legte er ihr eine Hand auf die Schulter. “Weil du eben so ehrlich zu uns warst, sind wir nun auch ehrlich zu dir.” Bedeutungsvoll sah er sie an. “Katie. Wir können dir voller Stolz und Freude mitteilen, dass sich etwas an der Oliverfront getan hat.” Wie ein stolzer Vater sah er auf das Mädchen vor sich und wischte sich eine nicht vorhandene Träne aus den Augenwinkeln.

George nickte und ließ Katie gar nicht erst zu Wort kommen. “Oh ja, wirklich. Ich dachte erst, dass es nur Zufall war, aber seit bestimmt einem Monat schaut dir unser Kapitän hinterher. Gefolgt…”

“…von einem tiefen und langen Seufzen. Weil du so unerreichbar für ihn bist.”

“Er ist aber auch wirklich selber Schuld. Was stellt er auch solche bescheuerten Regeln auf?”
 

Katie wusste ganz genau, um was für Regeln es sich hier handelte:

1. Keine Beziehungen zwischen den Mitgliedern eines Teams

2. Keine Beziehung zu Mitgliedern anderer Teams

3. Am besten gar keine Beziehung führen, außer es geht um die Beziehung zum Besen
 

Es gab noch weiterer Regeln, doch die waren für den momentanen Sachverhalt unwichtig. Ungläubig sah Katie zu den beiden Jungs. Ihr war bewusst, dass zumindest ihre Teamkollegen wussten, wie es um ihr Herz stand. Nur der sture und in dieser Beziehung blinde Schotte hatte noch nichts bemerkt. Oder wollte nichts bemerken, da war sich Katie nicht sicher.

“Niemals.”, meinte sie deshalb und sah finster von einem zum anderen.

“Doch. Ich schwöre, Katie.” George sah sie ernst an.

“Du kannst gern auch Lesh und Lina fragen!”, fügte Fred hinzu.

“Was kann sie uns fragen?”, wollte Alicia wissen.

“Das mit Oliver.” Katie hatte sich zu ihr gedreht und sah sie jetzt erwartungsvoll an.

“Was? Dass er dir wie ein sabbernder Hund hinterher starrt? Und sein Maul nicht aufkriegt, um dir zu sagen, dass er dich mag? Ja, das stimmt.”

“Ich hab es dir ja heute morgen schon gesagt. Der Mensch ist ein Sadist. Und das mit Haut und Haar.”

Doch Katie konnte nichts mehr darauf erwidern, denn in diesem Moment betrat die Fledermaus, wie die Gryffindors ihren Zaubertränkelehrer heimlich nannten, den Kerker.

Die Stunde zog sich wie Kaugummi hin und Katie hatte fast das Gefühl, als würde sie nie enden wollen.

Nicht nur, dass sie einen widerlich riechenden Trank brauen mussten, auch Fred und George schienen nicht die Absicht zu haben, diese Stunde ihren Streich durchzuführen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit schien Merlin endlich ein Einsehen mit ihr zu haben und die Unterrichtsstunde war endlich zu Ende. Stöhnend erhob sich Katie und dehnte sich. Auch George neben ihr machte leichte Entspannungsübungen und schaute dann leicht gefrustet zu seinem Bruder. “Wir sollten das Ganze etwas beschleunigen, sonst sterbe ich heute noch vor Langeweile.”

Fred nickte. Auch er sah nicht wirklich munter und motiviert aus.

“Ja, ich denke, zum Mittagessen können wir zuschlagen.”

“Gut, ich bereite alles vor.” Mit diesen Worten erhob sich George und verschwand aus den Kerkerräumen. Fred meinte an Lina gewandt: “Merlin sei Dank haben wir jetzt erst einmal ein wenig Ruhe vor den nervtötenden Reptilien.”

Fred hatte heute mit einer Schlange zusammenarbeiten müssen, weil er in diesem Fach nicht wirklich den Durchblick hatte. Schließlich ließ er nicht umsonst George immer alle Streichtränke zusammenbrauen. Schließlich wollte er keinen vergiften. Selbst mit den Schlagen hatte er Erbarmen. Wobei George immer meinte, dass Fred nur nicht nach Askaban wollte, weil er vielleicht an einem Mord schuld sein könnte.

Angelina nickte und grinste Katie an: “Ja, zwei Stunden Kräuterkunde. Endlich mal entspannen. Und dann hat Katie gleich was, worüber sie zum Mittag mit Olli reden kann!”

