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Evil Smile

von

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Obsession

Die Wärter hatten es nicht eilig mit ihm. Langsam durchquerten sie die Gänge des Arkham Asylum. Jeder seiner Schritte wurde begleitet vom Klirren der Fußketten, die man ihm zusätzlich angelegt hatte. Noch immer lag ein heimliches Lächeln auf seinen Lippen. Ein Lächeln, das sein ständiger Begleiter war, seitdem er hier in Arkham Insasse war. Ein Monat war vergangen seit seiner Einlieferung. Ein Monat. Was wäre dieser Monat für eine Zeitverschwendung gewesen, wenn sie nicht wäre. Dann hätte er sich bei weitem nicht so lange treiben lassen und untätig hier herum gesessen. Nein, wenn sie nicht wäre, hätte er vermutlich schon alles daran gesetzt, um wieder auf freien Fuß zu gelangen.

Die Flure zogen sich endlos hin und er erlaubte sich einen kurzen Moment der Erinnerung an jene Nacht, die ihm zum Verhängnis geworden war. Eine Nacht die er so schnell nicht vergessen würde.
 

Sein Terrorregime in Gotham hat in dieser Nacht ein jähes Ende gefunden, als Batman ihn endlich schnappte und der Polizei überließ. Dieses mal machte man nicht den Fehler, ihn ins nächstgelegene Polizeirevier zu bringen. Nein, dieses mal waren sie schlauer und brachten ihn direkt nach Arkham, Gothams Sanatorium für geisteskranke Kriminelle.

Während der gesamten Fahrt lachte der Mann mit dem weiß geschminktem Gesicht leise vor sich hin. Es war einfach zu komisch. Einfach zum totlachen. Batmans Gesicht, nachdem ihm klar geworden war, das der Mann, in den er scheinbar so große Hoffnungen für Gotham gesetzt hatte, Harvey Dent, nicht länger der weiße Ritter war, für den Batman ihn gehalten hatte.

Das Lachen des Mannes wurde schriller und das Unbehagen der Polizisten, die ihn in Schach hielten wurde von Minute zu Minute merklich größer. Die Erleichterung, als sie endlich Arkham erreichten und sie ihren unliebsamen Passagier ablieferten, stand ihnen deutlich ins Gesicht geschrieben.

Noch nie in der gesamten Geschichte Arkhams wurden wohl so große Sicherheitsmaßnahmen für die Überführung eines Insassen getroffen, wie in seinem Fall. Wie schmeichelhaft, ja schon fast beschämend und rührend. Mittlerweile brüllte er schon fast vor lachen. Aufgeregt wuselte eine ganze Armada bewaffneter Anstaltswärter um ihn herum, die ihn durch die engen Gänge der Anstalt drängte. Es war nahezu lächerlich. Was glaubten sie denn, was er mit gefesselten Händen und Füßen gegen eine Schar von Sicherheitskräften ausrichten konnte, die ihn keine Sekunde aus den Augen ließen? Er war vielleicht verrückt, aber noch nicht vollends lebensmüde.

Neugierige Blicke, wohin er auch sah. Die Dienst habenden Ärzte hatten sich offensichtlich allesamt eingefunden, um einen ersten Blick auf ihren neuen Patienten zu erhaschen und standen in einer Gruppe zusammen vor der Sicherheitsschleuse der geschlossenen Abteilung, die nun sein neues Heim war.

Er überlegte, ob er eine kurze Begrüßungsansprache halten sollte. Eigentlich hatten sie es verdient. So ein Aufmarsch nur für einen einzelnen Mann. Die harte Arbeit hatte sich also ausgezahlt und sein dankbares Publikum verdiente ein paar wohlwollende Worte. Er öffnete den Mund, wollte gerade beginnen zu sprechen, als er erstarrte. Gefangen von einem einzigen Blick. Ihr Blick. Sie stand bei den Ärzten und starrte ihn voller Faszination an. Nicht so wie die anderen es taten. Ihr Blick war anders. Etwas in ihren Augen erinnerte ihn an… Ja, an was? Irgendetwas, das er schon einmal irgendwo gesehen hatte, aber er kam nicht darauf. Der Moment raste an ihm vorbei, ohne das er auch nur ein einziges Wort über die Lippen brachte. Und als er sich gerade besann und wieder Herr der Lage war, hatte man mit ihm bereits die Sicherheitsschleuse passiert und die Augen, die für einen kurzen Moment seinen Verstand zum Aussetzen gebracht hatten, waren aus seinem Blickfeld verschwunden. Das war der Augenblick, da er wusste, das es hier doch wesentlich interessanter werden würde, als er gedacht hatte. Ja, hier ließ sich vielleicht ein sehr interessantes Spiel spielen. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen.
 

Und dieses Lächeln umspielte auch heute wieder seine Mundwinkel. Mit jedem Schritt kam er ihr näher, folgte Ihrer Fährte aus Parfum, das ihm mehr und mehr in die Nase stieg. Mittlerweile so vertraut und tagtäglich ersehnt. Was würden sie heute spielen? Zwei Meter und eine Tür trennten ihn von der Antwort auf diese Frage.

Noch ein Meter. Der Wärter zu seiner Rechten schob eine Karte in das Lesegerät an der Tür. Eine kurze Sekunde des Ausharrens und die Tür sprang auf, öffnete sich langsam vor seinen Augen und er tat den letzten Schritt über die Schwelle.



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Kommentare zu diesem Kapitel (3)

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Von:  Persephone
2009-02-05T22:51:45+00:00 05.02.2009 23:51
Du hast einen wirklich tollen Schreibstil.
Ist wunderbar zu lesen, wie der Joker sich Gedanken macht.
Auch wenn die Kapitel etwas kurz sind.
Ich würde gerne mehr davon lesen :D

glg
Von:  MamoChan
2009-01-12T13:21:45+00:00 12.01.2009 14:21
Wow, nicht schlecht. Du hast die morbide Stimmung gut beschrieben und eine schöne düstere Atmosphäre geschaffen. Der Joker ist meiner Meinung nach sehr gut beschrieben, und seinen Wahnsinn gut eingefangen. Herrlich die Stelle, bei der er schwer bewacht aus seiner Zelle geholt wird.


Von:  Dragonohzora
2009-01-11T22:21:39+00:00 11.01.2009 23:21
Hach, ich finde s ja immer wieder genial, wie du mit Worten umgehen kannstXD Du hats da ehrlich meinen Respekt ^^ Echt klasse

Hehe, ich findes super, das man endlich mal aus siener sicht der dinge, das eine oder andere mitbekommt udn ioh Gott, wei süß du das becshrieben hattestXD

Und nun gehts gleich los, ich freu mich richtigXD

Schreib also ganz schnell weiter^^

So hab die FF jetzt erst einmal zu meinen Favos gepackt^^

Lg^^


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