Oliver war brilliant in Kräuterkunde und wusste so ziemlich alles, was dieses Fach betraf. Und Katie nutzte das, indem sie in dem Fach nicht so sehr aufpasste und es sich lieber anschließend von Oliver erklären ließ. Fred, der ebenfalls sehr gut in dem Fach war, schüttelte traurig den Kopf. “Ich muss schon sagen, dass ich es sehr gemein finde, dass Katie immer Oliver fragt, schließlich bin ich auch gut in diesem Fach!” Schmollend schob er die Unterlippe nach vorn und grummelte leicht. Katie lachte nur und klopfte ihm auf die Schulter: “Weißt du Fred, wenn du jemandem was in Kräuterkunde erklären willst, dann fang doch bei deinem Bruder an.”

Wo George gut in Zaubertränke war, lag Freds Stärke in Kräuterkunde, wodurch sie sich ausglichen.

“Stell dir vor, ich glaube, ich werde das auch machen. Und wo ich schon dabei bin, werde ich ihm auch noch schöne Augen machen, vielleicht ist er ja so begeistert, dass er mich auf der Stelle küssen und heiraten will. Ich bin mir sicher, wir werden das perfekte Paar werden. Auch wenn Oliver immer sagt, dass wir innerhalb des Teams keine Beziehungen führen dürfen, unsere Liebe ist stärker.” Feierlich schlug Fred sich mit der Faust auf sein Herz und schniefte kurz. Dann schritt er hocherhobenen Hauptes an den beiden kichernden Mädchen vorbei und machte sich auf den Weg zu Kräuterkunde.

“Und weißt du, was das Schlimmste ist? Ich trau den beiden zu, dass sie wirklich so eine Show machen würden. Einfach nur um sich über dich und Oliver lustig zu machen!”, prustete Angelina.

Auch Katie konnte nicht anders, als ebenfalls zu lachen, auch wenn es eigentlich traurig war, denn alle Bemerkungen ihrer Freunde machte ihr deutlich, wie unerreichbar er eigentlich für sie war.

“So, dann wollen wir uns mal zu den Alraunen begeben!”, flötete Angelina und zog Katie hinter sich her.
 

12:00 Uhr

Mit leichten Kopfschmerzen ließ sich Katie auf die Bank fallen und nahm einen großen Schluck aus ihrem Becher. Kräuterkunde war alles andere als entspannend gewesen. Diese kleinen aufgeweckten und ziemlich brutalen Pflanzen hatten sie Kräfte gekostet, denn wer topfte schon gern etwas um, was sich nach Leibeskräften genau dagegen wehrt?

NIEMAND! Und wenn doch, dann würde Katie ihn ins St. Mungo einliefern lassen. Auf der Stelle und ohne Pardon.

Auch Fred und George hatten nicht wirklich Spaß bei der ganzen Sache gehabt, das sah man ihren Gesichtern an.

“Was hat euch denn den Kesselkuchen versalzen?”, fragte Oliver, dem die mürrischen und müden Gesichter seiner Teamkameraden nicht entgangen waren.

“Alraunen.”, grunzte George und schaufelte sich Bratkartoffeln auf seinen Teller.

“Alraunen? Gott, wie hab ich die geliebt! Ihr habt sie umgetopft, oder? Das war das Schönste im ganzen Jahr, fand ich. Die Kleinen sind aber auch putzig. Ein kleines bisschen widerspenstig, aber putzig!” Begeistert sah er in die Runde und begegnete nur entsetzten und fassungslosen Gesichtern.

“Was bist du denn für einer? Kommst du vom Mars? Das ist ja gruselig!” Fred sah völlig entsetzt zu seinem Kapitän, der gerade genüsslich in ein Hühnerbein beißen wollte.

“Sehr witzig.”, meinte er nur und ignorierte die noch immer ziemlich sprachlosen Gesichter der anderen.

Auch Katies Blick entging ihm. Sie war mehr als nur entsetzt. Vor allem, aber, weil sie sich gerade überlegte, wie sie ihn wohl aus dem St. Mungo wieder herausbekommen könnte, falls man ihn wirklich wegen seiner ziemlich … ungewöhnlichen Einstellung einliefern sollte.

“Ah, Harry!”, rief Oliver auf einmal quer über den Tisch und winkte den Drittklässler zu sich. Sonderlich begeistert sah er nicht aus, dass er vom Mittagessen abgehalten wurde. Doch ohne etwas zu sagen, kam er zu seinem Kapitän und sah fragend zu ihm herunter. “Wir werden heute nach dem Unterricht trainieren, dafür ist Sonntag frei.” Harry hatte beim ersten Teil des Satzes genickt, beim zweiten Teil entglitten ihm die Gesichtszüge. “Wir haben Sonntag spielfrei? Ist was Schlimmes passiert?”, fragte er besorgt.

Fred und George fingen schon leise an zu lachen, während Oliver nur leicht verstimmt den Kopf schüttelte.

“Gut, dann bis später.”, meinte Harry und verschwand mit einem letzten besorgten Blick Richtung Oliver zu Ron und Hermine, die schon auf ihn warteten.

“Was genau gefällt dir eigentlich an Alraunen?” Katie traute sich kaum, diese Frage zu stellen, aber es interessierte sie wirklich, denn sie konnte diesen kleinen garstigen Wesen absolut nichts abgewinnen. Ganz im Gegenteil. Wenn sie gekonnt hätte, hätte sie auf jeglichen Kontakt zu den Pflanzen verzichtet.

Kurz sah er sie misstrauisch an, als er aber bemerkte, dass sie es ernst meinte, fing er an zu erklären: “Ich finde ihre Heilkräfte unglaublich. Außerdem…” Weiter kam Oliver nicht, denn plötzlich wurde sein Kopf nach unten gedrückt und sein Gesicht landete im Kartoffelbrei auf seinem Teller. “Wood, was habe ich eben erfahren? Du willst heute trainieren? Und dann auch noch zu unserer Zeit? Was glaubst du eigentlich, wer du bist?” Doch Marcus Flint, der hinter ihm stand, wartete erst gar keine Antwort ab, sondern meinte an Katie gewandt: “Kleine Löwin, du solltest deinem Kapitän eindeutig mehr Manieren beibringen, er sollte langsam wissen, mit wem er sich anlegen kann und mit wem nicht.” Dann sah er wieder auf Wood, der gerade versuchte, das Essen aus seinem Gesicht zu entfernen. “Wood, das wird ein Nachspiel haben. Da wird dir auch McGonagall nicht mehr helfen können.”

Dann drehte er sich herum und rauschte davon.

“Keine Sorge, Olli, die sind heute noch fällig!”, meinte Fred und sah finster dem Kapitän der Schlangen hinterher, während Katie zu ihrem Zauberstab gegriffen hatte und Oliver vollständig von seinem Mittagessen befreite.
 

14:00 Uhr

“Eins musst du mir mal erklären!” Alicia saß neben Katie und sah sie finster an. “Was hast du immer mit Flint zu schaffen? Ich meine, du bist die Einzige, die er nicht angreift!”

Alicia hatte definitiv Recht. Wann immer sich die Gelegenheit bot, ließen die Spieler des Slytherinteams die Löwen spüren, was sie von ihnen hielten. Mit Ausnahme von Katie, die prinzipiell ohne jeglichen Schaden aus der Sache herauskam.

Woran das lag, wusste sie auch nicht, also zuckte sie mit den Schultern. “Ich habe leider keine Ahnung. Aber ich kann Flint ja mal fragen, wenn er mir das nächste Mal über den Weg läuft.” Der Sarkasmus in ihrer Stimme war nicht zu überhören, es war eindeutig, dass sie ganz sicher nicht mit ihm reden wollte.

Gerade, als Alicia zu einer Antwort ansetzte, passierte es. Es gab einen lauten Knall und auf einmal saßen nur noch Gryffindors im Klassenzimmer für Geschichte der Zauberei.

Verwirrt sahen sich alle um und sogar Professor Binns sah verwirrt von seinen Unterlagen auf.

“Was war das denn eben?”, fragte er mit seiner verträumten und einschläfernden Stimme. Sämtliche Schüler zuckten mit den Schultern und sahen selber ungläubig in die Gegend.

Während Katie ihren Blick zu den Zwillingen schweifen ließ, die sich aber wie alle anderen Schüler entsetzt und ungläubig im Zimmer umsahen, beschlich sie der Verdacht, dass der Streich noch ein wenig ausgebaut worden war, wegen der Sache beim Mittagessen mit Oliver.

“Na eine gute Sache hat es ja!”, flüsterte Alicia ihr zu. “Wenn wir heute trainieren, können sie uns nicht in die Quere kommen, denn wie es aussieht, sind die Schlangen wie vom Erdboden verschluckt und Flint wird ja wohl kaum mit einem unvollständigen Team trainieren.” Breit grinsend lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück, als auf einmal die Tür zum Klassenzimmer aufflog und McGonagall und ein fuchsteufelswilder Snape hereingestürmt kamen. “Ich habe es doch gesagt! Es betrifft nur Schüler meines Hauses!”, keifte er und fuchtelte wild mit seinen Armen in der Luft herum.

“Severus, beruhige dich, ich bin mir sicher, wir werden eine Lösung finden. Schließlich können sich Menschen nicht so einfach in Luft auflösen.” Sie ließ noch einmal kurz ihren Blick durch da Zimmer schweifen und blieb kurz bei den Zwillingen hängen, die sie misstrauisch ansah. Dann drehte sie sich um und verließ mit einem schimpfenden und wütenden Zaubertränkemeister das Klassenzimmer.

“Da hat jemand ganze Arbeit geleistet!”, meinte Alicia und sah nun ebenfalls zu den Zwillingen, die unschuldig auf ihre Bücher schauten. “Den Blick kenn ich. Das ist das eindeutige Zeichen dafür, dass sie ganz genau wissen, was passiert ist!”, sagte sie an Katie gewandt, die zustimmend nickte. “Definitiv. Die beiden haben schon in Zaubertränke davon gesprochen, dass die Schlagen nach dem Mittag dran sind.”

“Manchmal sind sie doch fast noch zu was nütze.”, lachte Alicia und lehnte sich zufrieden wieder in ihrem Stuhl zurück.
 

16:30 Uhr

“Ja, der war wirklich richtig sauer.”

“Aber bis jetzt sind sie noch nicht wieder aufgetaucht.”

“Wie konnte das nur passieren?”

“Wer war das?”

“Woher hat jemand so eine Idee?”

“Und ausschließlich die Schlangen.”

“Ich tippe ja auf die Weasleys. Niemand sonst würde auf so eine Idee kommen.”
 

Die Gespräche über das plötzliche Verschwinden der Schlangen wollte einfach nicht aufhören und es hatte fast den Anschein, als wäre niemand sonderlich böse darüber, dass das eine Haus ganz verschwunden war. Zumindest für den Moment.

“Herrlich!”, meinte auch Oliver und sah mehr als zufrieden aus. “Wer immer das war, der hat eindeutig einen Orden verdient!”

Er saß auf seinem Besen und sah sein Team an. “So, dann wollen wir mal anfangen.”

Er deutete auf seine drei Jägerinnen. “Ihr werdet heute verschiedene Kombinationen fliegen, während George, Fred und Harry eure Hindernisse darstellen. Harry bekommt noch einen Schläger und dann könnt ihr den Mädchen die Klatscher um die Ohren hauen.”

Er reichte seinem Sucher das entsprechende Stück Holz und schon ging es los. Unermüdlich ließ er sein Team Runde um Runde fliegen und waghalsige Drehungen und Loopings machen.
 

Völlig verschwitzt und abgekämpft ließen sie sich alle auf die Bänke in der Umkleide fallen.

Auch Oliver machte den Anschein, als würde er genug haben für heute. “Wir werden morgen nach dem Frühstück trainieren.”, murmelte er, als er auf seine erschöpften Spieler sah. Glücklich nickten diese und Katie sah ihn noch einen Moment länger an. Oliver war einfach der perfekte Kapitän. Auch wenn sein Training hart und manchmal gnadenlos war, so wollte er doch nur das Beste für sein Team.

Er schien ihren Blick zu spüren, denn er sah auf und schaute ihr direkt in die Augen. Im ersten Moment wollte Katie den Blick abwenden, doch die warmen braunen Augen des hübschen Schotten ließen sie nicht los. Es hatte fast den Anschein, als würden sie sich immer mehr in ihre Augen bohren.

So bemerkte sie auch nicht, dass sich die Zwillinge und die Mädchen erhoben und breit grinsend die Umkleide verließen. Harry, der schon direkt nach dem Training zurück ins Schloss verschwunden war, musste ja schließlich noch über die Trainingszeit morgen unterrichtet werden.

“Wie kommst du mit Kräuterkunde zurecht?”, wollte er auf einmal ganz unvermittelt wissen. “Wenn du magst, kann ich dir Sonntag wieder was erklären. Es sei denn du hast schon ein Date oder so was.” Katie war sich nicht sicher, aber sie hätte schwören können, dass Oliver sie unsicher und forschend ansah.

Schnell schüttelte sie ihren hübschen Kopf. “Sonntag passt prima. Ich hab nämlich wirklich ein Problem mit den Alraunen.”

Ein kleines Grinsen umschlich ihre Mundwinkel. Auch Oliver konnte nicht anders und lächelte sie an. “Dann sollten wir uns langsam auf den Weg machen, nicht, dass sie uns noch als ebenfalls vermisst melden.” Er erhob sich und ging Richtung Tür. Auch Katie erhob sich, trat aber an ihren Spint. “Ich geh nur noch duschen, dann komm ich nach.” Und schon hatte sie sich ein Handtuch geschnappt und war Richtung Duschen verschwunden.
 

18:00 Uhr

Zufrieden drehte Katie den Wasserhahn zu und schlang sich ihr Handtuch um den Körper. Sie liebte lange warme Duschen und genoss jedes Mal das Gefühl des warmen Wassers auf ihrem Körper. Und jetzt, wo sie in saubere Sachen schlüpfte, fühlte sie sich glatt wie ein neuer Mensch. Sie trat in die Umkleide und wollte nach ihrem Umhang greifen, als sie überrascht feststellte, dass sie nicht die einzige Person hier war.

“Oliver!”, meinte sie verwundert und sah ihn mit großen Augen an. “Hast du was vergessen?” Suchend sah sie sich um, doch er schüttelte nur mit dem Kopf und stieß sich von der Wand ab, an der er gelehnte hatte. “Nein, ich hab auf dich gewartet.” Dann ging er zur Tür und hielt sie ihr auf. Im ersten Moment war sie so perplex, dass sie nicht wusste, was sie sagen sollte. Sprachlos sah sie ihn an und rührte sich nicht.

Seufzend machte Oliver einen Schritt auf sie zu und griff nach ihrer Hand. Und schon zog er sie hinter sich her aus den Kabinen in Richtung Schloss.

Katies Herz schlug rasend schnell in ihrer Brust, denn Olivers Hand, die ihre warm und fest umschlossen hielt, löste Schauer aus, die ihr über den Rücken liefen.

Es war, als würde sie auf Wolken schweben. Noch nie hatte sie sich so wohl gefühlt, wie eben in diesem Moment. Ihre Hand lag doch tatsächlich in der von Oliver Wood. Nie im Leben hätte sie sich träumen lassen, dass das wirklich noch einmal passieren würde.
 

Als sie die große Halle betraten, hatte er sich noch immer nicht losgelassen und zog sie weiter mit sich mit. Katies Wangen färbten sich leicht rot und als Oliver sie neben sich auf die Bank drückte, glich ihr Gesicht einer Tomate. Was war nur mit ihrem Kapitän los, dass er sich heute so völlig und komplett anders verhielt als sonst?

Unsicher sah sie zu Lina, die nur zufrieden und unauffällig nickte. Toll, als würde ihr dieses Nicken jetzt weiterhelfen!

Unsicher sah sie wieder zu Oliver, der bereits mit seinem ersten Brötchen beschäftigt war. Seine gute Laune von heute Morgen hatte er definitiv wiedergefunden und genoss sein Essen sichtlich.

Etwas hilflos, aber zweifelsohne glücklich machte sich auch Katie daran, etwas zwischen die Zähne zu bekommen.
 

21:00 Uhr

Fred hatte sich zu Katie gebeugt und sah sie schelmisch grinsend an. “Ich bin mir fast sicher, dass Oliver in naher Zukunft seine Regeln noch mal überarbeiten wird.” Bedeutungsschwer sah er Katie an, die sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte.

“Da gratulier ich dir aber, Fred, das bedeutet ja dann, dass du und George offiziell zusammen sein könnt!” Freudig griff sie nach seiner Hand und schüttelte sie fest.

Missbilligend sah der Weasley auf sie hinab. “Ja, Miss Bell, machen Sie sich ruhig über mich lustig! Aber eines Tages wird Ihnen das Lachen schon noch vergehen!” Gespielt finster sah er Katie an und George, der das Gespräch mitbekommen hatte, fasste sich ergriffen an die Brust. “Das heißt also, dass du Katie in unsere kleine Liebschaft eingeweiht hast?” Er rutschte ein wenig näher zu seinem Bruder und machte einen Kussmund in dessen Richtung.

Sofort säuselte Fred: “George!”

“Fred!”

“George!”

Und dann ein synchrones, hingebungsvolles Seufzen der beiden Brüder.

Katie brach in schallendem Gelächter aus. “Lasst das mal die ganzen Mädchen hören! Ihr werdet einsam und allein sterben!”

“Nein, wir haben noch immer uns! Aber du hast niemanden!”

“Wer hat niemanden?”, fragte Oliver, der sich neben Katie auf dem Sofa niederließ.

Sofort grinste Fred breit, während Katie ihn nur warnend ansah, was er aber gekonnt ignorierte.

“Katie hier. Sie hatte bis jetzt noch kein vernünftiges Date.” Traurig sah er auf seine Teamkollegin und klopfte ihr aufmunternd auf die Schulter. Katie schubste ihn unsanft von der Sofalehne: “Weasley, halt dich einfach da raus, ja?”

“Wieso? Wenn du auf mich hören würdest, hättest du schon längst einen tollen Freund und … “

Dankbar sah Katie zu George, der Mitleid mit ihr hatte und seinem Bruder jetzt den Mund zuhielt.

“Fred, ich denke, wir sollten über unsere Beziehung reden. Komm Schatz, lass uns ins Bett gehen.” Er klimperte mit den Wimpern und zog seinen verdutzt aus der Wäsche schauenden Bruder hinter sich her in ihren Schlafsaal.

“Sie sind immer wieder für einen Spaß zu haben.”, sagte Oliver und sah den beiden grinsend hinterher.

“Ja, aber manchmal sind sie einfach nur anstrengend.” Seufzend lehnte sie sich nach hinten und schloss die Augen.

So entging ihr der musternde Blick von Oliver.

“Hattest du wirklich noch kein vernünftiges Date?”, fragte er vorsichtig.

Katie öffnete die Augen und sah ihn verwundert an. “Nein, an den meisten Wochenenden hast du Training angesetzt und danach hab ich meistens keine Lust mehr, mich noch zu Recht zu machen und ins Dorf zu gehen. Ich bin nicht so wie Lesh und Lina in der Beziehung.”

Oliver nickte und sah sie schuldbewusst an. “Weißt du was? Ich mach es wieder gut. Ich lass mir was für Sonntag einfallen. Das Lernen verschieben wir auf ein anderes ´Mal.” Mit diesen Worten stand er auf, beugte sich zu Katie und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn. “Gute Nacht.”

Und schon war auch er im Schlafsaal verschwunden.

Zurück ließ er eine hochrote, hyperventilierende Katie, deren kopf gerade total leer gefegt war.
 

Es gab nur drei Dinge, die ihr Hirn ihr gerade mitteilte:

1. Oliver hatte heute ihre Hand in der ÖFFENTLICHKEIT gehalten, als wäre es selbstverständlich.

2. Sie hatte ein DATE mit Oliver, denn anders konnte sie es einfach nicht nennen. Und zu guter Letzt:

3. Oliver hatte ihr gerade einen KUSS gegeben. Zwar auf die Stirn, aber Kuss blieb Kuss.
 

Wie es aussah, könnte Fred doch Recht behalten und Oliver würde vielleicht in naher Zukunft seine Regeln ein wenig verändern und auflockern. Blieb Katie nur zu hoffen und sich erst mal auf diesen Sonntag zu freuen.



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Kommentare zu diesem Kapitel (17)
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Von: abgemeldet
2010-04-01T13:17:35+00:00 01.04.2010 15:17
Mensch, hab ich mich lang nicht mehr gemeldet.
Aber:

Dieser OS bedarf - nein, L E C H Z T nach einem Review.

1. muss ich dir sagen, dass ich dir unglaublich, unwiderruflich und zutiefst dankbar bin, dass du deine tollen Ideen für eine Bell/Wood - FF verwendet hast. Gelobt sei Emmett-the-Cullen in Ewigkeit!

2. Diese Fred und George Szenen sind einfach super. Immer witzig, immer einfallsreich - und dass endlich mal jemand mit dieser lästigen Inzest-Geschichte aufgeräumt hat, ergibt einen zusätzlichen Bonuspunkt.

3. Es war schon zu vermuten, dass MF/KB hier nicht außen vor bleibt ;)
Aber ich wär auch irgendwie enttäuscht gewesen, wenns nicht so wäre. Seit ich bei dir lese, find ich das sogar sehr sehr gut. Aber das hat jetzt bitte keiner gehört! Das würde meinem Ruf als Wood+Bell-Fan schaden. ^^°

4. Ich liebe es, wie deine Charas mit dem Alltag umgehen. Und dass sie immer so schön IC bleiben. Vor allem bei Oliver ist mir das aufgefallen.
Er war zwar ganz der besorgte und eifrige Kapitän, aber trotzdem so traumhaft wie immer.

FAZIT: Ein rundum schöner OS, von dem man Lust auf eine Fortsetzung bekommt. Also, sag mir was ich tun muss, um hier eine zu bekommen?
Betteln? Auf die Knie fallen? Mir die Haare ausrupfen? Sags! *.*

P.S. Was mich noch interessieren würde: Was haben die Weasleys jetzt eigentlich mit den Schlangen gemacht? Wieso waren die weg? Und wann (wie) sind sie wieder aufgetaucht?

Liebste Grüße und 100 wehende Fahnen der Dankbarkeit für diesen OS ;D

Leesh.
Von:  Kogaiji
2010-03-20T14:36:28+00:00 20.03.2010 15:36
DANKE !!!!
Der OS ist total schön geworden. Ich mag das offene Ende sehr. Könnte nicht besser sein. Das lässt einen auf jeden Fall nachdenken und lässt Platz für die O/K und M/K Fans.
Die Gryffs sind wirklich ein chaotischer Haufen, sehr gut dargestellt! Super finde ich auch Markus'-Checker-Auftritt. Der darf nicht zu kurz kommen.

Also noch mal tausend Dank, dass du mir dieses OS gewidmet hast. Ich schreibe schon an der "Wiedergutmachung" ^^ (extra ein M/K-OS für dich). Dank dir bin ich mir nämlich nicht ganz sicher, welches Pairing ich lieber mag *lol*

Und noch an alle... wenn mich jemand im O/K-Boot braucht, bin ich natürlich gerne dazu bereit :))
Von:  LittleMissMel
2010-03-16T13:32:27+00:00 16.03.2010 14:32
Omg! Was Zu Olli und Kate von DIR!!!!
*Kalender hol*
*den Tag markier*
Du hast das sooo super gemacht! *____*
Und das als nicht K/O - Fan!
Also ich fand die ganzen Gryffindors allgemein als Gruppe soo toll. In manchen ffs hier auf mexx leben die Charaktere quasi vor sich hin.
Und auch die Zankereien von katie & Marcus.. XDD Du kannst es nicht lassen, oder? XDD
Und er hat sie auf die STIRN GEKÜSST! Whaaaa! Das war ssooo Süß!!!!
Und du meinst wirklich das das dein erster & EINZIGER OS zu den beiden war...?
*seufz*
Schade...=(


In freudiger Erwartung auf weitere tolle Sachen von dir =D

Mel
Von:  Cygni
2010-03-16T12:12:17+00:00 16.03.2010 13:12
AAAHHAHAHHAHAH!!!^

ich bin hyperaktiv grade...
das war toll! aber was sollten diese einwürfe mit flint?
und wo sind die schlangen?
das schreit ja gerade zu nach einem zweiten teil...

aber ich will dich ja nicht unter druck setzen, wir müssen halt selber unsere fantasie ankurbeln...

lg stellax3
Von:  Lily_Toyama
2010-03-15T21:28:22+00:00 15.03.2010 22:28
Ich freue mich total, dass du etwas über das Paar geschrieben hast. Die beiden sind so niedlich und deine Löwen Schlagen Lust könnest du doch viel besser bei Scorpius und Rose auslassen.

Wobei man aus dir wohl nie den MarcusKatie Fan rausbekommt, ich meckere nicht, aber schon allein, wie du die Charaktere dargestellt hast, Flint hat ein Jahr wiederholt und s o irre ist Oliver jetzt auch nicht. . .
Aber ich höre schon auf.
Aber ein bisschen mehr am Schluss hätte es schon sein können.

Wo sind eigentlich die Schlangen hin? Und was haben die Zwillinge gemacht? Das sind Fragen, die ganz dringend ein Fortsetzung bedürfen, genau wie diese offene Romanze zwischen Oliver und Katie.
Dann ist da die Frage was bei dir mehr hilft? Betteln, g a n z große Hundeaugen (ich mag Katzen lieber) oder beeidigt schmollen, wenn es nicht klappt? Ich hoffe ersteres, denn andren beiden bin ich ziemlich schlecht (wobei ich könnte mir lena, sunny, maya und Kogaiji ins Boot holen) (memo an mich selbst: die anderen anschreiben *g* (zumindest die ersten drei, die kenne ich ja))

Was du was für mich die beste Stelle in dem ganzen OS war?
Die Stelle zur vor 12 Uhr, wo du dieses ganzen Incestsachen aufs Korn genommen hast (hast du doch? Ich interpretiere da doch nicht zu viel rein oder?)
Ich habe so gelacht, einfach großartig und dann die Fortsetzung davon. Einfach nur klasse und wirklich super lustig.

Einfach mal wieder ein toller OS und ich gehe mal stark davon aus, dass es zu diesen Paar nichts mehr geben wird, wie wäre es mit Lily & James? – da sind wir zumindest fast 100% einer Meinung (Ich sage nur Jungfrau, wobei dein Playboy auch etwas hat)

GlG Lily
Von:  eva-04
2010-03-15T19:49:29+00:00 15.03.2010 20:49
ich findes das os sowas von großartig^^
gut ich bin kein großer fan dieses parings^^
aber es ist richtig süß geschrieben
ich musste ech taufpassen das ich bei der szene mit fred undgeorge als "paar" nicht lachend vom stuhl falle^^
aber ich muss gestehen die szenen mit marcus fand ich am aller besten^
bin ein großer katie X marcus fan^^

*wink*
Von:  muffelherz
2010-03-15T19:40:56+00:00 15.03.2010 20:40
klasse idee....
die szenen mit den zwillingen war einfach zu todlachen...
zum kaputtlachen find ich...
naja ich bin ja ein begeisterter fan von katie/marcus...
aber diese os ist wirklich gut gelungen...
da konnte ich mich umstimmen lassen dieses pairing zu mögen...
wieder mal wunderbar geschrieben...
großes lob...obwohl du net so großer fan von katie/oliver bist....
toll umgesetzt....
liebe grüße
starwindy
Von:  PoS
2010-03-15T19:33:53+00:00 15.03.2010 20:33
Also ... erst einmal Danke für die ENS ...

Wirklich mutig, als eingefleischter Katie-und-Marcus-Fan eine Story über Katie und Oliver zu schreiben*einenKnicksmacht

Und was soll ich sagen, ich fand den Tag Klasse und sehr diplomatisch gelöst*smile und es macht auch gar nichts, so finde ich, dass die Alters- und Jahrgangsdaten nicht mit den von JKR übereinstimmen.
Hallo - das ist immerhin Ff!!!

Die Witze waren großartig und die Dialoge einfach nur spitzenmäßig. Ich habe mich köstlich amüsiert und konnte mir alles lebhaft im Kopf vorstellen.
Großes Kino!

Kein Happy End? Nun, sehe ich nicht so. Für Katie hat sich bereits ein großer Wunschtraum erfüllt. Er nimmt sie endlich wahr, verbringt Zeit mit ihr und zeigt sich endlich so, wie sie ihn sieht.

Und ...

Was mir am besten gefallen hat, die Katie und Marcus Fans hast Du auch nicht enttäuscht. Die kleinen Streitereien waren wie ein großer Eisbecher mit Sahne*gg und die Szene mit dem Kartoffelbrei - himmlisch!

Danke für diese schöne Ff!

Wir lesen uns,

PoS



Von:  EsistJuli
2010-03-15T16:40:08+00:00 15.03.2010 17:40
Schaaaade, dass du an der Stelle aufgehört hast^^
Aber mir hats auch gut gefallen.
Aaaaber... ich wüsste trotzdem noch gerne was mit Flint ist, das hast du irgendwie nur so angedeutet und man bliebt da als Leser jetzt doch eher verloren, was genau das zu bedeuten hat!^^
(Okaaay, Flint udn Katie sind mein Lieblingspaaring^^)
Von:  Acrobalena-
2010-03-15T12:44:34+00:00 15.03.2010 13:44
alsoo
das war ein unglaublicher toller OS. :)
ich hätt mir schon fast denken können das du ein offenes ende läßt, zu nem happy end der beiden konntest du dich wohl nicht durchringen, obwohl so ne kleine fortsetzung sehr sehr sehr sehr sehr schön wäre :)
aber ich weiß, das ist zu viel verlangt^^

die zwillinge, also die sind einfach so wie man sie sich vorstellt. richtig witzig und nicht verzweifelt versucht witzig zu sein. einfach genau richtig
und das sie die schlangen verschwinden lassen, genial :D
ich frage mich nur WIE!?!

und wie du oliver beschreibst. ich weiß du magst ihn nicht soo sehr. aber er ist einfach toll. warme braune augen, die schüchternheit beim date :D
die drei sinnlosesten regeln die ich kenne. (selbst harry hat dagegen verstoßen :D )
er passt doch einfach perfekt zu katie, und katie zu ihm :)

ganz großes lob
lena


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